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Beeindruckender Lauf

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Paul Ortmann (links) und die SG Obbornhofen/Bellersheim beherrschen derzeit Ball und Gegner. Foto: Schepp © Schepp

Im Blickpunkt: Die SG Obbornhofen/Bellersheim dominiert die Kreisoberliga

Obbornhofen/Bellersheim (mol). Geschichte wiederholt sich nicht, so heißt es. Oder doch? In der Saison 2020/21 flog die SG Obbornhofen/Bellersheim förmlich durch die Fußball-Kreisoberliga Gießen Süd, hatte nur am zweiten Spieltag durch ein 2:2 gegen die FSG Lumda/Geilshausen zwei Zähler eingebüßt und führte die Tabelle seinerzeit nach zwölf Spielen mit 34 von 36 möglichen Punkte klar und deutlich an.

Dann folgte der coronabedingte Saisonabbruch und die überragenden ersten Wochen und Monate der Elf von Trainer Ralf Landgraf waren mit einem Schlag nichts mehr wert.

Ein Corona-Abbruch dürfte diesmal zwar nicht drohen, und doch sind die Parallelen zum Start vor zwei Jahren frappierend. Zwölf Spiele, elf Siege und damit erneut 34 von 36 Punkten sammelte »O/B« bislang ein. Und wieder entstammen die einzigen Verlustpunkte einem Remis der Frühphase der Saison, diesmal an Spieltag drei (1:1 gegen den TSV Klein-Linden). Doch das Ende der Vorrunde und damit eine Wertungsgrundlage für die aktuelle Saison sehnt sich Obbornhofen/Bellersheims Coach ob der Geschehnisse vor zwei Jahren nicht herbei.

»Das war eine harte Nummer damals, ganz klar. Aber die Entscheidung für den Saisonabbruch war unumgänglich. Dass es keine sportliche Wertung geben konnte, mussten wir akzeptieren. Aber natürlich war da ein weinendes Auge dabei. Unabhängig von der Wertung dieser Saison hoffe ich aber trotzdem für alle, dass es diesmal weitergehen und alles gespielt werden kann«, so Landgraf.

Obwohl dessen Mannschaft derzeit zehn Punkte Vorsprung auf die Verfolger SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod und TSV Lang-Göns aufweist, will der Trainer von einer Vorentscheidung noch rein gar nichts wissen. Zu lange ist der 48-Jährige selbst schon im Fußballgeschäft dabei, zu frisch sind zudem die Erinnerungen an die »Abbruchsaison«.

»Natürlich verfolgen unsere starke Saison viele, ich bekomme auch einige Nachrichten von Leuten, die mir praktisch schon zum Aufstieg gratulieren. Dafür ist die Runde aber noch viel zu lang, und es ist ja auch nicht so, dass wir bisher jeden Gegner an die Wand gespielt haben. Wir hatten viele gute, klar, aber auch sehr viele kritische Momente zu überstehen. Wir lagen öfter mal in Rückstand und konnten einige Spiele auch erst in der zweiten Halbzeit drehen und für uns entscheiden«, blickt Landgraf zurück.

Wenngleich die Zwischenbilanz und der »Lauf« beeindruckend sind, denn am vergangenen Wochenende stellte auch das Gastspiel bei der vor der Saison hochgehandelten SG Birklar (3:0) am Ende keine Hürde dar.

Doch auch dort fielen alle drei Treffer erst in Durchgang zwei, auch dort waren einige kritische Momente zu überstehen. »Wir haben mit Yannik Zander einen starken Torhüter, der auch in Birklar tolle Paraden gezeigt und uns vor Gegentoren bewahrt hat. Die insgesamt nur acht Gegentreffer sprechen für ihn, für unsere Abwehr, aber auch für unsere gesamte Defensivarbeit und Stabilität. Aber daran arbeitet das gesamte Kollektiv mit. Wir sind wirklich eine Mannschaft«, lobt Landgraf, der in seiner Truppe eine sehr gute Mischung sieht. Neben erfahrenen Kräften wie Patrick Werner oder Tim Richter, der nach Stationen in Stadtallendorf und Fernwald zurückgekehrt ist und bislang schon 13 Mal traf, haben sich aber auch die jungen Spieler prächtig weiterentwickelt. Wodurch das Team auch in der Lage war, Ausfälle bislang ohne Qualitätsverlust aufzufangen.

Und dies soll auch in den kommenden Wochen ein Faustpfand sein, wenn die »ungemütliche Jahreszeit« Einzug hält. Mit dem Heimspiel gegen die FSG Lumda/Geilshausen geht es an diesem Wochenende weiter, danach wartet das Gastspiel beim ASV Gießen, ehe das Duell mit dem Vierten SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod auf dem Programm steht. »Lumda ist wirklich ein unangenehmer Gegner, der ASV braucht im Kampf um den Klassenerhalt jeden Punkt, und Altenburg hat noch weniger Spiele ausgetragen und könnte im Kampf um die Spitze selbst noch eingreifen. Das sind also schwere Partien, in denen wir nicht nachlassen dürfen und weiterhin konzentriert bleiben müssen. Wir haben uns diese Position und Situation selbst erarbeitet und wollen jetzt weiter etwas dafür tun, dass es auch so bleibt«, so Landgraf.

Doch trotz der bislang fast perfekten Punktausbeute im Laufe der bisherigen Kreisoberliga-Saison, in der Blick daher logischerweise auf die starken Leistungen seines Teams fällt, ist dem O/B-Übungsleiter vor allen Dingen wichtig zu betonen, dass seine Mannschaft auch von der großen Unterstützung des Vereins profitiert.

»Man muss wirklich sagen, dass der Verein top organisiert ist und versucht, für die Jungs und die Mannschaft alles möglich zu machen. In dieser Form habe ich das woanders bislang nicht erlebt. Und die Spieler geben da auch ihren Teil zurück und beteiligen sich auch rege an der Vereinsarbeit. Hier herrscht wirklich eine tolle Vereinskultur. All das zusammen ist dann auch der Schlüssel für den Erfolg, der nur gemeinsam funktioniert«, findet Ralf Landgraf lobende Worte.

SG Obbornhofen/Bellersheim

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