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Bei 100 Millionen macht die Eintracht sich Gedanken

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Frankfurt (pep). Oliver Glasner strahlt Ruhe aus, Gelassenheit, Souveränität. Der Trainer der Frankfurter Eintracht hat am Rande des Trainingslagers in Dubai nicht nur über die Leistung seiner Mannschaft beim ersten erfolgreichen Test (4:2) gegen Leipzig gesprochen, sondern auch Stellung bezogen zu den vielen Personalien, die den Klub in diesen Tagen und Wochen beschäftigen.

Glasner geht fest davon aus, dass keiner seiner Stars den Klub in diesem Winter verlassen wird, kann es aber nicht ausschließen. »Ich bin in allen Vertragsthemen sehr entspannt«, sagt er. Doch Glasner weiß auch um die Unwägbarkeiten des Geschäfts. »Es gibt immer ein Worst-Case-Szenario, Trapp verlängert seinen Vertrag nicht, Hasebe hört auf, Rode auch, die jungen Ebimbe und Knauff sind bald wieder weg, Kolo Muani wird verkauft, Kamada geht weg, dann spielen wir nächstes Jahr nicht mehr«, zählt er auf, »aber so wird es nicht kommen.«

Als Trainer sei ihm natürlich am liebsten, alle würden ihre Verträge um vier Jahre verlängern und auch so lange bleiben. »Aber das Business ist anders, wenn etwas Außergewöhnliches passiert, dann wird es passieren und soll es passieren«, sagt Glasner, »die Wahrheit liegt immer dazwischen. Der Verein wird sicher nicht fünf, sechs Spieler auf einmal abgeben.« Sollte ein Klub aber beispielsweise 100 Millionen Euro für Muani bieten, müsse und werde der Klub darüber nachdenken. »Dann wird er wechseln, das ist klar. Irgendwann wird die Eintracht sagen: ›Es ist schön und super, aber um diese Kohle zu bekommen, müssen wir zweimal die Champions League gewinnen.‹" Der Markt macht eben die Gesetze. Freilich sei dies zumindest für den Winter ein unrealistisches Szenario, denn außer Manchester City (die haben Haaland) oder Liverpool (die haben gerade Gokpa verpflichtet) oder Paris (Mpappé, Neymar, Messi), habe kaum ein anderer ein Klub mehr so viel Geld für einen Spieler. Besonders wichtig aus Glasners Sicht: Die Eintracht-Profis hätten zudem signalisiert, dass sie aktuell kein Interesse hätten, den Klub zu verlassen, »ihnen ist schon wichtig, welche Perspektive sie haben.«

Zuversichtlich ist er auch in Bezug auf Kevin Trapp (Vertragsende 2024). »Sie sind hoffentlich in konstruktiven Gesprächen, was ja positiv ist. Und beide Seiten haben signalisiert, weiter zusammenarbeiten zu wollen«, sagt er, »da wird sich schon eine Lösung finden.«

Geht Borré?

Ein aktuelles Angebot soll es für Rafael Borré (Vertrag bis 2025) geben. River Plate Buenos Aires habe laut Berater Martin Araoz einen Versuch unternommen, ihn auf Leihbasis zu holen, »wir verhandeln gerade.« Laut Sport1 habe die Eintracht dieser Anfrage eine Absage erteilt. Borré dürfe demnach nur gehen, wenn ihn ein Klub fix verpflichten wolle. Die geforderte Ablöse liege demnach bei zwölf Millionen Euro.

Auch seine eigene Zukunft sieht Oliver Glasner gelassen. Der Vertrag läuft noch bis 2024, Gespräche über eine Verlängerung gibt es (noch) nicht. »Ich habe noch eineinhalb Jahre Vertrag, es macht mir wahnsinnig Spaß. Ich habe nicht vor zu wechseln, in keinster Weise. Aber wie bei jedem Spieler macht der Markt die Gesetze.«

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