»Bestätigung, aber auch Verpflichtung«

Frankfurt (pep). Oliver Glasner ist nach Dubai geflogen. »Ein paar Tage Wärme genießen«, sagt der Trainer der Frankfurter Eintracht, »dann feiere ich Weihnachten im Kreis der Familie zu Hause in Österreich, unter anderem gehen wir in eine Christmette.« Viele Spieler sind in ihre Heimatländer gereist, nach Kolumbien, nach Japan, Portugal, Dänemark, Frankreich, Schweiz oder Österreich.

Ausspannen nach dem Stress der letzten Monate mit 24 Pflichtspielen seit Mitte August.

Sportvorstand Markus Krösche hatte es nicht weit nach Hause. Er ist nach Paderborn gefahren. »Dichter Nebel« herrsche in Ostwestfalen konnte er am Montag berichten, »aber Hauptsache in Frankfurt scheint die Sonne.« Das tat sie zum Wochenanfang und das tut sie auch im übertragenen Sinne. Die Eintracht mit ihrem neuen Trainer, ihrem neuen Sportchef und einer in Teilen neuen Mannschaft, hat Frankfurt in ein »Weihnachtswunderland« verwandelt, wie die Bild treffend titelte. Die jüngsten Erfolge, sechs Siege in sieben Spielen, Achtelfinale in der Europa-League, der Vorstoß in die internationalen Plätze der Bundesliga und die tollen Aussichten bei nur einem Zähler Rückstand auf die Champions-League-Ränge lässt die Herzen der Eintracht-Fans höherschlagen. »Das ist Bestätigung, aber auch Verpflichtung«, sagt Krösche.

Der Trainer versichert, dass er beim Sportvorstand »keinen Wunschzettel« vorgelegt habe. Also keine Neuzugänge im Winter? Krösche sieht dies als die wahrscheinlichste Variante an, will aber nichts ausschließen. »Es könnte ja sein, dass der eine oder andere, der nicht so oft im Einsatz war, weg will«, sagt er, »dann müssten wir reagieren«. Die aktuelle Kadergröße mit 28 Profis betrachten Trainer und Sportvorstand als vernünftig, denn die Belastungen werden ja nicht geringer im Frühjahr. Ab März ist die Eintracht ja auch wieder in Europa am Ball, will den beiden Achtelfinalspielen noch weitere hinzufügen. Eine Überlegung sei, so Krösche, »dass wir dem Kader vielleicht noch etwas Qualität hinzufügen können«.

Die Forderungen nach einem neuen Mittelstürmer sind zuletzt leiser geworden. Die Kritik an Sam Lammers, der vieles schuldig geblieben ist, ist in den Hintergrund getreten, weil viele andere getroffen haben. Immerhin: Zwei Tore hat auch der Holländer auf dem Konto. Ganz abschreiben wollen sie ihn bei der Eintracht noch nicht. Dennoch schaut sich Krösche natürlich nach einem neuen Angreifer um. Kolo Muani (23) vom FC Nantes ist schon lange im Fokus der Eintracht. Im letzten Sommer gab es keine Einigung mit den Franzosen über die Ablöse, jetzt könnte der französische U 21-Nationalspieler wieder zum Thema werden. Im Juni läuft sein Vertrag aus, wenn Nantes noch Ablöse erzielen will, dann in diesen Wochen.

Ein Frankfurter Vorgriff auf die neue Saison? Krösche schließt dies nicht aus, »aber im Moment tut sich da nichts.« Weder sei das funktionierende Mannschaftsgefüge ein Argument gegen einen weiteren Neuzugang noch die aktuelle sportliche Perspektive ein Argument dafür. »Ein neuer Spieler würde sicher nicht unsere Einheit zerstören«, sagt Krösche, »und ich mache unsere Bemühungen nicht abhängig davon, ob wir nun gerade Achter oder Sechster sind«.

Younes zu Genua?

Eine interne Personalie könnte dagegen kurzfristig gelöst werden. Amin Younes, seit einigen Monaten freigestellt, verhandelt angeblich mit dem italienischen Klub FC Genua. »Ich denke, dass sich da bald was tut«, sagt Krösche. Da Younes nur vom SSC Neapel ausgeliehen ist, wird die Eintracht keine Ablöse erhalten, sondern lediglich das Gehalt für die nächsten sechs Monate sparen.

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