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Bezirkstitel werden nicht vergeben

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Ruppertsburg. »Die Leute kommen gerne hierher zu uns.« Christian Lind muss es wissen. Als Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins (RuF) Laubach stellt er jedes Jahr wieder (nur unterbrochen durch eine einjährige Corona-Pause) die Beliebtheit des Reitturniers in Laubach-Ruppertsburg fest. In Zeiten schwindender Resonanz derartiger Reit-Veranstaltungen geht das turnusgemäß Ende August angesetzte Turnier nach wie vor über drei Tage und können sich Lind und sein Team dank der Unterstützung örtlicher Vereine nicht über eine mangelnde Helferschar beschweren.

Und nach drei von der Witterung höchst unterschiedlichen Tagen war beim zufriedenen Fazit der Wermuts-Tropfen leichter zu verkraften. Denn die für Ruppertsburg angesetzten Bezirksmeisterschaften der Mannschaften im Reiterbund Oberhessen-Mitte konnten nicht durchgeführt werden. »Es ist schon tragisch«, befand OHM-Vorsitzender Christian Dahl. Denn nur zwei Mannschaften hatten sich gemeldet, vier Teams sind das vorgegebene Minimum zur Titelvergabe. Dahl hat die Chroniken durchgeblättert und festgestellt, dass das oft propagierte Reiten als Mannschaftssport schon in den vergangenen Jahren hierzulande nur sehr unzureichend umgesetzt worden ist. Dieser Negativtrend habe beim gleichzeitig angesetzten Finale des Oberhessen-Mitte-Cups ebenfalls durchgeschlagen.

Dort gab es allerdings Sieger und Platzierte. Beim OHM-Team-Cup (bei dem jeweils vier Einzelreiter einen Wettkampf bestreiten) setzte sich der RFV Horlofftal Hungen mit 78 Punkten vor dem RFV Reiskirchen (58) durch. Im Mannschafts-Cup Dressur (eine Addition von Ergebnissen einer A-Prüfung) war der RFV Reiskirchen (60) vor dem PSC Buseck Luisenhof (35) und dem RFV Grünberg (34) erfolgreich. Im Mannschafts-Cup Springen siegte der RFV Lich (58) vor dem RSC Ruttershausen (56) und dem RSC Hungen (54). Das Einzel-Finale im OHM-Cup ist am nächsten Wochenende in Grünberg angesetzt, genauso wie die Bezirksmeisterschaft Dressur. Zwar sei auch in Laubach ein Rückgang an Nennungen festzustellen, doch diese würden dann durchweg wahrgenommen, berichtete Christian Lind.

Und so boten die 33 Prüfungen ein buntes Kaleidoskop des mittelhessischen Reitsports. Die Siegerschleifchen der vier M*-Prüfungen gingen durch die Bank an »auswärtige« Starterinnen und Starter: Zum Auftakt war Vanessa Zöller vom RFV Niederzeuzheim auf Crokant erfolgreich. Bei der zweiten M*-Konkurrenz feierte Heiko Schmidt (Wetterauer RV Friedberg) einen Doppelerfolg auf No Matter und Harly und folgte Lokalmatador Peter Kress auf Carino Blue auf Rang drei. Bei der dritten (mit Joker) setzte sich Philipp Konrad (RV Philippshof Gräfenhausen) auf Carlson durch und belegte Peter Kress auf Coco Blue den zweiten Platz. Und im Stechen der abschließenden M*-Prüfung strahlte Katharina Böhme vom RV Oberscheld auf Night Wonder als Siegerin.

Jäger steigt für Kopp in den Sattel

Interessant am Rande, dass Carsten Jäger wieder einmal in den Wettkampf-Sattel gestiegen war. Der frühere Spitzen-Reiter aus Reiskirchen war für seine verhinderte Schwester Andrea Kopp eingesprungen und verschaffte so Sambucco weitere Wettkampferfahrung. Mehr als ein dritter Platz bei einer L-Prüfung sprang für das Duo aber nicht heraus.

In den Dressur-Wettbewerben setzte sich in einer L*-Prüfung Elke Rudrich vom RFV Horlofftal Hungen auf Halicanto vor dem Licher Burkhard Balser auf Royal Sun durch. Das Siegerschleifchen einer Dressurreiterprüfung L* ging an Alicia Nau (RFV Lich) auf Vitolo. Eine A*-Konkurrenz sah Janine Seibert (RFV Reiskirchen) auf Donna Diora vor Lokalmatadorin Tamara Lind auf Sangreal. In einem E-Wettbewerb war Lilli Engel vom RFV Holzheim/Grüningen auf St. Anton erfolgreich. Bei den Reiter-Wettbewerben der Anfänger verdienten sich die beiden Laubacherinnen Lenya Stamm (auf Janell) und Nanouk Paul (Dancer Flowerboy vom Forsthof) Siegerschleifchen, genauso wie Mia Franz (RFV Lich) auf May Ellen. Einen A*-Mannschaftswettbewerb der Dressur gewann der RFSV Wächtersbach vor dem Team des RSF Reiskirchen.

Eine Mannschaftsspringprüfung A* war Sache des RSC Ruttershausen mit Lisa Dirk/Ratina, Nadine Flemming/Valpolichella, Timo Weimer/Firocco und Saskia Lorenz/Limbothella vor den Mannschaften Gefähr-Lich und RSC Hungen. Ganz vorne in Springprüfungen waren auch: In einem A*-Stilspring-Wettbewerb Lena Habermehl vom RFV Lich auf Inga (neben zwei zweiten Plätzen), in einer A**-Springpferde-Konkurrenz Janina Klingelhöfer (RV Röthges) auf Cormestro sowie in einem A**-Springen Anne Brand vom RFV Mücke auf Monte Bella. Sie kamen an diesem Wochenende ganz besonders gerne nach Laubach-Ruppertsburg.

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