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Bollwerk mit zu vielen Rissen

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Im Luftduell um den Ball rasseln Marcel Safiew (rot) und der Frankfurter Elias Baum gegeneinander. Foto: Bär © Bär

Waldgirmes. Die Befürchtung von Fußball-Hessenligist SC Waldgirmes, im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt U21 heftig unter die Räder zu geraten, ist mit der 0:3 (0:1)-Niederlage unbegründet geblieben. Die Hoffnung, im Abstiegskampf Boden gut zu machen, allerdings auch.

SC Waldgirmes - Eintr. Frankfurt II 0:3

Es war eine über weite Strecken schwache Partie. Ganze zwei Torszenen galt es vor der Pause zu bestaunen. In Minute 16 servierte Frankfurts Daniel Dejanovic einen Freistoß aus dem linken Halbfeld nach innen, der an Freund und Feind vorbei zum 0:1 ins lange Eck trudelte. »Es ist schon ärgerlich, dass wir durch ein so billiges Tor in Rückstand geraten sind«, wusste SC-Trainer Mario Schappert. Sechs Minuten später kam es zur ersten und einzigen echten Waldgirmeser Torchance der Partie. Gian Maria Olizzo steckte auf Torjäger Felix Erben durch, der im ansonsten fast vollkommen beschäftigungslosen Eintracht-Schlussmann Simon Simoni seinen Meister fand.

Wenn die Gäste den Ball hatten, was beinahe ständig der Fall war, dann errichteten die Gastgeber vor ihrem Kasten einen Fünfer-Abwehrkette und postierten vier Mann davor. In diesem Netz verfing sich der ideenlose Ligaprimus häufig. Im Prinzip zu häufig, denn Flügelspiel oder Schüsse aus der Distanz, an sich probate Mittel, um das Bollwerk zu knacken, gehörten kaum zum Repertoire des künftigen Regionalligisten.

Auch spielerisch war der Auftritt des kommenden Meisters enttäuschend. Die Kehrseite der Medaille war freilich, dass der Auftritt der Gastgeber nach vorne viel zu mutlos ausfiel. Planlose, lange Bälle auf Felix Erben waren zu wenig. »Wir wollten dem Gegner auch mit Standardsituationen weh tun, aber genau das taten die«, sprach Mario Schappert einen wichtigen Punkt an. Tatsächlich führte ein weiterer Standard, nämlich eine Ecke, in der Konsequenz zum 0:2 durch Maximilian Brauburger (63.). Was war eigentlich mit Waldgirmeser Standardsituationen? Rein gar nichts! Acht Ecken oder Freistöße aus dem Halbfeld segelten nach innen, ohne dass auch nur die geringste Torgefahr entstand. Brauburger, zuletzt Linksverteidiger, nutzte seine ungewohnte Position auf der offensiven linken Außenbahn der Gäste in Minute 69 zum 0:3-Endstand.

»Das, was wir heute gezeigt haben, war ordentlich, aber nicht viel mehr. Wir machen jetzt schnell einen Haken an die Sache und konzentrieren uns auf die kommenden, extrem wichtigen Spiele im Abstiegskampf«, erklärte Mario Schappert. Damit sein Verein, immerhin Nummer drei der »Ewigen Hessenligatabelle«, nach nur einem Sieg aus den letzten elf Punktspielen endlich wieder dreifach punktet.

SC Waldgirmes: Buss - Safiew, Cost, Schmidt, Fries, Olizzo - Fürstenau (83. Glasauer), Max Schneider (70. Hartmann), Golafra, Bartheld (70. Cinemre) - Erben (83. Tega).

Eintr. Eintracht II: Simoni - Schröder, Wachs, Fisher, Baum (81. Schäfer) - Alikhil (76. Kolbe), Dejanovic - Brauburger, Cassanati (63. Bobson), Loune (70. Ghotra) - Nacho Ferri Julia (70. Amiri).

Tore: 0:1 Dejanovic (16.), 0:2 Brauburger (63.), 0:3 Brauburger (69.). - Schiedsrichter: Loschke (Kassel). - Zuschauer: 600.

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