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Bremond als Mann ohne Nerven

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Wetzlar (flo). Es ist vollbracht! Erst erledigten die Drittliga-Handballer der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen U 23 die eigenen Hausaufgaben - wenn auch mehr schlecht als recht. Mit Ach und Krach mühten sich die Grün-Weißen beim Vorletzten HSC Bad Neustadt zu einem 27:26 (13:13)-Auswärtserfolg. Dann spielte auch noch die Konkurrenz mit. Das Resultat:

Die Truppe von Andreas Klimpke hat den vorzeitigen Klassenerhalt in der Tasche.

HSC Bad Neustadt - Dutenhofen/M. 26:27

Weil der TV Gelnhausen die HSG Rodgau Nieder-Roden mit 33:21 besiegte, steht fest, dass Dutenhofen/Münchholzhausen die Saison mindestens auf Platz sechs beenden wird. Nieder-Roden kann zwar am anstehenden letzten Spieltag nach Punkten noch gleichziehen, hat aber den direkten Vergleich gegen die Grün-Weißen verloren.

Die hatten sich zuvor in Bad Neustadt in allen Belangen schwergetan. Nicht einmal die Siebenmeterquote passte. Gerade einmal die Hälfte ihrer Strafwürfe, drei von sechs nämlich, verwandelten die Gäste. Aber: Der wichtigste Siebenmeter saß. Jener, den Leon Bremond nach der Schlusssirene eiskalt zum entscheidenden 27:26-Siegtreffer ins Netz hämmerte.

Diesem finalen Wurf vorausgegangen war eine dramatische Schlussphase, in der Bad Neustadt 19 Sekunden vor Ende einen Fehlpass produziert hatte. Auf der Gegenseite setzte dann Rückraumakteur Ole Klimpke Kreisläufer Malvin Werth in Szene, der zwar die Chance vergab, aufgrund des Gegnerkontakts aber einen Siebenmeter erhielt.

»Man kann sicher darüber diskutieren, ob das ein Siebenmeter war, aber eigentlich wird Malvin klar gefoult«, befand Klimpke. HSC-Coach Frank Ihl sah das etwas anders: »Wenn die Schiedsrichter aus der Halle gehen und nicht mal das Gespräch suchen, ist das für mich schon ein Zeichen, dass wohl irgendwas falsch gemacht wurde. Aber wir können es nicht mehr rückgängig machen.« Dass es so weit überhaupt gekommen war, hatte viel damit zu tun, dass die Handballer aus Dutenhofen und Münchholzhausen zu keiner Zeit ihre eigentliche Klasse aufs Parkett brachten. »Ich habe das Gefühl, dass einige bei uns nicht mit so viel Gegenwehr gerechnet hatten und es nur eine Frage der Höhe des Sieges war«, bemängelte Klimpke die Einstellung der Seinen. Das genügte anfangs trotzdem noch, um sich einen Vorsprung zu erspielen. So führten die Gäste mit 8:4 (17.) und 11:8 (22.). Doch dann spiegelten sich die Defizite in Abwehr und Angriff zusehends auch in Zahlen wider. Bad Neustadt zog aufs Pausen-13:13 gleich.

Nach Wiederbeginn hielten die Grün-Weißen bis zum 19:19 (44.) Schritt. Dann zog der Gastgeber auf 22:19 (48.) davon - und verteidigte seine Führung. Immerhin blieb die Klimpke-Sieben dran. Rückraumspieler Tim Lauer drehte die Partie dann mit einem Doppelschlag - erst aus der zweiten Reihe, dann per Gegenstoß - zum 26:25-Vorsprung (58.) der Gäste. Einmal noch glich Bad Neustadt aus, ehe Bremonds Nervenstärke zwei Punkte aufs Konto der HSG hievte.

»Das war einfach nichts«, kritisierte Klimpke. Und dürfte sich am späten Sonntagnachmittag nach dem Sieg des TV Gelnhausen dann doch darüber gefreut haben, dass der mühsam erkämpfte Auswärtserfolg den sicheren Klassenerhalt bescherte.

Bad Neustadt: Rubner, Schmidl; Kleinhenz (3), Wolf (3), Kirchner (1), Hahn, Schröder, Buchmüller, Gerr (1), Rovcanin, Ilic (5), Herth (9/2), Susnjara (4).

Dutenhofen/Münchholzhausen: Rinn (31. - 53.), Kokoszka; Boczkowski, Opitz (2), Lindenstruth (3), Belter (1), Bremond (4/1), Lauer (4), Werth (1), Klimpke (9/2), Steinmüller (1), Okpara, Müller (2).

Schiedsrichter: Friedel/Herrmann (Zschorlau/Aue) - Zuschauer: 176 - Zeitstrafen: sieben (Kleinhenz/2, Kirchner, Gerr/3, Susnjara) - zwei (Lindenstruth, Müller) - Rot: Boczkowski (26., grobes Foulspiel), Gerr (54., dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 3/2:6/3.

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