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Da waren es nur noch drei

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Von: Christian Nemeth

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2022/23 für die Männerturner am Oberliga-Ball (h.v.l.): Ahmet Yaldiz, Tim Kordyaka, Philipp Bötz, Dominik Turudic, Moritz Mühlich, Christoph Müller; (v.v.l.): Julius Linnebaum, Halil Shala, Tizian Scheld, Max Arndt, Lennox Burghardt, Nico Schäfer, Coach Michael Müller. Es fehlen: Till Scheld und Eduard Giese. Foto: MTV Gießen © MTV Gießen

Gießen (cnf). Nur noch drei heimische Vertreter gehören zum diesjährigen Teilnehmerfeld der Herren-Basketball-Oberliga. Nach dem Abstieg von Lich Basketball II in die Landesliga steigen am kommenden Wochenende der MTV Gießen, der TSV Krofdorf-Gleiberg und die Gießen Pointers II in den Ring. Die Zielsetzungen des mittelhessischen Trios gestalten sich unterschiedlich, personell hat sich derweil an fast allen drei Standorten einiges getan.

Neu in der Klasse, die in dieser Runde einen stärkeren süd- statt mittelhessischen Einschlag aufweist, sind die Aufsteiger TV Babenhausen und MTV Kronberg II sowie Regionalliga-Absteiger TS Frankfurt-Griesheim.

MTV Gießen

Weiterhin Cheftrainer beim MTV Gießen ist Michael Müller, der in sein zweites Amtsjahr bei den Männerturnern geht, allerdings erstmals von Saisonbeginn an dabei ist, hatte er doch in der zurückliegenden Runde erst im Januar das Ruder übernommen.

Zum Trainingsauftakt lud Müller am 4. August, wobei anfänglich immer mal wieder Spieler urlaubsbedingt fehlten. »Das sind halt die typischen Dinge, die du in einer Amateurmannschaft erlebst«, schmunzelt der erfahrene Übungsleiter, der natürlich dennoch jedem Schützling seinen verdienten Urlaub gönnte.

Coach Müller ist zuversichtlich

Der Kader der Lahnstädter hat sich an einige Stellen verändert. Nicht mehr an Bord sind Onur Mehmed aus beruflichen Gründen sowie Orkun Mehmed, der zur neuen Regionalliga-Garde der Basketball Akademie Gießener 46ers gewechselt ist, zudem noch das eine oder andere Gesicht aus der zurückliegenden Spielzeit. »Ich habe mich aber frühzeitig umgeschaut nach neuen Spielern und hatte auch schon ein bisschen einen Plan im Kopf - das hat dann auch ganz gut geklappt«, blickt Michael Müller auf seine Kaderplanung zurück und betont zufrieden: »Ich denke, wir haben uns niveaumäßig nicht verschlechtert.«

Neu dabei sind etwa Small Forward Moritz Mühlich (Lich Basketball), den Michael Müller unter anderem aus gemeinsamen Krofdorfer Zeiten kennt, Guard Tizian Scheld (Gießen Pointers) sowie der ProB-erfahrene Shooting Guard Tim Kordyaka, der zuletzt für den TSV Krofdorf-Gleiberg auflief. »Wir haben, denke ich, einen ordentlichen Mix und einen guten Speed dazubekommen, was wichtig ist für den Basketball, den ich spielen möchte«, freut sich Müller, der darüber hinaus seinen Sohn Christoph Müller von der zweiten MTV-Garde in die erste Mannschaft lotsen konnte und aus dem gleichen Team zudem Max Arndt in den erweiterten Kader befördert hat.

Mit den durchaus namhaften Neuverpflichtungen, aber auch mit den noch verbliebenen MTV-Leistungsträgern der letzten Saison, sieht sich Müller gut für die kommenden Aufgaben gewappnet: »Zumal die zum Teil auch schon woanders zusammengespielt haben und alles gute Charaktere sind.«

Ein klassisches Saisonziel möchte Michael Müller vorab nicht unbedingt vorgeben, insbesondere da ungewisse Variablen, wie Corona und Energiekrise - und damit eventuell ungewisse Hallennutzungszeiten -, ihre Schatten auf die Saison werfen. Dennoch macht der Gießener Cheftrainer klar: »Im Normalfall, und wenn alle gesund bleiben, dann haben wir eine Mannschaft, die viele Spiele gewinnen kann.« Zumindest »etwas besser als letztes Jahr«, verrät Müller, würde er aber schon gerne abschneiden. In der Saison 2021/22 reichte es für einen sechsten Rang, allerdings mit nur zwei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Erstmal auf dem Court stehen wird der MTV am Sonntagabend (18 Uhr) beim Aufsteiger TV Babenhausen. »Die werden natürlich euphorisch sein und etwas Halligalli machen, nachdem sie einige Jahre in der Landesliga waren«, mutmaßt Müller, der auswärts dennoch ein erstes Erfolgserlebnis klarzumachen gedenkt.

TSV Krofdorf-Gleiberg

Auch in der Saison 2022/23 steht Sebastian Popovic an der Seitenlinie des TSV Krofdorf-Gleiberg. Ende August starteten die Wettenberger in die gemeinsame Saisonvorbereitung, allerdings, so der Coach, hatten sich die TSV-Korbjäger bereits über den Sommer hinweg individuell locker auf die neue Runde vorbereitet. Diese beginnt für die Krofdorfer am kommenden Sonnabend (17 Uhr) direkt mit einer Auswärtsfahrt zur ACT Kassel.

»Es hat sich personell viel verändert«, äußert sich Popovic vor dem ersten Kräftemessen in Nordhessen. Dabei spricht der TSV-Übungsleiter indes ausschließlich von Neuzugängen, abgewanderte Spieler hat er nämlich gar keine zu vermelden.

Unter den Neulingen fallen insbesondere Mario Kragulj (TSV Butzbach), Clement Fischer (nach längerer Pause, zuletzt TSG Wieseck) sowie Michael Sebbel (ACT Kassel) ins Auge. »Das sind drei gestandene Spieler, die auf jeden Fall auch in der Regionalliga spielen können«, freut sich der Wettenberger Cheftrainer, der außerdem zwei ältere Spieler reaktivieren sowie mehrere Nachwuchsspieler für das Seniorenteam gewinnen konnte. »Sie trainieren in erster Linie bei uns mit, bekommen aber vielleicht auch ein paar Kurzeinsätze«, so Popovic über die neuen Youngsters im Aufgebot. Zudem resümiert der TSV-Coach hinsichtlich seines Teams: »Die Hälfte der Mannschaft ist eine junge, wilde Truppe, die noch viel lernen muss. Die andere Hälfte ist ziemlich erfahren. Da haben wir eine gute Mischung.«

Nach einem vierten Platz in der zurückliegenden Oberliga-Saison erhofft sich Sebastian Popovic auch diesmal wieder einen Rang im vorderen Tabellendrittel. Dabei wirkt er, auch schon den ersten Spieltag gegen Kassel im Sinn habend, durchaus zuversichtlich, zumindest, wenn die Konzentration seiner Truppe stimmt: »Wenn man in der Oberliga seine eigenen Fehler minimiert, dann hat man gute Karten, die Spiele zu gewinnen.«

Pointers II: Ziel ist der Klassenerhalt

Gießen Pointers II

Die ProB-Reserve der Gießen Pointers gastiert zum Rundenauftakt am kommenden Samstag (17.45 Uhr) beim BC Neu-Isenburg II. Hierbei bereits in der vierten Saison auf der Trainerbank des Lahnstädter Oberliga-Teams sitzt Sherman Lockhart.

»Im Prinzip hat sich an unserer Ausrichtung nichts verändert: Wir wollen die jungen Spieler an das Herren-Oberliga-Niveau heranführen, damit sie ihre nächsten Schritte in ihrer Basketball-Laufbahn machen können«, umschreibt Lockhart die Grundmaxime für seine Farben und erwähnt zudem, dass es den vornehmlich jungen Pointers-Akteuren explizit zugestanden sein wird, »auch mal Fehler zu machen«.

Generell mutmaßt der Gießener Übungsleiter, dass es sein Team, das in der vergangenen Runde auf Platz sieben gelandet war, in der Staffel nicht leicht haben wird, ergänzt aber zuversichtlich: »Auch wenn es schwer wird, ist das eine Erfahrung, die sich auszahlen wird.«

Einige Recken des letztjährigen Kaders sind auch diesmal wieder mit von der Partie. Mit dem ehemaligen 46ers-NBBL-Guard Tom Nitsche sowie Rückkehrer Michael Ebele (ACT Kassel) konnten die Pointers aber auch zwei neue Gesichter in ihren Reihen begrüßen. Insgesamt vier Gießener Oberliga-Akteure sind mit einer Doppellizenz für die JBBL- oder NBBL-Auswahl der Basketball Akademie Gießen 46ers ausgestattet, ergänzt werden die Pointers-Youngsters auch diesmal wieder von dem einen oder anderen Routinier, darunter Stephan Seibert sowie Fabian Bender. Die Vorbereitung auf die anstehende Spielzeit, so Sherman Lockhart, sei kurz gewesen: »Die Einheiten, die wir hatten, waren aber sehr gut. Inhaltlich sind wir gut vorangekommen.«

Zum Saisonziel der zweiten Pointers-Garde: Neben der Entwicklung der jungen Talente steht freilich auch der Klassenerhalt im Fokus. »Das wird ein sehr herausforderndes Jahr, aber wenn wir mit einer hohen Intensität spielen, dann ist einiges möglich«, ist sich Lockhart - der ferner den Prozess zur engeren Verzahnung mit der ersten Garde voranbringen möchte - sicher.

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