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Das Beste kommt wie immer erst zum Schluss

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Bei einer versemmelten 5:2-Führung hat Patrick Loeper allen Grund, verärgert zu sein. © Bär

Klein-Linden. Der Modus mit Meister- beziehungsweise Abstiegsrunde brachte es in diesem Jahr mit sich, dass es in vielen Partien des letzten Kreisoberliga-Spieltages praktisch um nichts mehr ging. Was fröhliche Torfestivals mit sich brachte. 3:5, 4:3, 4:5 oder 7:3 sind nur einige der kuriosen Endergebnisse des vergangenen Wochenendes. Insgesamt 56 Mal schlug der Ball in den acht Spielen in den Toren der bedauernswerten Keeper ein.

Den Vogel schoss aber ausgerechnet eine Begegnung ab, in der es durchaus noch um Punkte für die Abstiegsrunde des kommenden Jahres ging. Am Ende einer spektakulären Partie trennten sich der TSV Klein-Linden und der ASV Gießen an der »Linneser« Pfingstweide mit einem 7:7-Remis.

Dass am Sonntag eine Partie der besonderen Art im Gange war, darauf ließen schon die ersten beiden Treffer des Tages schließen. Bereits nach zwölf Minuten hatten beide Mannschaften schon je ein Eigentor zum 1:1-Zwischenstand produziert. Und recht torreich ging es auch im Anschluss weiter, doch drückten hauptsächlich die Gastgeber dem Spiel zunächst ihren Stempel auf. Mit einer 4:2-Führung ging der TSV in die Kabinen. Und nachdem Eike Schneider nur fünf Minuten nach dem Wechsel auf 5:2 erhöht hatte, schienen drei wichtige Konto auf das Konto der Truppe von Patrick Loeper zu wandern.

»Zu diesem Zeitpunkt habe ich keinen Pfifferling mehr auf uns gesetzt«, berichtete Björn Watzke. Und der Teammanager des ASV Gießen holte noch weiter aus: »Seit ein paar Wochen ist die Luft bei uns raus, ehrlich gesagt hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon mehr als fünf Gegentreffer kassiert haben müssen. Aber das Spiel entwickelte dann eine ganz seltsame Eigendynamik, war ohnehin geprägt von Fehlern auf beiden Seiten. Jeder Ball wurde irgendwie zu einer Torchance.«

Und jeder Ball, der zu Stürmer Lukas Pandera kam, wurde ab Minute 58 zu einem Tor. Dem 3:5 ließ der 34-jährige Routinier nur 60 Sekunden später das 4:5 folgen, wodurch eine ohnehin schon verrückte Partie noch verrückter wurde. Auf die Aufholjagd des ASV und die Treffer des ehemaligen Verbandsliga-Stürmers hatte Klein-Linden nämlich zweimal die richtige Antwort parat. So gelang Peer Ottenheim nach 66 Minuten das 6:4 und nach Panderas drittem Treffer zum 5:6 (68.) Patrick Walldorf - selbst ehemaliger ASVler - das 7:5 (73.). »Und jedes Mal habe ich gedacht, dass es das doch jetzt gewesen sein muss«, berichtete TSV-Trainer Patrick Loeper.

War es aber nicht, da Pandera nur zwei Minuten nach dem 5:7 zum vierten Mal zuschlug und sein Team auf 6:7 heranbrachte. Und dass Murat Gedik nach 85 Minuten dann sogar noch das 7:7 gelang und letztlich keine der Mannschaften den Platz nach einer spektakulären Partie als Verlierer verlassen musste, passte letztlich dann doch ins Bild. Dennoch zeigte sich Patrick Loeper ob des Spektakels und der verspielten klaren Führung »not amused«, da auch jeder weitere Punkt seinem Team gutgetan hätte. »Irgendwie war das Spiel ein Spiegelbild unserer Saison. Wir haben lange Zeit so gut gespielt, dann aber reihenweise Geschenke verteilt und den Gegner zu den Toren förmlich eingeladen. Dabei war der Gegner am Boden, wir hätten locker zehn Tore machen müssen«, ärgerte sich Loeper, der noch ergänzt: »Oftmals haben wir uns offensiv nicht belohnt. Da hatten wir gute Chancen, ehe der Gegner dann die Tore gemacht hat. Heute treffen wir so oft und gewinnen trotzdem nicht. Wahnsinn, wie viele Punkte wir in der Hinrunde verschenkt haben. Sicherlich haben uns immer wieder viele wichtige Spieler gefehlt, aber man sieht ja an unseren Leistungen, dass wir nicht in den Tabellenkeller gehören.«

Für den neutralen Beobachter haben der TSV Klein-Linden und der ASV Gießen mit ihrem 7:7 aber eine große Show geliefert und den fröhlichen Torfestivals des letzten Kreisoberliga-Spieltages wahrlich die Krone aufgesetzt.

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Björn Watzke © Lena Wereschinski

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