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»Das ist gelebte Integration«

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Schöne Ehrung für die Skyliners: Innenminister Peter Beuth (links) und HFV-Präsident Stefan Reuß (rechts) mit Christian Diebel und Alireza Mohammadi. © cdi

Gießen (cdi). Die Gießen Skyliners sind eine Hobbymannschaft, die ab kommenden Samstag wieder in der Bunten Liga Gießen unterwegs sein wird. Doch viel mehr als das: Im Jahr 2010 als Studentenmannschaft gegründet, hat die Truppe um die Organisatoren Christian Diebel und Vincent Renken sich mittlerweile auch integrativ engagiert. Neun junge Männer, die als unbegleitete minderjährige Ausländer aus Eritrea, Syrien, Afghanistan, und Somalia nach Deutschland gekommen sind, sind mittlerweile Teil der Mannschaft.

Aber auch zwei Austauschstudenten aus Kolumbien und Palästina gehörten bereits dazu. Dazu kommen neben einigen türkischstämmigen Menschen aktuell noch eine Südafrikanerin und ein Nigerianer, die beide als Doktoranden an der Uni Gießen tätig sind.

Am vergangenen Samstag kam der Lohn für dieses Engagement. Nachdem man im vergangenen Jahr schon mit dem Ehrenamtspreis der hessischen Landesregierung ausgezeichnet wurde, erhielten die Skyliners jetzt von der Stiftung FairPlay-Hessen den FairPlay-Preis. Die Veranstaltung im Sporthotel Grünberg, die neben der Ehrung auch als sogenannte Kick-Off-Veranstaltung zur FairPlay-Kampagne zur Heim-EM 2024 gedacht war, hatte viel zu bieten. HFV-Präsident Stefan Reuß dazu: »Wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland und vor allem auf die Spiele in Hessen. Diese großartige Veranstaltung möchten wir intensiv dafür nutzen, um für Fairness auf dem Platz und außerhalb des Platzes zu werben, so dass wir möglichst viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter finden, die dazu beitragen, dass wir ein gewaltfreies Fußballfest feiern und diese Attribute auch gemeinsam in die Zukunft tragen.«

Weiterhin berichteten die Verantwortlichen von den bisherigen Aktionen der Stiftung und warben dafür, sich als Netzwerkpartner anzuschließen. Die Anzahl derer beträgt fast 500 im ganzen Bundesland. In Grünberg fand zudem eine Podiumsdiskussion, u.a. mit Innenminister Peter Beuth und Ex-DFB-Schiedsrichter Lutz Wagner statt, die sich der EM 2024 und den Dingen, die passieren müssen, um für mehr Fairness zu sorgen, widmete. Danach gab es die Preisverleihung. Neben dem Sepp-Herberger-Preis, der an Aktionen bezüglich Corona und Digitalisierung ging, war dann der FairPlay-Preis dran. Dieser ging, neben Dauergast Teutonia Köppern, auch an die Skyliners. Teamorganisator Diebel wurde an diesem Abend von Mitspieler Alireza Mohammadi begleitet. Er ist einer der ersten Geflüchteten gewesen, die sich den Skyliners im Jahr 2016 angeschlossen hatten. Auch er freute sich sichtlich bei der Preisübergabe, bei der die beiden Abgesandten über ihre integrativen Aktivitäten berichteten. »Das ist gelebte Integration« hieß es daraufhin aus dem Saal. So ist es.

»Wir freuen uns wahnsinnig, in diesem Rahmen einen solchen Preis zu erhalten«, fasste Christian Diebel zusammen. Zu der Auszeichnung gehören unter anderem ein Scheck mit einer kleinen finanziellen Unterstützung, eine Trophäe und eine Urkunde, dazu ein Korb voller Geschenke der Stiftung, zu denen unter anderem auch ein Spielball gehört.

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