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Das war’s im Waldstadion

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Zwei Mann waren wir noch und du gibst Rot? Michael Fink beschwert sich über dien gegen Marian Sarr wegen angeblicher Notbremse verhängten Platzverweis. © Ben

Gießen . Ein beherztes Einsteigen ins Mann-gegen-Mann-Duell von Kapitän Nikola Trkulja nahe der Mittellinie, dann war Schluss: So endete das letzte Heimspiel des abgestiegenen FC Gießen in der Regionalliga Südwest. Eine Woche nach der 0:2-Niederlage bei RW Koblenz, durch die die Restchance auf den Klassenverbleib erloschen war, unterlag der FCG der TSG Hoffenheim II in sportlich unspektakulären 90 Minuten mit 1:

2.

»Wir haben in Unterzahl nicht viel zugelassen, die Jungs haben alles gegeben. Bis zur Roten Karten waren wir ganz gut drin, beide Mannschaften hatten ihre Chancen. Zu zehnt mussten wir unheimlich viel laufen und investieren. Schade, dass nicht zumindest ein Punkt herausgesprungen ist. Das hätte der Moral gut getan«, resümierte Trainer Daniyel Cimen.

FC Gießen - TSG Hoffenheim II 1:2

Der Bundesliga-Nachwuchshatte vor 320 Zuschauern durch Nick Proschwitz die erste dicke Gelegenheit, doch Aykut Öztürk klärte in höchster Bedrängnis (4.). Auf der anderen Seite konnte 60 Sekunden darauf Dennis Owusu ein starkes Solo nicht krönen. Gießen war ordentlich im Spiel und ging in der 16. Minute in Front. Die Flanke von Ryunosuke Takehara landete bei Takero Itoi, dessen Abschluss vom Hoffenheimer Max Geschwill entscheidend abgefälscht wurde. Trkulja und Ko Sawada verzeichneten anschließend zwei Torschüsse, ehe sich Innenverteidiger Marian Sarr im Aufbau einen kapitalen Ballverlust leistete und Nick Breitenbücher mit einem Foul stoppte. Der Unparteiische erkannte auf Notbremse und schickte Sarr mit Rot vom Feld (25.), obwohl Michael Fink im Zentrum wohl noch in der Lage gewesen wäre, in die Situation einzugreifen.

Die Überzahl der Gäste war in der Folge nicht wirklich zwingend zu bemerken. Zwar hatte die TSG mehr vom Geschehen, fand aber kaum Lücken. Eine Ausnahme bildete gleich die 46. Minute nach Wiederbeginn im zweiten Abschnitt. Die Hausherren liefen in einen Konter, den Breitenbücher zum Ausgleich vollendete. Gießen schaffte es ansonsten, den Druck nicht zu groß werden zu lassen. Erst in der Schlussphase kam die U23 zu klaren Einschussmöglichkeiten. Gautier Ott beförderte die Kugel an den Querbalken (82.), bevor Löhe mit der rechten Pranke den Treffer durch Breitenbücher verhinderte (83.). Eine Zeigerumdrehung darauf war Löhe machtlos. Geschwill traf per Kopf zum 2:1 für Hoffenheim. Die Gelegenheit, die siebte Niederlage für die Cimen-Truppe zu verhindern, hatte in der Nachspielzeit Spielführer Trkulja auf dem Schlappen, aber Robin Szarka rettete für seinen geschlagenen Torhüter auf der Linie. Am kommenden Samstag verabschiedet sich der FC Gießen mit dem Gastspiel bei Hessen Kassel endgültig aus der 4. Liga. Viele Fragen ranken sich darum, wie es danach weitergehen wird. Das soll laut Notvorstand Turgay Schmidt in der Hessenliga der Fall sein, offen ist trotz Vertrags für die kommende Saison ferner die Zukunft des Trainers. »Ich fahre am nächsten Sonntag in den Urlaub. Es wäre schön, wenn ich das mit Planungssicherheit tun könnte - in die eine oder andere Richtung«, hofft Cimen selbst, bald Gewissheit zu haben. Das alles wird Nejmeddin Daghfous nicht mehr tangieren. Der Vertrag mit dem ehemaligen Zweitligaakteur ist, wie zuvor bei Giuseppe Burgio und Niclas Mohr, rückwirkend zum 30. April aufgelöst worden.

Auch Daghfous-Vertrag áufgelöst

Indes gab es am Samstagnachmittag am Rande ein Thema, das den Ärger von Daniyel Cimen, der sich dazu in gewohnt ruhiger und sachlicher Art äußerte, und seiner Schützlinge auf sich zog. Eine sehr kleine Gruppierung Gießener Fans hatte Plakate aufgehängt, auf denen der Mannschaft Wille und Kampf abgesprochen wurden. »Darüber bin ich enttäuscht. Das hat sicherlich gegen den FSV Frankfurt in der ersten Hälfte, ausgerechnet in einem sehr wichtigen Spiel, gestimmt, ansonsten kann man uns das über die gesamte Saison nicht vorwerfen. Dafür habe ich kein Verständnis. Ein Abstieg tut weh und ist nie schön, trotzdem sollten die Jungs fair bewertet werden«, lösten die Unmutsbekundungen dieser Anhänger Kopfschütteln beim Coach aus, der seiner Mannschaft nach dem Abpfiff sagte, sie müsse sich diesmal nicht beim Publikum bedanken. Die genannte Fangruppe hatte das Stadion jedoch bereits während des Spiels verlassen. Bereits vor Beginn der zweiten Halbzeit war Gießens Keeper Frederic Löhe beim Betreten des Rasens in einen kurzen Dialog mit dieser Handvoll Fans getreten, wobei er sein Missfallen über die Sprüche klar zum Ausdruck brachte.

FC Gießen: Löhe - Gaudermann, Fink, Sarr, Takehara - Trkulja, Münn (64. dos Santos) - Owusu, Sawada (36. Kling), Itoi (74. Sevim) - Öztürk (64. Fisher).

TSG Hoffenheim II: Noll - Szarka, Boras (66. Khan Agha), Geschwill - Hagmann, Casar (66. Zeller), Zaiser, Ott - Breitenbücher (88. Ludwig), Proschwitz (70. Kang), Boutakhrit (46. Gollnack).

Tore: 1:0 Geschwill (16./Eigentor), 1:1 Breitenbücher (46.), 1:2 Geschwill (84.). - Schiedsrichter: Meinhardt (Flieden). - Rote Karte: Sarr (25.). - Gelbe Karten: Trkulja, Itoi, Gaudermann / Geschwill, Zaiser, Gollnack. - Zu.: 320.

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