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Dem »Killer Guard« das Handwerk legen

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Gießen. Was geht noch für die Gießen 46ers? Nach dem - insbesondere in der zweiten Hälfte - überzeugenden Heimauftritt gegen die EWE Baskets Oldenburg (88:75) schöpft der Traditionsclub im Abstiegskampf der Basketball-Bundesliga einmal mehr neue Hoffnung. Da der Abstand zum »Rettenden Ufer« aber noch immer sechs Punkte beträgt (bei drei Spielen weniger), ist ein Sieg im Gastspiel bei den MLP Academics Heidelberg einmal mehr Pflicht.

Doch reisen die 46ers mit Personalsorgen nach Baden-Württemberg.

MLP A. Heidelberg - Gießen 46ers (Sa., 18 Uhr)

Denn mit Nuni Omot, Philip Fayne, JD Miller sowie Playmaker Kendale McCullum gingen gegen Oldenburg gleich vier Spieler mit Blessuren (Finger- oder Knöchelstauchungen sowie Rückenbeschwerden) vom Parkett. Dazu kommt der Langzeitausfall von TJ Williams. Zwar vermelden die Verantwortlichen so etwas wie eine leichte Entwarnung - das Quartett befand sich die gesamte Woche über im Mannschaftstraining - Restsorgen bleiben aber freilich bestehen. Dennoch hoffen die 46ers, dass sich die Fragezeichen bei den genannten Spielern bis zum Sprungball im SNP Dome in Luft auflösen werden.

Denn dass die 46ers gegen Heidelberg alles in die Waagschale werfen müssen, wissen die Lahnstädter nicht erst seit der bitteren 68:75-Hinspielpleite in der Osthalle. Das Team um Ex-46er Kyan Anderson, den es erst im vergangenen Februar (nach enttäuschenden fünf Monaten im Gießener Trikot) von der einen Unistadt in die andere gezogen hatte, feierte am Dienstagabend einen 71:65-Erfolg über die Frankfurt Skyliners. Mit einem weiteren Sieg über Gießen - und den dann 22 eingefahrenen Pluspunkten - wäre der Klassenerhalt des Aufsteigers so gut wie durch. »Heidelberg hat zahlreiche Akteure, die bewiesen haben, dass sie in dieser Liga punkten können«, hat Pete Strobl eine hohe Meinung über den kommenden Gegner.

Wie bereits in der gesamten Spielzeit führten auch gegen Frankfurt Brekkott Chapman mit elf Punkten, Robert Lowery (17) und Jordan Geist (19) die Heidelberger Farben zum Sieg. Die drei Topscorer der Academics generieren im Schnitt zusammen 40 Punkte und sind somit für die Hälfte des gesamten Scorings zuständig. Der Fokus der 46ers liegt dementsprechend insbesondere in der Defensive. »Es wird wichtig sein, dass wir bei der Verteidigung wirklich zusammenarbeiten, um eine Chance zu haben, sie zu bremsen«, weiß Strobl, wie man dem Trio Einhalt gebieten kann.

Insbesondere Jordan Geist dürfte den Strobl-Mannen noch in schlechter Erinnerung sein, hat doch der »Killer Guard« - wie der 24-Jährige als Teil des Teams der University of Missouri genannt wurde - den Gießenern im Hinspiel satte 28 Zähler eingeschenkt und dabei auch fünf Rebounds für sich verbucht. Nur schwer zu glauben, dass der US-Amerikaner - in der Spielzeit 2020/21 noch im ProA-Trikot der Gladiators Trier unterwegs gewesen - im vergangenen Sommer für die meisten Bundesliga-Vereine selbst noch ein Geist war, spielt er im Heidelberger Dress immerhin erst seine erste BBL-Saison.

Dennoch: Chancenlos reisen die Gießen 46ers nicht zu den Academics. Gelingt es den Lahnstädtern, die zweite Halbzeit der Oldenburg-Partie langfristig zu konservieren, sind zwei weitere Zähler auf der Habenseite nicht unrealistisch. Dann dürfen sie sich erst recht berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.

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