+
Brayon Blake wird nicht mehr im Trikot der Gießen 46ers auflaufen.

Vertragsauflösung

Der Beste ist schon wieder weg

Brayon »BJ« Blake und der Basketball-Bundesligist Gießen 46ers gehen ab sofort getrennte Wege. Blake ist bereits in seine Heimat zurückgekehrt.

Gießen. Schwerer personeller Rückschlag für Basketball-Bundesligist Gießen 46ers. Wenige Stunden vor dem Duell gegen den Tabellenzweiten, den Telekom Baskets Bonn (18 Uhr, Osthalle), offenbarten die Verantwortlichen des fünffachen Deutschen Meisters das, was seit Tagen als Gerücht durch die Universitätsstadt waberte: Brayon »BJ« Blake, der mit Abstand Beste, den sie im ersten Drittel der Saison auf dem Feld stehen hatten, ist an der Lahn Geschichte.

Der Forward bat Geschäftsführer Sebastian Schmidt kurz nach der 75:82-Niederlage bei den Niners Chemnitz um die Vertragsauflösung. Schon zu Beginn der Woche räumte der 26-Jährige seine Wohnung leer und verschwand in Richtung seiner Heimatstadt Seattle. »BJ teilte mir mit, dass er psychisch und physisch aktuell und in absehbarer Zeit nicht mehr in der Lage sei, professionellen Basketball zu spielen, und er für seine Familie in den USA da sein müsse. Nach der erschütternden Nachricht von vor wenigen Wochen ist das nur allzu menschlich. Ich kann seine Entscheidung nachvollziehen. Somit haben wir uns auf eine Vertragsauflösung verständigt. Sportlich ist das für uns natürlich sehr bitter und eine weitere Hiobsbotschaft. Wir sondieren aktuell den Markt«, so Sebastian Schmidt in einer Pressemitteilung des Clubs.

Hintergrund: Blakes Bruder war vor rund vier Wochen in der Metropole im US-Bundesstaat Washington erschossen worden. Der 46ers-Profi war daraufhin in der Länderspielpause zwischen den Partien gegen Crailsheim (70:104) und in Oldenburg (75:72) nach Hause gereist. Gegen Ulm (76:87) und in Chemnitz war Blake aufs Feld zurückgekehrt, versprühte aber bei weitem nicht mehr die Leidenschaft wie vor dem Mord an seinem Bruder.

Brayon Blake stieß im Sommer vom türkischen Club Sigortam zu den 46ers und kam damit nach seiner Station bei den Löwen Braunschweig in der Spielzeit 2018/19 ins deutsche Oberhaus zurück. Die Frohnatur lieferte in zehn Spielen auf dem Court für die Mittelhessen in rund 27 Minuten Einsatzzeit 13 Punkte und 5,5 Rebounds ab. Dabei startete der US-Amerikaner neunmal. Mit 19 Punkten war er die prägende Figur beim unglücklichen Overtime-Showdown (64:71) in München.

Am Samstagabend gegen Bonn wird laut Coach Pete Strobl, für den der überraschende Abgang zur Unzeit kommt, noch keine Neuerwerbung für die 46ers auf dem Parkett stehen. Die aufgrund neuer Corona-Bestimmungen allerhöchstens 1001 Zuschauer werden mit TJ Williams, der in Chemnitz eine starke Premiere feierte, dennoch ein neues Gesicht begrüßen können.

Das könnte Sie auch interessieren