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Der »i-Punkt« jenseits des Bundesliga-Geschehens

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gispor_0909_hsg_ov_090922 © Red

Wetzlar. Wer sich oberflächlich mit der Bundesliga-Geschichte der HSG Wetzlar befasst, könnte meinen, dass diese nur aus zwei Trainern bestanden hat. Einmal Velimir Petkovic, der nach dem Aufstieg 1998 bis 2004 den Grundstock für die weitere Erstliga-Zugehörigkeit legte, und dann Kai Wandschneider, der in den Jahren von 2012 bis 2021 für besondere Glanzpunkte sorgte.

Es ist erstaunlich, wie viele Übungsleiter neben diese beiden Konstanten auf der Trainerbank die sportlichen Geschicke der Grün-Weißen leiteten. Etwa Jochen Beppler.

Langgönser

Der am 30. August 1979 in Lich geborene Langgönser hatte ab Oktober 2010 zusammen mit Gennadij Chalepo als Nachfolger von Michael Roth das Sagen und schied im November 2011 wieder aus dem Amt. Jochen Beppler arbeitete zwar auch als Oberstudienrat für Englisch und Sport (an der Herderschule Gießen), konzentrierte sich aber schon früh auf Trainertätigkeiten.

Neben diversen Aktiven-Mannschaften bei den Frauen und Männern setzte er den Schwerpunkt auf die Jugendarbeit. Seit 2017 betreut der weiter in Gießen wohnende Beppler als Chef-Bundestrainer Nachwuchs beim Deutschen Handballbund die jüngeren Jahrgänge und ist seit dem vergangenen Sommer zusätzlich Co-Trainer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Hier fungierte er Ende vergangenen Jahres bei der Europameisterschaft als Co-Trainer von Markus Gaugisch.

Wie kam es zu Ihrem Engagement bei der HSG? Wer hat Sie verpflichtet?

Relativ einfach: Der Kontakt entstand damals über Ottmar Rompf und Rainer Dotzauer im Jahr 2009, nachdem dieser Michael Roth als neuen Trainer für die HSG verpflichtet hatte.

Was war das größte Negativerlebnis in Ihrer Zeit bei der HSG?

Ganz eindeutig der Todesfall eines Zuschauers beim Heimspiel gegen Melsungen. Sportlich gesehen war die schwierigste wie auch prägendste Phase sicherlich die Zeit von Herbst 2010 bis Frühjahr 2011. Der damalige Klassenerhalt war der Lohn einer großen Kraftanstrengung verschiedenster Menschen in Mannschaft, Aufsichtsrat und Umfeld!

Worüber haben Sie sich am meisten gefreut in dieser Zeit?

Sportlich gesehen waren die drei Auswärtssiege im Herbst 2010 bei direkten Abstiegskonkurrenten in Hamm, Dormagen und Hannover jeweils mit einem Tor sicherlich eine Art Lebensversicherung für den Klassenerhalt. Die damalige Mannschaft hatte tolle Charaktere und die Fanunterstützung insbesondere in Hamm und Dormagen war grandios.

Neben dieser unvergesslichen Zeit mit der Bundesligamannschaft, verbinde ich mit der HSG Wetzlar in dieser Periode allerdings auch den Start einer sehr schönen und erfolgreichen Zeit systematischer Nachwuchsförderung. 2012 haben wir mit großem Einsatz begonnen, mehrere Jahrgänge systematisch zu entwickeln, mit denen wir später vier Halbfinalteilnahmen um die Deutsche Meisterschaft in Folge feiern konnten. Das dabei zwei Deutsche Meisterschaften, eine mit dem Landesverband und eine als Verein heraussprangen, war der »i-Punkt« auf der viel bedeutsameren individuellen Entwicklung der Spieler.

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