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Der Traum vom kleinen Derby

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Frankfurt . Eine gute halbe Saison hat es gedauert, jetzt ist die U21 der Frankfurter Eintracht erstmals Tabellenführer der Hessenliga. Mit dem 2:1-Sieg gegen den SV Steinbach hat sich der Adler-Nachwuchs am stärksten Konkurrenten FC Gießen mit dem besseren Torverhältnis vorbeigeschoben. Der erste Platz der Hessenliga würde den direkten Aufstieg in die Regionalliga bedeuten, der zweite immerhin noch für eine Aufstiegsrelegation gegen Konkurrenz aus anderen Oberligen reichen.

Nach acht Jahren Pause, 2014 hatte die Eintracht ihre U 21 aus dem Spielbetrieb zurückgezogen, haben die Frankfurter in dieser Saison einen Neuanfang gewagt. Sportvorstand Markus Krösche hat endlich in die Tat umgesetzt, was sein Vorgänger Fredi Bobic immer nur in Erwägung gezogen, aber nie wirklich angepackt hatte. Seit August spielen die Frankfurter Talente in der höchsten hessischen Spielklasse. Und scheinen sich nach anfänglichen Eingewöhnungsproblemen dort nun auch durchzusetzen.

Vor der Saison war der Aufstieg nicht das erklärte Ziel, jetzt aber wird er angepeilt. »Wenn wir es schaffen, dann würden wir es natürlich gerne mitnehmen«, sagt Sportvorstand Krösche. Es sei eingetreten, was die sportliche Leitung »erhofft« habe. »Die jungen Spieler entwickeln sich im Erwachsenenfußball weiter«, sagt Krösche, »sie übernehmen tragende Rollen«. In der U 21 werden immer öfter auch Spieler aus der U 17 oder U 19 eingesetzt. Dabei ist es in diesem ersten halben Jahr ein großer Spagat für alle Trainer und den sportlichen Leiter im Nachwuchs, Ex-Profi Patrick Ochs, denn neben den Anforderungen in der Hessenliga, müssen viele Spieler neben schulischen und beruflichen Ausbildungen ja auch in der U 19-Bundesliga und in der U 19-Youth-League spielen. Das bringt viele an die Grenze der Leistungsfähigkeit. Die Trainer der U 21 (Kristijan Glibo und Alex Meier), der U 19 (Damir Agovic und Ervin Skela) und der U 17 (Helge Rasche und Kai Klingelhöfer) müssen immer wieder aufpassen, dass einzelne Spieler nicht überfordert werden. Bislang gelingt das in der U 21 und der U 17 gut, nur die U 19 macht Sorgen. Die A-Jugend, die sich in der Youth-League für die K.o.-Phase qualifiziert hat, steht aktuell auf einem Abstiegsplatz. Er mache sich »keine Sorgen« um einen möglichen Abstieg, sagt Krösche, »wir werden den Klassenerhalt schaffen.« Grundsätzlich liege das Augenmerk aber auf der Förderung der einzelnen Spieler. Bei der jüngsten Reise der Profis nach Japan konnten einige Talente aus dem Nachwuchs mit guten Leistungen bereits auf sich aufmerksam machen. Mittelstürmer und Torjäger Ignacio Ferri Julia, genannt »Nacho«, hat gerade einen Profivertrag unterschrieben. »Der Weg ist der richtige«, glaubt Krösche, »wir haben in einem Jahr schon viel geschafft.«

Ein weiterer positiver Effekt: Die U 21 wird vom Publikum angenommen, genau wie der Spielort in Dreieich. Im Schnitt kommen mehr als 1000 Zuschauer in den Sportpark. Bei einem Aufstieg würde zumindest für ein mögliches Spiel die Grenzen der schmucken Sportanlage, gelegen zwischen Sprendlingen und Langen, deutlich gesprengt. Ein Heimspiel gegen die Offenbacher Kickers, sollten diese in der Regionalliga verbleiben, müsste dann sicherlich in der großen Frankfurter Arena stattfinden. »Zukunftsmusik«, sagt Vorstandssprecher Axel Hellmann. Freilich. Ein »kleines« Fußballderby Eintracht gegen Kickers im Deutsche Bank Park hätte einen gewissen Charme.

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