1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Der verspätete, verdiente Lohn

Erstellt: Aktualisiert:

gispor020622-muedu-frauen_4c
Meister, Aufstieg, Gruppenliga: Die Frauen des SC Münchholzhausen/Dutenhofen feiern den Klassensprung. Foto: SC Münchholzhausen/Dutenhofen © SC Münchholzhausen/Dutenhofen

Nächstes Ziel »Gruppenliga«: Mit einem Jahr Verzögerung gelingt den Fußballerinnen des des SC Münchholzhausen/Dutenhofen die Kreisoberliga-Meisterschaft.

Münchholzhausen. »Sei wie der Fluss, der eisern ins Meer fließt. Der sich nicht abbringen lässt, egal, wie schwer es ist. Selbst den größten Stein fürchtet er nicht, auch wenn es Jahre dauert, bis er ihn bricht. Und wenn Dein Wille schläft, dann weck ihn wieder, denn in jedem von uns steckt dieser Krieger. Dessen Mut ist wie ein Schwert, doch die größte Waffe ist sein Herz« - Die ersten beiden Strophen des Liedes »Krieger des Lichts« der Band Silbermond stehen wohl symbolisch für die erste Frauenfußball-Mannschaft des SC Münchholzhausen/Dutenhofen. Als Kabinensong auserkoren, motivierte dieser den Kreisoberligisten, gab Kraft und spiegelte das wider, was das Team ausmacht.

Und vielleicht hatte auch dieses Lied seinen Anteil daran, dass die Mannschaft von Steffen Sellmann und Nouri Soudani unlängst die Meisterschaft und den Aufstieg in die Gruppenliga perfekt gemacht hat. Nach einem 2:2-Unentschieden gegen den SVP Fauerbach war der Titelgewinn am vorletzten Spieltag klar, standesgemäß verabschiedete sich das Team um Spielführerin Annike Boeder dann mit einem 10:2-Schützenfest gegen den TSV Hungen - dazu unter würdigen Rahmenbedingungen im Wetzlarer Stadion - aus der Klasse.

19 Spiele sind es nun saisonübergreifend schon, in denen der Sportclub keine Niederlage hat hinnehmen müssen. Schon in der vergangenen Spielzeit sah es danach aus, als könne der Aufstieg gelingen. Fünf Siege aus den ersten fünf Partien waren zumindest vielversprechend, ehe der coronabedingte Saisonabbruch kam. »Die Mannschaft hatte aber schon damals einen unheimlichen Erfolgshunger. Sie haben von mir dann einen Trainingsplan bekommen und diesen in Eigenregie umgesetzt, um sich fit zu halten. Das war natürlich ganz wichtig für den Neustart vor dieser Saison«, betont Sellmann und ergänzt, dass die Tatsache, dass die Mannschaft durchaus anspruchsvolles Training einfordert, auch ihn persönlich weiterbringt. »Es waren zwischen 18 und 27 Spielerinnen bei den Einheiten dabei. Es ist ein Glücksfall für mich, denn so kann ich meine erworbenen Kenntnisse vertiefen und muss mich akribisch vorbereiten. Denn wenn ich kein ordentliches Training geplant habe, sind die Mädels enttäuscht. Dann gibts auch mal Feuer für mich«, so der B-Lizenz-Inhaber lachend.

Ganz wichtig für den weiteren Saisonverlauf der »MüDus« war bereits Saisonspiel Nummer eins in der Hauptrundengruppe 2B, als gegen Hauptkonkurrent SG Kinzenbach durch ein Tor in der Nachspielzeit ein 3:3 gerettet wurde. Dank dieses Zählers und des verdienten 3:1-Erfolges im Rückspiel nahm Münchholzhausen/Dutenhofen vier Punkte mit in die Aufstiegsrunde. Und dort waren die Teams, die aus Gruppe 2A hinzustießen, letztlich nur ein Spielball des Sportclubs. Nach dem 5:1-Erfolg in Hungen und dem 6:0 in Fauerbach reichte am vorletzten Spieltag ein Remis im Rückspiel zum Aufstieg. Und das wurde es beim 2:2 auch, obwohl es nach zwischenzeitlicher 2:0-Führung nochmal eng war. Aber am Ende stand der nötige Punktgewinn. »Garant für die Meisterschaft war der Zusammenhalt von Mannschaft und Trainerteam. Auf dem Platz haben alle offensiv, aber auch defensiv gedacht und nach 19 Spielen ohne Niederlage haben wir uns den Aufstieg denke ich auch verdient«, so der Coach.

In die nahe Zukunft schauen sie beim Sportclub äußerst positiv. Der Kader bleibt für das nächste Jahr weitgehend zusammen, einzig Lisa Teuscher und Anna Hartmann verändern sich beruflich und ziehen weg. Schwer wiegt der Ausfall von Marlene Paul, die 21-Jährige riss sich gegen Fauerbach das Kreuzband und wird nun lange fehlen. »Wir haben aber einen breiten Kader und können das denke ich kompensieren«, so Sellmann. »Wir werden unsere Prinzipien auch in der Gruppenliga nicht ändern. Daher kann es sein, dass wir auch mal auf die Löffel bekommen, weil die Mannschaften stärker und das Spiel schneller werden. Aber wir wollen uns nicht hinten reinstellen, sondern denken offensiv und wollen immer nach vorne spielen.« Eine zusätzliche Motivation für die Mannschaft ist der neue Kunstrasenplatz, den der Sportclub bekommt. Die Vorfreude auf die Gruppenliga ist daher groß. Angst haben die Spielerinnen vor der neuen Klasse und den sportlichen Herausforderungen jedenfalls nicht. Wieso sollten sie auch? Als »Krieger des Lichts«.

Auch interessant