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Der vierte Streich

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Ball und Gegne rimGriff: Louis Goncalves (links) und der FSV Fernwald dominieren das Hallenturnier in Dutenhofen. Foto: Bär © Bär

Dutenhofen. Wer mit Hartmut Decher durch die Sport- und Kulturhalle Dutenhofen läuft, der sollte Zeit mitbringen. Der Mitorganisator des 35. Mittelhessen-Cups des heimischen Fußballclubs SC Münchholzhausen/Dutenhofen war der gefragteste Ansprechpartner an diesem Wochenende.

Immer wieder musste »der Otto«, gekleidet mit Vereinspullover und Trainingshose, den ein oder anderen Zuschauer begrüßen, das ein oder andere Thekenproblem lösen und natürlich ging sein Blick immer wieder in die Halle. Denn Decher wollte natürlich wissen, was »sein« SC so ablieferte. »Die Stimmung ist gut, die Besucher sind zahlreich und es fühlt sich fast wieder an wie vor Corona. Aber eben nur fast«, sagte »Otto«.

Das Turnier hatte in diesem Jahr nach pandemiebedingter Pause wieder alles, was zu einem guten Budenzauber gehört. Die rund 1000 Zuschauer, die sich über die drei Turniertage verteilt in die Sport- und Kulturhalle Dutenhofen einfanden, konnten Fußball der höchsten Güte genießen.

Am Ende besiegte nach einem packenden und torreichen Finale der FSV Fernwald den FC Cleeberg mit 4:3. Bereits der erste Turniertag bot hochkarätige Kantersiege, knappe Entscheidungen und vor allem eins: Hallenfußball vom Feinsten. Die Partien verwandelten sich mitunter zum Zielschießen, etwa beim 8:3-Kantersieg des FSV Fernwald gegen die SG Ehringshausen/Dillheim am Freitag. Aber für enge Begegnungen war ebenfalls gesorgt.

Der zweite Turniertag hatte reichlich Spielspaß zu bieten, doch zunehmend wurde es ruppiger. Beim Spiel des FC Gießen gegen Türk Ata Wetzlar gab es nach dem 2:2-Unentschieden noch einige Handgreiflichkeiten, wenngleich die Verantwortlichen versuchten, die Situation zu beruhigen. Dem vorhergegangen war eine Rudelbildung nach einer strittigen Entscheidung.

Ein Spieler des FC Gießen rempelte daraufhin den Schiedsrichter um. Beide hatten nach dem Spiel noch Gesprächsbedarf und klärten die Situation, eine rote Karte wegen Unsportlichkeit handelte sich der Gießener Spieler dennoch ein. Dass die Teams reichlich Lust auf Tore hatten, zeigte auch die Partie zwischen den Gastgebern von der SC Münchholzhausen/Dutenhofen und dem MTV Gießen. Die Gießener setzten sich am Ende mit 6:5 durch. An beiden Spieltagen rappelte es 176-mal im Kasten - im Durchschnitt sechs Buden pro Begegnung.

In die Endrunde am Sonntag zogen Tuba Pohlheim, der FC Cleeberg, der FSV Fernwald, der FC Waldbrunn, Türk Ata Wetzlar, der TSF Heuchelheim, der TSV Blicken und der SC Münchholzhausen/Dutenhofen ein. Spielerische Höhepunkte blieben im ersten Teil der Endrunde eher rar gesät. Einmal standen die Gastgeber im Fokus. Beim 5:1-Sieg gegen den FC Waldbrunn, als der Mannschaft von Coach Jan Hartmann nahezu alles gelang - nach dem fünften Gegentreffer war der Waldbrunner Schlussmann endgültig bedient über die Leistung seiner Teamkollegen.

Neben den Hausherren zeigte vor allem der FSV Fernwald, weshalb das Team die vergangenen drei Turniere vor der Pandemie klar gewann. Die Spieler marschierten ungeschlagen bis ins Finale durch.

Im ersten Halbfinale setzte sich der FC Cleeberg mit 3:2 gegen den SC Münchholzhausen/Dutenhofen durch. Der Gruppenligist dominierte über weite Strecken das Spiel, gab das Heft aber dann doch zu häufig aus der Hand. Die beiden Treffer von Enis Sefic auf Seiten der Hausherren und die Kaltschnäuzigkeit von Dominik Huisgen hielten die Partie lange offen. Mit seinem Doppelpack ebnete Kevin Weidner den Cleeberger Weg ins Finale.

In der zweiten Begegnung dominierte der FSV Fernwald klar gegen den FC Waldbrunn. Die Mannschaft aus dem Westerwald hatte gegen die spielstarke Truppe aus dem Landkreis Gießen keine Chance. Die Fernwalder gewannen mit 5:2. Jonas Schwabe, Agon Dervishi, Kevin Kaguah und zweimal Tom Woiwod netzten für die gelb gekleideten Kicker aus dem Nachbarkreis ein. Die Ehrentreffer für Waldbrunn erzielten Steffen Rücker und Kilic Görgülü.

Das Spiel um Platz drei entwickelte sich zum Neunmeterkrimi zwischen dem FC Waldbrunn und dem SC Münchholzhausen/Dutenhofen. Beide Teams netzten dreimal ein, vergaben dann doppelt, um dann wieder zweimal zu treffen. Beim achten Neunmeter trat ein Spieler des FC Waldbrunn an und bugsierte den Ball in die Arme des Keepers. Münchholzhausens Khalid Ali Ahmed machte es besser und traf zum 6:5-Endstand nach Neunmeterschießen.

Im Finale hatte Gruppenligist Cleeberg das Spiel lange Zeit unter Kontrolle und schraubte mit den Treffern von Dominik Trivilino und dem Doppelpack von Justin Jordanek den Spielstand in die Höhe. Doch die Fernwalder waren spielgewitzter und fanden am Ende das probate Mittel. Louis Goncalves, Agon Dervishi und ein Doppelpack von Brian Mukasa drehten die Partie zum 4:3-Erfolg des FSV Fernwald, der nun zum vierten Mal in Folge das Preisgeld von 1200 Euro einstreichen konnte.

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