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Die Axt fürs Team

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Hüttenberg. Dass sich gegnerische Trainer in der Bewertung einer Partie einig sind, hat im Spitzensport eher Seltenheitswert. Meist überwiegt dann doch der Einfluss der jeweiligen Vereinsbrille, wenn die Übungsleiter die Darbietung der Akteure objektiv beurteilen sollen.

Bei der Analyse des 35:31 (18:14)-Heimsieges des TV Hüttenberg über den VfL Eintracht Hagen am Freitagabend herrschte indes allgemeine Einigkeit. Hagens Coach Stefan Neff erklärte, dass sein Team »nie für einen Sieg in Frage« gekommen sei. Und führte weiter aus: »Wir hatten zum Teil eklatante Aussetzer im Angriff und in der Abwehr. Da sind Sachen, die besprochen waren, so nicht umgesetzt worden. Gefühlt war die Niederlage noch deutlicher als das Ergebnis am Ende.«

Wie gefrustet der 36-Jährige angesichts der von ihm angesprochenen Defizite war, bekamen seine Mannen in einer Auszeit in der 34. Minute zu spüren. Hüttenberg hatte seine 18:14-Pausenführung nach schnellen Treffern von Dominik Mappes und Ryuga Fujita schnell auf 21:14 ausgebaut, als Neff im Timeout seinen iranischen Torjäger Pouya Norouzinezhad und insbesondere den griechischen Rechtsaußen Julian Athanassouglu lautstark anzählte.

Die Analyse des Hagener Coaches ersparte Wohlrab einen Teil seiner Einschätzung, da er mit der Neffs d’accord ging. Stattdessen verriet der 35-Jährige, wie sich seine Schützlinge vor der Partie heiß gemacht hatten: »Wir haben so ein Ritual, dass wir eine Axt übergeben von einem Spieler an einen anderen, der sich besonders in den Vordergrund gespielt hat. Heute hat Christian Rompf die Axt an das gesamte Team übergeben. Die Jungs sind danach als echte Mannschaft aufgetreten, das macht mich megastolz.«

Der 15. Saisonsieg war ein Zeichen von einer Hüttenberger Mannschaft, die zuletzt ins Straucheln geraten war. Vier Niederlagen hatten aus den vergangenen fünf Spielen quittiert werden müssen, Wohlrab sprach nach der 27:29-Heimniederlage gegen den HSC Coburg am Dienstagabend davon, nicht »in eine totale Negativspirale« hineingeraten zu wollen. »Wir mussten nach dem Coburg-Spiel einfach eine Reaktion zeigen, das waren wir uns und unseren Fans schuldig«, meinte TVH-Schlussmann Dominik Plaue, dessen Auftritt gegen die Südwestfalen sinnbildlich für die letzten Hüttenberger Wochen stand. Nach einer starken Hinrunde hatte Plaue in den beiden vorangegangenen Begegnungen in Lübeck und gegen Coburg seinem Torhüterkollegen Simon Böhne Platz machen müssen. »Das war ein Tief, was in meiner ersten Saison als Nummer eins aber vielleicht auch mal dazu gehört. Umso wichtiger war es, jetzt wieder so zurückzukommen«, gestand der Schlussmann hinterher. Plaue stand von Beginn an zwischen den Pfosten, parierte insgesamt zwölf Hagener Würfe in mitunter spektakulärer Manier und war seinem Team ein toller Rückhalt.

Doch nicht nur defensiv, auch offensiv zeigten die Hüttenberger am Freitagabend ein anderes Gesicht. Hatte Hendrik Schreiber gegen Coburg noch die »katastrophale Abschlussquote« bemängelt, waren die Gastgeber deutlich effektiver.

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