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Die Crux mit der Pause

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Erst recken, dann strecken: Auch für den Hüttenberger Torwart Finn Rüspeler dürfte es eine komplizierte Saison sein. © Bär

Wetzlar. Offiziell endete die Hauptrunde in den hessischen Handball-Ligen schon am vorletzten Februar-Wochenende. Aufgrund zahlreicher coronabedingter Spielabsagen hatte der Hessische Handball-Verband (HHV) aber bereits Ende Januar mitgeteilt, die Hauptrunden bis zum Wochenende 2./3. April zu verlängern, um den betroffenen Mannschaften ausreichend Termine für die Nachholspiele zu bieten.

Die Play-Off- bzw. Play-Down-Runden beginnen dann sogar erst am 23./24.April. Was für die heimischen Teams höchst unterschiedliche Planungen für die nächsten Wochen bedeutet, denn von komplett spielfreier Zeit über vereinzelte bis zahlreiche Nachholspiele ist praktisch alles vertreten.

Nur eine Partie hatte beispielsweise Männerhandball-Oberligist HSG Wettenberg nachzuholen, tat das allerdings bei einem Termin unter der Woche.

So beendete das Team von Trainer Axel Spandau seine Runde mit der 25:27-Heimniederlage gegen den TV Petterweil bereits am vergangenen Wochenende. Weiter in der Abstiegsrunde, in der vor allen Dingen die Gegner aus der Südstaffel ob zahlreicher Nachholspiele (Offenbach-Bürgel, Hanau II und Umstadt/Habitzheim haben noch fünf Partien auszutragen) noch völlig offen sind, geht es dann erst Ende April. Was für den HSG-Coach aber kein Problem darstellt. »Wir wissen, dass es für uns leider in die Abstiegsrunde geht. Das ist das Entscheidende. Die Gegner werden für uns dann ohnehin erst kurz vor den jeweiligen Spielen relevant werden«, betont Spandau, der zu den kommenden Wochen anfügt. »Wir machen jetzt erst einmal 14 Tage Pause, werden dann nochmal konditionelle Reize setzen und auch versuchen, spielerisch noch einiges zu tun!«

Am liebsten direkt durchgespielt hätte sicherlich Männerhandball-Landesligist TV Hüttenberg U23, der alle zwölf Partien in Gruppe eins der »Mitte-Staffel« für sich entschied und mit der Optimalausbeute in die Meisterrunde geht. »Aus meiner Sicht ist die Pause natürlich zu lang, bei lediglich drei, vier Wochen hätten wir auf jeden Fall durchtrainiert. So machen wir zwei Wochen Pause, ehe wir mit einer Art kleinen Vorbereitung und ein paar Freundschaftsspielen wieder einsteigen«, berichtet TVH-Coach Dirk Happel, der aber ergänzt. »Natürlich haben wir aber auch leicht reden, da wir gut durchkamen, vielleicht auch das nötige Glück hatten und kein Spiel verlegen mussten!«

Daran, dass sein Team »heiß und fokussiert« (Happel) sein wird, daran dürfte auch die Pause nichts ändern, Sorgen bereitet eher das aufgrund des späten Beginns logische späte Ende der Runde. »Unser letztes Spiel ist ja auf den 11. Juni terminiert. Da fängst du normalerweise schon die Vorbereitung für die nächste Runde an. Aber auch da müssen wir natürlich abwarten, wann es dann in der nächsten Saison starten soll«, so Happel.

Drei Spiele und damit die meisten in der Oberliga-Nordstaffel hat dagegen die erste Frauenmannschaft Hüttenbergs, die ihr letztes Spiel gegen Kirchhof II am 27. März bestreitet, noch auszutragen. Insgesamt gleich vier Partien mussten coronabedingt bislang verlegt werden. An eine Pause ist für das Team von Peter Tietböhl daher natürlich nicht zu denken, ohnehin hat der TVH-Trainer andere Sorgen. »Ich bin natürlich sehr unzufrieden mit der Situation, denn uns hat es diesbezüglich schon ziemlich gebeutelt. Zudem ist es zwar möglich, Spiele wegen aktiven Coronafällen zu verlegen, aber wir haben auch mit Long-Covid-Fällen zu tun, sodass uns einige Spielerinnen nicht zur Verfügung stehen«, weist Tietböhl darauf hin, teilweise Trainingseinheiten mit vier, fünf Damen durchzuführen, »um diese wenigstens in Form zu halten«.

Dass nun ausgerechnet noch die wichtigen Partien bei Fritzlar II und Böddiger in kurzer Folge anstehen, macht die Sache nicht leichter. »Leider sind Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft oft auch keine Option, da sie das Harz ja gar nicht gewohnt sind. Aber wir versuchen einfach, dass Beste daraus zu machen«, so der Hüttenberger Coach.

Und kaum hatte Tietböhl die Worte ausgesprochen, da musste tags darauf auch die für Sonntag angesetzte Partie in Fritzlar aufgrund eines neuerlichen TVH-Coronafalls verschoben werden.

Am 19. und 26. März hat auch Männerhandball-A-Ligist KSG Bieber noch zwei Partien auszutragen, die zudem für den weiteren Saisonverlauf noch von Bedeutung sind. Das Problem sieht der Spielertrainer des Staffel-Tabellenführers darin, dass die Saison spät startete, was nicht nur eine extrem lange Vorbereitung zur Folge hatte. »Diese hätte man bei einem regulären Start vermeiden können, und man wäre jetzt - selbst mit ausreichend »Spielverlegungspuffern« - mit allem durch und könnte in die Auf- und Abstiegsrunden starten«, beschreibt Moritz Leib, der den jetzigen Puffer aber als logisch und richtig ansieht, um die ganzen Nachholspiele noch unterzubringen.

Ein weiteres Problem sieht dieser aber auch darin, dass der spätere Start und die Pause auch automatisch eine längere Runde bis in den Mai, ja sogar Juni mit sich bringen. »Da ist normalerweise die spielfreie Zeit, die wurden von vielen schon frühzeitig für Urlaube verplant. Ich hoffe daher nicht, dass sich das auf den sportlichen Ausgang auswirkt!«, so Leib, der hofft, dass man »bei der Planung dazulernt und die nächste Saison nicht wieder erst im Winter beginnt!«

Ebenfalls noch zwei Spiele in der Hauptrunde auszutragen hat die HSG Kleenheim-Langgöns II in der Männerhandball-Bezirksoberliga. Da die Partien gegen Mörlen und Wettertal aber erst für Ende März/Anfang April terminiert wurden, befindet sich das Team von Trainer Julian Reusch aktuell in einer zweiwöchigen Pause.

»Wir haben wenig Sinn darin gesehen, jetzt komplett durchzutrainieren. Die Jungs sollen sich daheim ein wenig bewegen, der Halle jetzt aber mal fernbleiben. Dann starten wir wieder durch und nehmen die zwei restlichen Spiele auch als eine wichtige Vorbereitung auf die anstehende Meisterrunde«, betont Reusch, der danach zudem noch das eine oder andere Testspiel vereinbaren will, um in den richtigen Rhythmus zu kommen, ehe es ab Ende April um den Aufstieg geht.

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