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Die Eintracht und das Spiel ums Geld

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Frankfurt (pep). Den ersten »Matchball« hat die Frankfurter Eintracht vor zwei Wochen vergeben. »Nur« 2:2 gegen Royal Antwerpen. Damit fehlt den Frankfurtern im Zweikampf mit Olympiakos Piräus noch ein Punkt, um als Sieger der Gruppe D das Achtelfinale der Europa-League ohne den Umweg über Play-Off-Spiele direkt zu erreichen.

Der zweite »Matchball« bietet sich der Eintracht am Donnerstag (18.45 Uhr) bei Fenerbahce Istanbul. »Wir wollen unbedingt Erster werden«, sagt Sportvorstand Markus Krösche. Sportlich wie wirtschaftlich hat die Partie am Bosporus eine immense Bedeutung für den Klub. Finanzvorstand Oliver Frankenbach und Trainer Oliver Glasner fiebern gleichermaßen.

Dem Finanzchef würde der Gruppensieg 1,1 Million Euro plus der Siegprämie von 630000 Euro, also insgesamt 1,73 Millionen Euro zusätzlich in die Kasse spülen. Als Gruppenzweiter würde die Eintracht nur 550 000 Euro erhalten, ein Unentschieden im letzten Spiel wäre 210 000 Euro wert. Für den Trainer wäre der Gewinn der Gruppe gleichbedeutend mit dem Zugewinn an Trainingszeiten, deren Fehlen er in den letzten Monaten so oft beklagt hatte.

Schafft die Eintracht Platz eins würde es für sie am 10. und 17. März mit dem Achtelfinale weitergehen. Wird sie nur Zweiter, müsste sie am 17. und 24. Februar zwei Play-off-Spiele gegen einen Gruppendritten aus der Champions-League bestreiten. Zweifellos wäre dies ein hohe zusätzliche Belastung, die sich alle Beteiligten gerne ersparen würden. Mit einem Auge werden die Frankfurter dabei auch nach Antwerpen schielen.

Piräus Favorit

Dort geht Piräus gegen den bislang sieglosen Tabellenletzten als klarer Favorit ins Spiel, zumal Antwerpen wegen der Ausschreitungen im Heimspiel gegen die Eintracht ohne Zuschauer spielen muss. In Istanbul dagegen könnten bis zu 50000 Zuschauer ihre Mannschaft unterstützen. Das wäre eine erstaunliche Kulisse, denn wie für Antwerpen so geht es auch für »Fener« um keine sportliche Meriten mehr.

Özil-Team

Der Klub von Weltmeister Mesut Özil wird definitiv Dritter der Gruppe und im Frühjahr in der Conference-League weiterspielen. Der Eintracht würde auch ein Unentschieden genügen, selbst wenn Piräus mit einem Sieg gleichzieht. Dann käme der direkte Vergleich zum Tragen. Und die Frankfurter haben beide Spiele gegen Olympiakos gewonnen.

Die direkte Vorbereitung auf das Spiel ist erneut ein wenig ungewöhnlich, aber inzwischen durchaus gewohnt. Die Frankfurter, bei denen am Dienstag alle Spieler des Aufgebotes gesund und munter auf dem Platz standen, absolvieren das Abschlusstraining nicht, wie in Europa bei den allermeisten Klubs üblich, in Istanbul, sondern noch zu Hause.

Am Mittwochvormittag wird in der gewohnten Umgebung an der Arena trainiert, danach geht es am frühen Nachmittag mit einem Charterflieger in die türkische Metropole. Schon bei den Auswärtsspielen in Antwerpen (1.0) und Piräus (2:1) hat sich diese Vorgehensweise ja bewährt.

Verändern wird sich diesmal nur die Trikotfarbe. Bislang hat die Eintracht in allen Europa-League-Spielen ganz in schwarz gespielt, diesmal werden sie gegen die Blau-Gelben von Fener ganz in weiß antreten. So hat das die UEFA festgelegt.

Übrigens: Alle sieben Siege in dieser Saison, egal ob in der Liga (vier) oder in Europa (drei), haben die Frankfurter in schwarz errungen. In den roten Ausweichtrikots haben sie noch nie gewonnen, in weiß spielen sie zum ersten Mal in dieser Saison

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