1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Die etwas anderen Wege

Erstellt: Aktualisiert:

Waldgirmes (frl). Für den SC Waldgirmes geht es am Sonntag (15 Uhr) in der Glück-Auf-Kampfbahn am Zollweg beim SV Neuhof weiter. Die Lahnauer verstanden es in den ersten drei Spielen der Aufstiegsrunde der Fußball-Hessenliga, den durch den vorzeitig erreichten Klassenhalt zu befürchtenden Spannungsabfall in positive Energie umzusetzen und - mit Ausnahme der letzten halben Stunde beim Auswärtsspiel in Erlensee - überzeugende Vorstellungen abzuliefern.

SV Neuhof - SC Waldgirmes (So., 15 Uhr)

»Ich bin sowohl mit den Leistungen als auch der Punkteausbeute gegen diese starken Mannschaften absolut zufrieden«, hat SCW-Trainer Mario Schappert nichts zu kritisieren. Da passt auch der von sportlicher Fairness zeugende Umgang mit den rassistischen Beleidigungen eines Fuldaer Zuschauers beim letzten Heimspiel ins Bild. Der Verein hat inzwischen die von der Sportgerichtsbarkeit angefordert Stellungnahme zu dem Vorfall abgegeben.

Nun wartet mit dem Team vom Monte Kali der aktuelle Tabellenletzte der Aufstiegsrunde und damit eine Mannschaft, die »trotz des Tabellenstandes nicht unterschätzt werden darf, da sie eine starke Offensive hat, robust in die Zweikämpfe geht und gegen die wir wahrscheinlich selbst wieder mehr mit dem Ball anstellen müssen als zuletzt«, so Schappert. Die Neuhofer hatten in der Winterpause eine erhebliche personelle Fluktuation zu verzeichnen. »Ich hätte gerne mit dem Team weitergearbeitet. Wir haben dann aber aus verschiedenen Gründen vier Stammspieler und nahezu die ganze Ersatzbank verloren, da mussten wir notgedrungen reagieren. Jetzt sehen wir die restlichen Spiele schon als Vorbereitung für die nächste Runde«, stellt Alexander Bär, im dritten Jahr Trainer des SV, fest. Mit Edin Novakovic (Kroatien), Martin Mihaylov (Bulgarien), Jeong Jin Lee (Südkorea), Dimitrios Fytopoulos (Griechenland) und Elson Pllumbi (Schweiz) kommen einige der Neuzugänge aus dem Ausland. »Wir haben in Osthessen eine eher große Dichte an Hessenligisten, da sind wir finanziell und infrastrukturell die Außenseiter. Deswegen müssen wir andere Wege gehen.«

Dabei profitieren die Osthessen von ihrem überregionalen Netzwerk. Auf diese Weise kommen die Neuhofer immer wieder zu guten Spielern von weiter weg, die eine Arbeitsstelle angeboten bekommen und so auch für vergleichsweise geringeres Entgelt für den SVN antreten. Nachteil und Risiko dieses Ansatzes ist, dass die Spieler dann aufgrund der meist fehlenden sozialen Bindung zur Region und zum Verein diesen dann auch mal schnell wieder verlassen. »In der Jugend haben wir eine Spielgemeinschaft mit anderen Vereinen, die aber höchstens Kreisoberliga spielen. Die meisten Jugendlichen können oder wollen im Seniorenbereich auch nicht über diese Ligen hinaus, sodass wir leider kaum einen Juniorenspieler haben, der für uns in der Hessenliga die Schuhe schnürt«, ergänzt Bär. Ein Problem, dass die Waldgirmeser nicht kennen. Dort bildet die erfolgreiche Jugendarbeit das Fundament für die beiden Seniorenteams.

Auch interessant