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»Die Gruppe ist alles andere als leicht«

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Auf seine Paraden wird es bei der WM ankommen: Deutschlands Nationaltorhüter Andreas Wolff. Foto: dpa © dpa

Gießen. Am Mittwochabend startete die Handball-Weltmeisterschaft mit der Partie Frankreich gegen Polen, neben den Osteuropäern fungieren auch die Schweden als Gastgeber. Erstmals ins Turniergeschehen greift am Freitagabend die deutsche Nationalmannschaft ein, wenn dem Team von Trainer Alfred Gislason in ihrer Auftaktpartie um 18 Uhr Katar gegenübersteht.

Nach dem schwachen Abschneiden bei den letzten Großveranstaltungen ist aktuell schwer einzuschätzen, über welche Leistungsfähigkeit das deutsche Tam verfügt.

Welche Mannschaften die größten Chancen auf den WM-Titel besitzen und welche Rolle die deutsche Mannschaft spielen könnte, das haben wir bei Eike Schuchmann, Trainer des Männerhandball-Landesligisten HSG Lumdatal, in Erfahrung gebracht.

Deutschland startet in einer Viergruppe mit Katar, Serbien und Algerien in die Weltmeisterschaft. Wie würden Sie die Gruppe und die deutschen Aussichten einschätzen?

Man darf sich von den Namen nicht täuschen lassen. Die Gruppe ist alles andere als leicht, sollte aber auf jeden Fall machbar sein. Da drei Teams weiterkommen, sollte das eigentlich kein Problem darstellen, aber es geht ja auch um eine gute Ausgangsposition für den weiteren Turnierverlauf. Daher wird aus meiner Sicht entscheidend sein, wie die deutsche Mannschaft in das Turnier startet. Der ersten Partie gegen Katar kommt daher schon eine große Bedeutung zu, mit einem Sieg zu starten wäre tabellarisch und natürlich auch für die Stimmung wichtig.

Zu den Favoriten zählt die deutsche Mannschaft auch nach den Worten ihres Trainers Alfred Gislason ja nicht. Wie sehen Sie das Team, und was erwarten sie für die Vorrunde?

Die Favoritenrolle hat die deutsche Mannschaft sicherlich nicht inne, das sehe ich genauso. Mein Eindruck ist trotzdem, dass die Mannschaft insgesamt sehr homogen wirkt. Dennoch ist entscheidend, wie die Schlüsselspieler des Teams drauf sind. Welche Leistungen beispielweise Andreas Wolf im Tor zeigt oder Rückraumspieler Juri Knorr. Das dürfte ganz klar mitentscheidend für den Turnierverlauf sein. Vor allen Dingen wird es im Hinblick auf die dann folgende Hauptrunde ganz wichtig sein, dass Deutschland keine Punkte liegenlässt und möglichst vier Punkte in die nächste Runde mitnimmt.

Wer sind für Sie die WM-Favoriten, und welche Rolle könnte die deutsche Mannschaft spielen?

Da gibt es natürlich einige Kandidaten, aber ich habe Dänemark und Schweden ganz oben auf dem Zettel. Dänemark ist amtierender Weltmeister, die Schweden können zudem auf den Heimvorteil bauen. Beide Mannschaften verfügen zum einen über richtig starke Einzelspieler, haben aber zum anderen bei den letzten Turnieren auch ihre Qualitäten als Team gezeigt.

Wenn die deutsche Mannschaft es schafft, vier Punkte mit in die sich anschließende Hauptrunde zu nehmen, dann ist das Viertelfinale auf alle Fälle möglich und je nach Platzierung später auch das Halbfinale. Und wenn man die letzten Turniere betrachtet, die für den Deutschen Handball-Verband ja doch eher enttäuschend verliefen, wäre das aus meiner Sicht ein gutes Abschneiden und auf jeden Fall ein Erfolg.

mit Eike Schuchmann

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