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»Die Jungs haben Hunger«

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Von: Rolf Birkhölzer

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Daniyel Bulut ist stolz auf die jüngste Entwicklung seines Teams, warnt aber vor möglichen Leistungseinbrüchen. Foto: Bär © Bär

Fernwald. Was ist mit dem FSV Fernwald los? Der heimische Fußball-Hessenligist startete mit vier Niederlagen aus den ersten sechs Spielen, krebste einige Wochen auf den Abstiegsplätzen herum und feierte zuletzt eine Erfolgsserie. Seit sieben Spieltagen ist die Mannschaft von Trainer Daniyel Bulut nun ungeschlagen und ließ zuletzt mit dem 4:0-Sieg gegen Tabellenführer Türk Gücü Friedberg und am vergangenen Wochenende mit dem spektakulären 7:

1-Kracher beim TuS Dietkirchen aufhorchen. Grund genug, um beim Trainer, der nach seiner Fernwalder Zeit von 2010 bis 2012 im Sommer 2020 zum FSV zurückgekehrt war, nach den Ursachen für die Wandlung nachzufragen.

Daniyel, wie ist es nach dem schwachen Start zu diesem Umschwung gekommen?

Das muss man relativieren. Wenn man gewinnt, ist nicht alles gut, und wenn man verliert, nicht alles schlecht. Fußball ist ein Ergebnissport. Am Anfang musste sich die Mannschaft erst finden. Neuzugang-Torwart Pierre Kleinheider zum Beispiel hatte drei Jahre lang nicht gespielt, Elmir Muhic ist während der Vorbereitung gekommen und fiel - wie auch andere auch - mit Verletzungen aus. So mussten immer wieder Spieler ersetzt werden. Dabei war die Vorbereitung nicht so schlecht. Im ersten Spiel zuhause beim 1:3 gegen Steinbach waren wir 20 Minuten super im Spiel und geraten plötzlich in Rückstand. Und danach beim 2:3 beim FC Gießen haben wir am Punktgewinn gekratzt und haben erst in der 96. Minute durch einen fragwürdigen Elfmeter verloren. Die Unter-Flockenbacher, gegen die wir 3:0 gewonnen haben, haben danach neun Punkte geholt. Und in Stadtallendorf, gegen die bisher nur Friedberg gewonnen hat, kann man verlieren. Einige Niederlagen hätten auch Siege sein können.

Habt ihr nach der schwachen Startphase die Spielweise geändert?

Wir haben unsere Spielweise und auch das Training nicht geändert.

Neuzugang Tom Woiwod hat bisher schon zehnmal getroffen. Eine gute Verpflichtung, oder?

Tom ist eine Verstärkung. Er macht seine Sache gut und ist ein Vorbildfußballer. Er ist noch ein junger Spieler, der Potential hat, aber auch noch reifen kann. Dabei hatte er Möglichkeiten, sogar noch mehr Tore zu machen.

Wie kommt es, dass der FSV neben Tabellenführer Eintracht Stadtallendorf mit 34 Treffern die meisten Tore in der Hessenliga erzielt habt?

Unsere offensive Spielausrichtung bürgt dafür. Aber das täuscht etwas, denn wir haben allein elf Tore in den beiden letzten Spielen erzielt. Aber die Jungs machen das gut, kreieren Tormöglichkeiten und spielen viele Chancen heraus. Und sie haben Hunger darauf, Tore zu schießen.

Was ist im Fernwalder Spiel noch zu verbessern?

In jedem Spiel gibt es etwas zu verbessern. Wir müssen in manchen Situationen cooler bleiben und nicht so hektisch werden. Auch Phasen, in denen der Gegner stark ist, müssen wir ohne Gegentore überstehen.

Und was ist im weiteren Rundenverlauf noch zu erreichen?

Wir müssen weiter punkten, denn wir haben noch nichts erreicht. Die Liga ist sehr ausgeglichen, da kannst du mal schnell einige Spiele verlieren. Deshalb müssen wir bei sieben Absteigern so schnell wie möglich 50 Punkte holen.

mit Daniyel Bulut

(Trainer FSV Fernwald)

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