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»Die müssen sich stärker umstellen als wir«

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Thomas Böhme © Jenniver Röczey

Wetzlar (amp). Beim ungefährdeten 75:32-Erfolg gegen das Schlusslicht BG Hamburg war es vielleicht nicht so offensichtlich. Aber für Cheftrainerin Janet Zeltinger hat sich auch in dieser Begegnung, der letzten vor heimischer Kulisse in diesem Jahr, die Bedeutung von Thomas Böhme für die Mannschaft des Rollstuhlbasketball-Bundesligisten RSV Lahn-Dill gezeigt.

»Er bringt seine Führungsstärke auf das Feld und verstärkt unsere Verteidigung«, urteilte die Deutsch-Kanadierin nach dem Comeback des 31-Jährigen nach sechswöchiger Verletzungspause.

Thuringia Bulls - RSV Lahn-Dill (Sa., 18 Uhr)

Die »ganz andere Dynamik« des Weltklasse-Akteurs, so Zeltinger, werde auch nötig sein beim Liga-Spitzenreiter, wenn es am Samstag (um 18 Uhr in Elxleben) im Jahresabschluss zum Erzrivalen und Tabellenzweiten RSG Thuringia Bulls geht. Zwar entscheiden erst die Playoff-Spiele nach der regulären Runde über die Meisterschaft, aber gerade gegen den Hauptkonkurrenten auf nationaler Ebene steht für die Mittelhessen seit Jahren immer auch das Prestige und die Frage um die Vormachtstellung auf dem Programm. »Wir bereiten uns bestmöglich auf die Thüringer vor und freuen uns auf das Spiel«, sagt Zeltinger, während Kapitän Böhme im Gespräch mit dieser Zeitung unterstreicht: »Natürlich wollen wir auch bei den Bulls gewinnen.«

Herr Böhme, ist Ihre Verletzung endgültig verheilt? Was war es denn genau an der linken Hand?

Das Außenband am linken Daumen war abgerissen. Deshalb musste ich eine sechswöchige Pause einlegen. Seit etwas über einer Woche bin ich wieder im Teamtraining. Den Tape-Verband trage ich noch zur Sicherheit.

Und wie lief es nach der Verletzungspause im Spiel gegen Hamburg?

Ich bin gut reingekommen in das Spiel. Danach war meine Wurfquote nicht so berauschend. Aber das kann immer mal passieren. Ich muss aber erst einmal wieder reinkommen nach der Pause. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.

Ist die durch die ausgefallene Weltmeisterschaft letztendlich unnötige Spielpause im November eine große Belastung für die Mannschaft?

Da hat jede Mannschaft die gleichen Probleme gehabt. Wir sind, denke ich, ganz gut damit umgegangen. Natürlich ist es blöd, dass der Spielplan so gestückelt ist und wir im Dezember nur zwei Spiele haben. Aber wir gehen professionell damit um.

Die für diese Saison neuformierte Truppe des RSV scheint sich inzwischen gut gefunden zu haben?

Ja, die drei Neuen (Rose Hollermann, Ghazain Choudry und Matthias Güntner, Anm. de. Red.) haben sich schnell integriert. Jeder hat seine Rolle gefunden. Wir machen auch viel abseits des Felds zusammen. Aber wir haben noch Potenzial nach oben (schmunzelt).

Jetzt geht es am Samstag zum Erzrivalen Thuringia Bulls - eine erste richtige Standortüberprüfung?

Ja, in und nach diesem Spiel sieht man, wo man steht und woran man noch arbeiten muss. Aber in der Partie wird noch nichts entschieden. Eigentlich ist es nicht mehr als ein normales Ligaspiel. Natürlich wollen wir auch bei den Bulls gewinnen.

Was hat sich geändert bei den Thüringern?

Andre Bienek hat aufgehört. Er war ein Leader für die Mannschaft, auch emotional. Man darf gespannt sein, wie sie das auffangen. Dafür haben sie mit dem Niederländer Arie Twigt nur einen Neuzugang bekommen. Der Rest der Mannschaft ist gleichgeblieben. Die müssen sich jedenfalls stärker auf uns umstellen als wir auf sie.

mit Thomas Böhme

(RSV Lahn-Dill)

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