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Die Rückkehr der »Wikinger-Horde«

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Von: Nico Hartung

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Sich vor der vollen Hütte verneigen: Das ist auch beim TV Hüttenberg endlich wieder möglich. © Röczey

Hüttenberg. Die gute Nachricht gab es für Spieler, Trainer und vor allem Verantwortliche der Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg bereits vor dem Anwurf des Heimspiels gegen den HSC Coburg: Erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit sind wieder bis zu 1100 Zuschauer im Hüttenberger Sportzentrum zugelassen, die dabei helfen sollen, dass die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab nach zuletzt zwei sieglosen Partien die Saisonpunkte Nummer 28 und 29 einfahren.

TV Hüttenberg - HSC Coburg (Sa., 19.30 Uhr)

»Unser Publikum hat mehrfach bewiesen, dass es das Sportzentrum in einen Hexenkessel verwandeln kann. Wir freuen uns als Mannschaft, denn unsere Fans sind wie eine Wikinger-Horde, die gemeinsam mit uns die Axt auspacken werden«, gebraucht Wohlrab martialische Bilder, um die Bedeutung der Zuschauerunterstützung für die Seinen zu illustrieren. Es gilt allerdings die 2Gplus-Regelung sowie eine durchgehende Maskenpflicht. Dann wollen die Fans des TVH im Idealfall mit einem gekühlten Gerstensaft anstoßen - wofür die Chancen angesichts der Statistik gar nicht so übel stehen.

In der vergangenen Saison zwar noch Bundesligist, läuft es beim HSC Coburg in der aktuellen Runde überhaupt nicht. Die Oberfranken sind hinter der HSG Nordhorn-Lingen (1. Platz), dem TuSEM Essen (5.) und den Eulen Ludwigshafen (7.) der schwächste Absteiger und rangieren derzeit auf Position 14, der Abstand zu den ersten Abstiegsplätzen beträgt bloß vier Punkte. »Diese Mannschaft spielt aktuell ganz klar unter ihren Möglichkeiten«, weiß Wohlrab, dessen Trainerkollege Alois Mraz - langjähriger Spieler sowie Co-Trainer des TVH und zuvor in Diensten der HSG Wetzlar - deshalb im Oktober Platz für Nachfolger Brian Ankersen machen musste. Richtig rund läuft es für Coburg seitdem aber dennoch nicht, in den letzten neun Liga-Begegnungen wurden nur fünf Punkte gesammelt.

Neben Mraz tummeln sich noch weitere Akteure im und um das HSC-Team, die eine Hüttenberger Vergangenheit aufweisen: Jan Gorr, von 2005 bis 2012 Coach des TVH, ist 2020 nach sieben Jahren Trainertätigkeit zum Geschäftsführer aufgestiegen. Und der Heuchelheimer Florian Billek (bis 2012 in Hüttenberg) wirbelt bereits seit 2014 auf Rechtsaußen. Die jüngsten Coburger Neuerwerbungen aus Mittelhessen waren die beiden Halbrechten Dieudonné Mubenzem und Merlin Fuß, die erst im vergangenen Sommer an die Itz gewechselten.

Der treffsicherste Hüttenberger Werfer, Kapitän Dominik Mappes (115 Tore), wird seinen Mitstreitern nach seiner Schultereckgelenksprengung aller Voraussicht nach noch nicht zur Verfügung stehen. Hoffnung gibt es stattdessen auf eine Rückkehr von Kreisläufer Moritz Zörb und von Rückraum-Linkshänder Joel Ribeiro. »Wir sind dann zwar noch immer nicht gut besetzt, aber zumindest nicht so komplett ausgedünnt wie am Sonntag«, meint Wohlrab mit Blick auf die Auswärtsbegegnung beim HC Elbflorenz (27:27), dem seine Schützlinge einen Zähler abgetrotzten. »Jetzt heißt es, alle Kräfte zu bündeln, um gegen Coburg leidenschaftlichen Handball zu zeigen«, so der Coach - wohl wissend: Die erhofften 1100 Zuschauer werden seinem Team dabei tatkräftig zur Seite stehen.

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