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Doppelter Paukenschlag

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Andreas Möller Hört bei der Eintracht auf © Red

Frankfurt (pep). Paukenschlag am Riederwald: Andreas Möller wird zum Ende der Saison auf eigenen Wunsch als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums ausscheiden. Der Weltmeister führte private Gründe an. »Wir danken Andreas Möller für die Zusammenarbeit in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren, in denen er viele neue Dinge in der Ausbildung junger Fußballer angestoßen hat«, sagte Präsident Peter Fischer.

»Andreas Möller hat in einer sehr schwierigen, durch die Corona-Pandemie geprägten Zeit, einen großen Einsatz für die Eintracht erbracht.«, ergänzte Sportvorstand Markus Krösche, »Andy hat uns frühzeitig in seine Gedanken einbezogen. Somit haben wir die Möglichkeit, zu reagieren.«

Der mögliche Nachfolger steht noch nicht fest, wird aber wohl auch für eine neue U 23 mit verantwortlich sein. Denn am Montag hat die Eintracht beim Hessischen Fußball-Verband (HFV) einen Antrag auf Aufnahme einer zweiten Mannschaft in die Hessenliga gestellt. Bei der sportlichen Führung ist die Überzeugung groß, dass es zwischen der U 19 und der Profimannschaft ein Auffangbecken geben muss, indem Talente sich im Seniorenbereich entwickeln können. Andere Klubs wie der SC Freiburg und Mainz 05 haben vorgemacht, wie groß der Mehrwert einer U 23 mit Blick auf die Profis sein kann.

2014 hatte sich die Eintracht dazu entschlossen, aus wirtschaftlichen Gründen, damals ging es um 800000 Euro, ihre damalige U 23 aus der Regionalliga abzumelden. Ein großer Fehler, wie inzwischen alle erkannt haben, auch wenn Präsident Peter Fischer die damalige Fehlentscheidung noch immer relativiert. Seinerzeit sei es die richtige Entscheidung gewesen, sagt der Präsident, »aber Voraussetzungen ändern sich und nun unterstützen wir die Neuausrichtung und Ideen von Markus Krösche vollumfänglich.« Mit der »Eintracht II« würde der Verein den Jugendspielern »auch über die U19 hinaus eine Perspektive im Männerfußball bieten.«

In den vergangenen Wochen hatte es viele Vorgespräche zwischen der Eintracht und dem HFV gegeben. Der Verbandspielausschuss soll nun noch im Februar entscheiden, ob dem Wunsch der Eintracht entsprochen wird. Die rechtlichen Möglichkeiten wurden mit einem Beschluss beim Verbandstag im letzten September geschaffen. »Der Verbandsausschuss kann eine untere Mannschaft eines Vereins der Lizenzligen (Bundesliga und 2. Bundesliga) sowie der 3. Liga bei Aufnahme des Spielbetriebs (...) in eine Spielklasse auf Verbandsebene eingruppieren.« Die Eintracht hofft nun auf eine schnelle Entscheidung, müssen bei einem positiven Bescheid doch viele sportliche und organisatorische Fragen geklärt werden.

Spielort von « Eintracht II« wird das Stadion des SC Hessen Dreieich im Ortsteil Sprendlingen werden. Der SC Hessen, der sogar noch die Chance auf den Aufstieg in die Regionalliga hat, wird zur kommenden Saison keine Mannschaft mehr melden. Dies wurde den Spielern am Dienstagabend mitgeteilt. Dementsprechend würde es bei einer Eingruppierung der Eintracht in die Hessenliga keine zahlenmäßigen Veränderungen geben. Ob die Sportanlage, die Dreieich-Mäzen Hans Nolte in Eigenregie und eigenen Mitteln in den letzten Jahren gebaut hat, an die Eintracht verkauft oder verpachtet wird, steht noch nicht fest.

Wahrscheinlich ist auch, dass der aktuelle sportliche Leiter des SCH Patrick Ochs, ehemaliger Eintracht-Profi, bei der neuen Mannschafteine führende Rolle spielen wird.

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