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Drei Aufgaben für einen schönen Jahresausklang

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Im Weihnachtsstress: Die Gießen 46ers mit Florian Koch kämpfen gleich dreimal unter den Körben. © Schepp

Bei bis dato nur drei Saisonsiegen stehen für die Bundesliga-Basketballer der Gießen 46ers rund um die Feiertage gleich drei Auswärtsaufgaben an.

Gießen. Eigentlich ist die Drei die Zahl von Glück und Erfolg. Wir kennen die göttliche Dreifaltigkeit, bestehend aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Wir unterscheiden die Dreiheit Himmel, Erde und Hölle. Und wir klopfen dreimal aufs Holz, was Glück bringen soll.

Für Basketball-Bundesligist Gießen 46ers bedeutet die Drei bisher nicht nur Gutes: Drei Mannschaften stehen in der Tabelle nur noch hinter den Lahnstädtern. Drei Siege aus den ersten elf Partien sind dünn. Und: Drei Auswärtsspiele hat die Mannschaft von Coach Pete Strobl rund um die drei feierlichen Weihnachtstage vor der Brust: An diesem Donnerstag (19 Uhr) bei den Löwen Braunschweig, am 2. Weihnachtsfeiertag (18 Uhr) bei den Hamburg Towers und am Mittwoch, 29. Dezember (20.30 Uhr), bei den EnBW Riesen Ludwigsburg.

Da heißt es, nicht nur 2000 Bus-Kilometer zurückzulegen und dreimal in Hotels zu übernachten, sondern vor allem aufzupassen, nicht drei Plätze in der Tabelle abzurutschen. Denn die Aufgaben der »Hintermänner« s.Oliver Würzburg (gegen Göttingen), Frankfurt Skyliners (gegen Chemnitz oder Heidelberg) und EWE Baskets Oldenburg (in Braunschweig oder Bayreuth) erscheinen ein klein wenig lösbarer, wenngleich Strobl richtigerweise zu bedenken gibt: »Gerade in der Fremde wie beispielsweise in München, in Bamberg oder in Oldenburg haben wir starke Auftritte hingelegt.«

»Drei Auswärtsspiele innerhalb von nur sechs Tagen werden natürlich physisch als auch psychisch sehr herausfordernd sein«, gibt Geschäftsführer Sebastian Schmidt zu bedenken. »Wir werden aber mit viel Energie in die anstehenden Aufgaben gehen und dann hoffentlich mit zwei Punkten im Gepäck in den Morgenstunden des Heiligenabends zurück in Gießen sein«, weiß der 35-Jährige, dass dem ersten von drei Roadtrips ausgerechnet an jenen Ort, an dem er zusammen mit Pete Strobl gearbeitet hat, eine große Bedeutung zukommt. Denn die Löwen Braunschweig sind gerade zu Hause zu knacken, was deren Pleiten vor eigenem Publikum gegen den Mitteldeutschen BC, die Niners Chemnitz, ratiopharm Ulm und EnBW Ludwigsburg gezeigt haben.

Angeführt wird die Truppe von der Oker von zwei Gießener Jungs, nämlich von Robin Amaize und Benedikt Turudic. Der erstgenannte Shooting Guard weist mit fast 15 Punkten als Starter einen guten Wert auf, Big Man Turudic, an dem die 46ers im Sommer Interesse hatten, liefert in knapp 19 Minuten Einsatzzeit sieben Zähler und fünf Rebounds ab. Topscorer und Scharfschütze mit einer 54-prozentigen Dreierquote ist allerdings der Tscheche Martin Peterka, der ebenso verlässlich liefert wie der aus München gekommene David Krämer, der im Schnitt knapp 14 Punkte für sich sprechen lässt. Für den Aufbau zuständig ist US-Boy Tookie Brown, den der neue spanische Übungsleiter Jesus Ramirez aus dem polnischen Stettin mitgebracht hat. Er rundet zusammen mit Center Owen Klassen die Anfangsformation der Niedersachsen ab. Mit Pedro Calles steht beim Sonntag-Gegner Hamburg Towers ebenfalls ein Mann von der Iberischen Halbinsel an der Seitenlinie. Die Männer von der Elbe sind deutlich heimstärker als Braunschweig und haben nur einmal in ihrer Arena dem Gegner (82:90 gegen Chemnitz) den Vortritt lassen müssen. Die Hanseaten haben inzwischen einen mega-erfahrenen Bundesliga-Kader beisammen. Top-Verteidiger Max DiLeo, der Bruder des einst in Gießen aktiven TJ DiLeo, der aus Lich stammende Shooter Robin Christen, Power Forward Seth Hinrichs oder Small Forward Lukas Meisner sprechen für diese Tatsache. Die Scoring-Garanten sind Caleb Homesley (knapp 15 Punkte im Schnitt), Jalen Brown (14), zuletzt erfolgreichster Schütze von Bilbao Basket in Spaniens Liga ACB, und der agile estnische Big Man Maik Kotsar (13), den es bei einer Körpergröße von 2,11 Metern und stabilen 120 Kilogramnm erst einmal aus dem Weg zu räumen gilt. Eine immer wichtige Rolle nimmt auch Jungspund Justus Hollatz ein. Der 20-jährige Spielmacher absolviert im Schnitt 22 Minuten und produziert dabei neun Zähler und fünf Assists.

Auch wenn für die 46ers schon am 1. Feiertag die Reise nach Hamburg auf dem Programm steht, so kreisen die Gedanken von Pete Strobl nur um Braunschweig. »Sie spielen hart und aggressiv, da heißt es für uns, dagegenzuhalten.« Und zu punkten. Um etwas übermüdet, aber glücklich zusammen mit Ehefrau Sheryl und den Kindern Peja, Kayser, Bas und Vienika den Heiligen Abend verbringen zu können.

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