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Dresden ist für die Gießen 46ers keine Reise wert

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Ein bisschen ratlos: Branislav Ignjatovic kann den Leistungsabfall seiner 46ers in Dresden nicht nachvollziehen. Foto: Schepp © Schepp

Die Gießen 46ers wachen in Elbflorenz zu spät auf und kassieren bei den Dresden Titans eine knappe Niederlage.

Dresden/Gießen (red/dhn). Dresden ist immer eine Reise wert. Zwinger, Semperoper, Frauenkirche, Großer Garten - die Stadt an der Elbe hat einiges zu bieten. Nur eben nicht für die Gießen 46ers. Zwei Punkte sollten es für die Mittelhessen am Samstagabend in Elbflorenz werden, am Ende unterlag das Team von Headcoach Branislav »Frenkie« Ignjatovic in der 2. Basketball-Bundesliga ProA den gastgebenden Titans aber knapp mit 87:90.

Dresden Titans - Gießen 46ers 90:87

Vor 1239 Zuschauern liefen die 46ers von Beginn an einem Rückstand hinterher. Insbesondere das Zielwasser ging dem Traditionsclub über weite Strecken der Partie verloren. Nur 52 Prozent der Zwei-Punkte-Versuche fanden den Weg durch die gegnerische Reuse (Dresden: 68), jenseits der Drei-Zähler-Markierung waren es nur 38 Prozent (Dresden: 52). »Ab der ersten Aktion im Spiel haben wir die gleichen Fehler wie in Bremerhaven gemacht«, ging Ignjatovic mit seinen Jungs hart ins Gericht. »Unkonzentriertheiten, ein komplett falscher Rhythmus - und das 35 Minuten lang. Erfahrene Spieler, die letzte Woche ein tolles Spiel abgeliefert haben, waren heute nicht zu erkennen. Mir fehlen die Worte und trotzdem haben wir nur knapp verloren«, haderte der Gießener Übungsleiter.

Dabei marschierte mit Jordan Barnes, Luis Figge, Justin Martin, Roland Nyama und Stefan Fundic dieselbe Startformation wie beim letztwöchigen Erfolg in Nürnberg auf das Parkett der Dresdner Margon Arena. Zu Beginn des ersten Viertels eroberten sich die Hausherren einen marginalen Vorteil, den Martin, Fundic und Nyama konterten (6:10, 4.). Der offensive Flow sollte sich bei den 46ers auch in der Folge nicht so richtig einstellen. Schnell zog Ignjatovic die erste Auszeit. Aus dieser kamen die 46ers mit einem Fastbreak-Spiel, welches Nyama mit einem Korberfolg zum 9:12 (5.) beendete. Die Sachsen hielten ihrerseits die Offensivbemühungen konstant am Leben und behielten durch Power Forward Tanner Graham sowie Small Forward Lucien Schmikale die Oberhand (16:13, 7.). Beim Ertönen der Sirene stand bei den Hausherren eine 43-prozentige Wurfquote aus dem Dreierbereich, was einen 23:18-Vorteil bedeutete. Zum Vergleich: Die Gießener hatten zu diesem Zeitpunkt aus der Ferne noch keinen Korberfolg verzeichnet.

Und doch blieben die Gäste im Spiel. Korbleger von Luca Kahl und Jordan Barnes waren es, die die Mittelhessen nicht völlig abreißen ließen (22:28, 13.). Dennoch blieb das Niveau der Gäste überschaubar, zwischenzeitlich zog Dresden auf 32:24 davon (16.). Immerhin: Nico Brauner gelang kurz darauf doch der erste Dreier-Erfolg (27:37, 17.), Luis Figge tat es seinem Kapitän wenig später gleich, sodass es mit 34:41 in die Halbzeitpause ging.

Aus dieser kamen die Gießener fokussiert, präsentierten sich in der Defense endlich griffig und waren nun auch in der Offensive zielstrebiger (38:41, 22.). Doch trotz der nun aufkommenden 46ers blieben die Titans ausgesprochen cool. Dank einer Dreier-Serie zogen die Gastgeber mit einer 14:3-Serie wieder davon (52:40, 24.). Ein Gießener Lichtblick blieb in dieser Phase Point Guard Jordan Barnes, der zu diesem Zeitpunkt bereits stolze 13 Zähler eingesammelt hatte und insbesondere im Verbund mit Kapitän Nico Brauner einen 9:0-Lauf auf das Parkett setzte (49:52, 25.). Mehr noch: Der couragierte Auftritt auf beiden Seiten des Feldes führte die 46ers sogar zum zwischenzeitlichen 54:54-Ausgleich (27.). Die Hausherren eroberten sich aber bis zum Schluss des Viertels eine knappe 62:58-Führung zurück.

Bis hierhin nicht die beste Saisonleistung und doch waren die 46ers alles andere als hoffnungslos unterlegen. Mit nur vier Punkten Differenz war für die Lahnstädter noch alles drin. Es war also alles für einen spannenden Schlussakt angerichtet. Dieser begann denkbar ungünstig - zwei Ballverluste der Mittelhessen verhalfen den Titans zum 64:58 (31.). Die Angriffswellen der Sachsen nahmen immer bessere Konturen an, auf der anderen Seite leisteten sich die 46ers viele Turnover und vergebene Würfe (59:70, 33.). Eine Auszeit sollte noch einmal die letzten Lebensgeister wecken - mit Erfolg: Ein Dreier von Kevin Strangmeyer führte zum 68:74-Anschluss (35.). Bis in die Schlusssekunde drohte die Waage entweder in die eine oder in die andere Richtung zu kippen. Ein letzter Versuch von Nico Brauner berührte mit Erklingen des Buzzers zwar noch die Reuse, doch statt in den Korb zu fallen, sprang der Ball wieder herrenlos ins Feld zurück.

Ein aus Gießener Sicht unschönes Ende in einer schönen Stadt - die vielleicht beim nächsten Mal für die 46ers eine Reise wert ist.

Dresden Titans: Adam (10), Kirchner (8), Kachelries (5), Teichmann (17), Menzies (4), Schmikale (21), Wendler, Zener, Graham (16), Voigtmann (7), Heck (2), Kupke.

Gießen 46ers: Barnes (17), Brauner (17), Begue, Fundic (10), Figge (13), Kahl (2), Cvorovic (6), Martin (8), Strangmeyer (3), Nyama (11).

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