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Druck lastet nur auf den Gästen

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Gegen die HSG Nordhorn gilt es nicht nur für Ian Weber, sich nach schwierigen Hüttenberger Tagen durchzuwurschteln und mit viel Willen zum Erfolg zu kommen. © Röczey

Hüttenberg (niha). Vierter gegen Zweiter, Überraschungsmannschaft empfängt Aufstiegsfavorit. Wer nun allerdings vermutet, dass vor dem Heimspiel der Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg gegen die HSG Nordhorn-Lingen heute Abend (Anwurf: 19.30 Uhr) so etwas wie Chancengleichheit herrscht, der irrt. Denn wenn das Schiedsrichter-Duo Maximilian Engeln/Felix Schmitz (Burscheid) die Begegnung im Hüttenberger Sportzentrum anpfeift, wird es für die Schützlinge von TVH-Trainer Johannes Wohlrab zunächst vor allem darum gehen, schnellstmöglich wieder so etwas wie einen Spielrhythmus zu finden.

TV Hüttenberg - HSG Nordhorn (Heute, 19.30)

Zweieinhalb Wochen liegen zwischen dem letzten Hüttenberger Kräftemessen beim 28:27-Auswärtssieg gegen den EHV Aue und dem Duell mit Nordhorn. Die beiden Partien gegen die Eulen Ludwigshafen und gegen den TuS Ferndorf mussten zuletzt angesichts zahlreicher positiver Corona-Tests im TVH-Kader auf noch unbekannte Termine verlegt werden.

Am Mittwochabend greift der TVH nun wieder ins Spielgeschehen ein - und bekommt es sogleich mit dem formstarken Team aus der Grafschaft Bentheim zu tun. Nach einem verhaltenen Saisonstart haben sich die Nordhorner in den vergangenen Monaten konsequent gesteigert und jahresübergreifend die letzten vier Begegnungen (allesamt Heimspiele) gewinnen können. Lohn dieser Siegesserie war das Vorpreschen auf den zweiten Tabellenplatz, der am Saisonende den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga bedeuten würde. »Aktuell setzt die Mannschaft ihre Vorgaben sehr gut um. Wir belohnen uns für unsere harte Arbeit im Training, sie ist die Grundlage für alles«, weiß HSG-Trainer Daniel Kubes.

Kein geregeltes Training möglich

Der ehemalige Kreisläufer des TBV Lemgo, des THW Kiel und der MT Melsungen, der zwischen 2014 und 2021 zeitgleich den TV Emsdetten und die tschechische Nationalmannschaft betreute, ist seit Beginn der Saison 2020/21 der Mann auf der HSG-Kommandobrücke und damit der Nachfolger des Isländers Geir Svensson. Der Kader, auf den Kubes zurückgreifen darf, gehört ganz eindeutig zur obersten Zweitliga-Kategorie. Am Kreis malocht der Ex-Wetzlarer Nils Torbrügge, auf den Außen drücken Pavel Mickal, Lasse Seidel und die einstige Magdeburger Legende Robert Weber aufs Tempo, während Georg Pöhle, Alexander Terwolbeck und der Ex-Hüttenberger Markus Stegefelt aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen.

»Markus wird besonders motiviert sein, wenn er hier an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, auf ihn werden wir ein Augenmerk haben müssen«, weiß Wohlrab über die Qualitäten des zwei Meter langen Halblinken, der es bislang auf 72 Treffer in dieser Saison gebracht und auch beim 34:30-Hinspielsieg im September ein Mal getroffen hat.

Doch vor allem wird es für das »Original aus Mittelhessen« erst einmal darum gehen, selbst wieder in die Spur zu finden. Ein geregelter Trainingsbetrieb ist seit zweieinhalb Wochen undenkbar, doch immerhin haben die meisten derjenigen Akteure, die sich zwischenzeitlich mit dem Corona-Virus infiziert hatten, nach entsprechenden Gesundheitstests grünes Licht vom Ärzteteam für einen Einsatz erhalten. »Bei Vit Reichl gibt es noch Resthoffnung, dass er in den Kader rutscht, aktuell sieht es aber nicht danach aus«, so Wohlrab, der definitiv auf Christian Rompf und Patrick Jockel wird verzichten müssen, die sich damit zu den ohnehin verletzten Dominik Mappes (Reha-Training nach Schultereckgelenksprengung) und Joel Ribeiro (Wiederaufbautraining nach Knie-Operation) gesellen. Weil mit Reichl und Jockel vermutlich gleich zwei Kreisläufer ausfallen werden, wird Till Uth aus der U23 eine Einsatzchance bekommen, der noch am Samstag beim 33:25-Heimsieg gegen die HSG Lumdatal in der Landesliga Mitte zwei Treffer beigesteuert hat.

Till Uth erhält Chance

»Die Spieler, die gerade die Infektion hinter sich gebracht haben, werden noch nicht bei einhundert Prozent Leistungsfähigkeit sein. Aber das Schöne ist, dass wir überhaupt keinen Druck haben, der lastet allein auf Nordhorn«, weiß Wohlrab und betont, dass seine Schützlinge trotz der negativen Vorzeichen Chancen auf eine Überraschung haben: »Wir werden uns an unsere Hüttenberger Attribute erinnern und dann schauen, was dabei herauskommt. Jeder, der nach Hüttenberg kommt, weiß, dass ihn hier kein Selbstläufer erwarten wird.« Chancengleichheit hin oder her!

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