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Druckwelle

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Gießen . Wer als Jugendfußballbetreuer gesetzteren Alters ist, hat neben viel Vergnügen auch einige Unbilden zu ertragen, die in der guten alten Zeit kein Thema waren. Als die Bälle noch aus Leder bestanden, zusammengehalten von hartleibigen Kordeln, die sich nach hoher Beanspruchung in Wohlgefallen auflösten, bis die Ballblase heraustrat, waren auch die Schuhe noch aus Leder - was bedeutete, dass man das von Nässe feiste Material erst trocknen und dann einfetten musste.

So war das in den kunststofflosen Tagen.

Darüber könnte man freilich eine ganze Seite schreiben, doch soll hier nur ein Aspekt betrachtet werden, der auch am vergangenen Wochenende einmal mehr ein Thema war. Denn beim Heimspiel meines Herzensvereins kam der B-Jugendgegner mit einer Lautsprecher-Box, die einen Hauptbahnhof beschallt hätte. Ja, ich kenne das schon, dass sich die Jungs heute mit Musik pushen. Als ich aber diesmal in die Gästekabine kam, wurde ich von der Druckwelle der Bässe des die Mannschaft anstachelnden Gangsta-Raps fast aus der Tür geschleudert. Das war nicht laut, das war ein Orkan. Und das in meinem Alter.

Rüdiger Dittrich

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