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Ein Derby für das Seelenheil

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Von: Christian Nemeth

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Auch im Lokalderby gegen die Licher Korbjäger einmal mehr der Stützpfeiler im Akademie-Spiel: Terry Winn III. Foto: Schepp © Schepp

Gießen (cnf). Der erste Saisonsieg der Basketball Akademie Gießen 46ers ist da - und ausgerechnet im Derby gegen den Lokal-Kontrahenten Lich Basketball war er fällig. Am zehnten Spieltag der aktuellen Saison in der 1. Basketball-Regionalliga Südwest setzten sich die Hausherren um Headcoach Ivica Piljanovic mit 99:86 vor rund 400 Zuschauern in der Sporthalle Gießen-Ost durch.

BBA Gießen 46ers - Lich Basketball 99:86

»Das sind die Geschichten, die nur der Sport schreibt«, strahlte Piljanovic nach dem wichtigen Heimerfolg der Akademie, der die Lahnstädter vorerst vom letzten Rang manövriert. Auf der Gegenseite konstatierte Lichs Übungsleiter Viktor Klassen, der unter anderem auf seinen Leistungsträger Johannes Lischka verzichten musste: »Es ist ein bisschen bitter, aber das Spiel spiegelt etwas unser Training in der vergangenen Woche wider. Wir hatten einige Verletzungssorgen und Ausfälle - aber das ist keine Ausrede für das heutige Spiel.«

Die ersten Zähler gehörten den Gästen, anschließend war jedoch die Akademie am Drücker und zog auf 7:2 (2.) davon. Nach einer Auszeit fanden die Wetterstädter wieder besser in die Spur (9:7, 4.), insgesamt tat sich das LB-Team in Durchgang eins aber vor allem mit Gießens Top-Scorer Terry Winn III. (24 Punkte, 11 Rebounds, 8 Assists) extrem schwer. Der Amerikaner markierte im Auftaktviertel die Hälfte seiner insgesamt 24 Zähler. »Er war kaum zu stoppen - und wenn wir ihn mal im Griff hatten, dann hat Jon Ukaj von außen getroffen«, resümierte Klassen, dessen Mannschaft nach den ersten zehn Spielminuten mit vier Punkten zurücklag (31:27, 10.).

Im zweiten Abschnitt bekamen die Brauereistädter Winn III. besser in den Griff, dafür drehte nun Ukaj weiter auf und versenkte allein in dieser Sequenz drei seiner sechs Drei-Punkte-Treffer. Die Heimmannschaft vermochte ihren Vorsprung entsprechend bis zur Halbzeitsirene zu behaupten (50:44, 20.).

Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff kam das Derby ausgeglichener daher. Lich entwickelte nun einen verbesserten Zug zum Gießener Korb, agierte defensiv aber nach wie vor wackelig. Das Piljanovic-Team wiederum präsentierte sich weiterhin treffsicher aus der Distanz und hebelte somit die 3-2-Zone der Gäste aus. Vor allem Juma Janeck trat nun vermehrt als Distanzschütze in Erscheinung und schickte den Ball im dritten Quarter gleich dreimal von außen durch die LB-Reuse. »Den hatten wir so gar nicht auf dem Zettel«, gestand Klassen (72:69, 30.).

Beide Farben boten sich zu Beginn des finalen Abschnitts zunächst einen offenen Schlagabtausch (75:71, 31.). Anschließend verlor Lich Basketball abermals defensiv den Faden und die Akademie eilte mit drei Dreier-Punkte-Treffern an Stück auf 84:76 (35.) wegweisend davon.

Zwar verkürzten die Bierstädter zwischenzeitlich noch einmal leicht (85:80, 37.), hatten dann aber mit einem weiteren Gießener Youngster ihre Probleme: Diesmal netzte Till Heyne zwei Dreier in Folge und führte somit 80 Sekunden vor dem Abpfiff eine gewisse Vorentscheidung herbei (91:83, 38.). Denn das Heft wirklich noch einmal in die Hand nehmen, konnten die Gäste anschließend nicht mehr. Zwar zwangen sie Gießen in der letzten Minute noch einmal vermehrt an die Freiwurflinie, die Akademie-Korbjäger bewahrten aber die Nerven. Zugleich mangelte es dem Klassen-Team in der Vorwärtsbewegung am nötigen Wurfglück.

Auch mit Blick auf 15 verwandelte Drei-Punkte-Würfe der Gastgeber hielt Viktor Klassen nachträglich fest: »Die hatten gleich drei Spieler, die wir kaum auf der Rechnung hatten, die gut von außen getroffen haben. Dann wird es schwer. Am Ende hat Gießen verdient gewonnen, sie waren die ganze Zeit über aggressiver als wir. Wir haben zweitweise gute Ansätze gezeigt, diese aber nicht kontinuierlich zu Ende geführt.«

Groß hingegen war die Freude bei Ivica Piljanovic, auch wenn dieser auch einen kleinen Kritikpunkt äußerte: »Heute hat eigentlich alles zusammengepasst. Wir haben zwar defensiv nicht immer den Zugriff bekommen, 86 Gegentreffer sind mir eigentlich zu viel - aber in einem Derby fragt da keiner nach. Es war wieder ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir können uns nicht darauf ausruhen.« Freilich hatte Gießens Coach hierbei schon das wichtige Kellerduell beim Schlusslicht MTV Kronberg am kommenden Samstag im Sinn.

BBA Gießen 46ers: Ukaj (20), Janeck (20), Heyne (6), Mehmed (2), Andrews (1), Winn III. (24), Bergmann (5), Herget (9), Döntgens (12).

Lich Basketball: Hoxhallari (6), Chromik, Sann, Keller (17), Wagner (18), Schweizer (15), Roith (5), Ribbecke (23), Bölke (2).

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