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Ein etwas stressigeres Osterfest

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Von: Nico Hartung

Hüttenberg. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Getreu diesem Sprichwort müssten die Zuschauer, die an diesem Dienstagabend (19.30 Uhr) den Weg ins Hüttenberger Sportzentrum finden werden, um dort dem Heimspiel von Handball-Zweitligist TV Hüttenberg gegen den HSC Coburg beizuwohnen, Zeugen einer ansprechenden Darbietung werden.

TV Hüttenberg - HSC Coburg (Heute, 19.30 Uhr)

Schließlich ist dieser Termin nach zwei Verlegungen am 5. März und am 14. April bereits die dritte Ansetzung. »Durch die ganze Verlegerei ist alles durcheinandergekommen. Normalerweise kannst Du über die Ostertage ein bisschen frei machen, da Du in unserem Profigeschäft ja schon keine richtigen Weihnachtsfeiertage hast. Das war aber dieses Mal etwas anders«, erklärt Johannes Wohlrab, Trainer des TVH. Demnach haben seine Schützlinge zunächst am Karfreitag eine morgendliche Einheit absolviert, so dass die Spieler anschließend und über den Samstag zu ihren Familien reisen konnten. Am Ostersonntag wurde bereits wieder trainiert, am Montag stand neben einer weiteren Praxiseinheit am Morgen die obligatorische gemeinsame Videovorbereitung am Abend an. Wohlrab attestiert seinen Jungs, dass diese »mit der richtigen Einstellung mitgezogen und fantastisch trainiert« haben. Der Fokus liege voll auf Coburg - und damit auf einem Wiedersehen mit alten Bekannter.

Während HSC-Geschäftsführer Jan Gorr (von 2005 bis 2012 TVH-Trainer) und Rechtsaußen Florian Billek (aus der Hüttenberger Nachwuchsabteilung heraus bis 2012 Spieler der ersten Mannschaft) bereits mehrere Jahre in Oberfranken weilen, haben die beiden Halbrechten Merlin Fuß und Dieudonné Mubenzem erst im vergangenen Sommer den Weg aus dem Mittelhessischen in die Vestestadt gefunden.

Viele Erfolgsmomente konnten die beiden Linkshänder bis dato jedoch noch nicht feiern. Der Bundesliga-Absteiger hängt den eigenen Erwartungen hinterher, mit 22:30 Punkten aus 27 Spielen steckt man sogar noch im Abstiegskampf. Alois Mraz, in heimischen Kreisen bestens bekannter und geschätzter Ex-Akteur der HSG Wetzlar (2007-2013) und des TVH (bis 2015), hatte das Traineramt in Coburg zu Beginn der Bundesliga-Saison 2020/21 übernommen, wurde jedoch angesichts des schleppenden Unterhaus-Saisonstarts im vergangenen Oktober von seinen Aufgaben entbunden und von Dänen Brian Ankersen abgelöst.

»Coburg hat eine Mannschaft, die individuell klasse besetzt ist und eine hohe Qualität hat. Aber in dieser Spielzeit haben sie es noch nicht so häufig geschafft, das auch auf die Platte zu bringen. Das ist unsere Chance«, weiß Wohlrab. So tummeln sich mit Mubenzem (Tschechien), Lukas Juskenas (Litauen), Milos Grozdanic (Serbien) und Karl Toom (Estland) gleich vier Nationalspieler im Kader der Coburger. Zwar haben die Schwarz-Gelben von den vergangenen sechs Partien nur eine gewinnen können, allerdings war dies ein 32:31 über Mitabsteiger Ludwigshafen. Aber auch sonst trügt diese Negativserie: So verlor man die Duelle gegen die beiden Topteams Hamm-Westfalen und den TuSEM Essen jeweils nur unglücklich mit einem Treffer Differenz, gegen den HC Empor Rostock mit deren zwei. »Es fehlen manchmal nur die Kleinigkeiten, aber auf die kommt es im Profisport nun einmal an. Die Jungs arbeiten hart, es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie sich selbst dafür belohnen werden«, sagt Ankersen.

Der Däne und sein Team werden personaltechnisch auf dezimierte Blau-Weiß-Rote treffen: Der gerade erst von einer langwierigen Knieverletzung genesene Joel Ribeiro sowie Tobias Hahn wurden unter der Woche positiv auf das Corona-Virus getestet und können folglich nicht mitwirken. Selbiges gilt für Vit Reichl, der aufgrund einer Herzmuskelentzündung noch auf unbestimmte Zeit ausfallen wird. Dafür ist Hendrik Schreiber nach überstandener Knieprellung, die er sich beim 27:30 gegen den VfL Gummersbach eingefangen hatte, wieder voll einsatzfähig.

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