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Ein Hoch dem Multi-Kulti-Kader

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Frankfurt. Mehr Spieler zur Auswahl, mehr Zuschauer in der Arena - das sind die wichtigsten Nachrichten bei der Frankfurter Eintracht vor dem Heimspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen Arminia Bielefeld. Mit der Rückkehr einiger an Corona erkrankter Spieler und der damit größeren Auswahl ist Trainer Oliver Glasner natürlich zufrieden. »Die personelle Situation entspannt sich, es sieht alles erfreulich aus«, sagte er auf der offiziellen Spieltagspressekonferenz am Mittwoch.

Über die Genehmigung von 1000 Zuschauern anstatt 250 noch vor zwei Wochen gegen Dortmund aber kann er sich nicht so wirklich freuen. »Klar, 1000 sind mir lieber als 250, aber ich habe das Gefühl, uns ist da so ein kleines Leckerli hingeworfen worden«, sagte er süffisant, »ich verstehe es nicht und mache mir auch keine Gedanken mehr darüber.« Er werde halt am Wochenende wieder die Premiere-League und die amerikanische Football-Liga mit ihren vollen Stadien anschauen, »da ist wenigstens Stimmung.«

Bis Freitag aber wird sich der Eintracht-Coach zunächst Gedanken um die bestmögliche Aufstellung machen. Kevin Trapp, Filip Kostic und Danny da Costa sind nach ihren Infektionen zurück, haben nach negativen Tests die kardiologischen Untersuchungen hinter sich gebracht und die Genehmigung des Gesundheitsamtes erhalten, wieder auf dem Trainingsplatz zu stehen.

Hasebe oder Hinteregger?

Trapp und Kostic werden dementsprechend in die Anfangself zurückkehren. Damit gibt es nur noch eine wirkliche offene Frage: Wer spielt in der Abwehrzentrale, Makoto Hasebe oder Martin Hinteregger? Beide hätten ihre Sache zuletzt »sehr gut gemacht«, lobt Glasner, wen er aufstelle sei auch eine »Bauchentscheidung« und immer auch ein bisschen abhängig vom Gegner. Gegen Dortmund und Erling Haaland hatte er auf den rustikalen Hinteregger gesetzt, in Augsburg dann auf den technisch besseren Hasebe.

Bei Arminia Bielefeld stürmt mit Fabian Klos ein ähnlich robuster Spieler wie Haaland. Also diesmal wieder Hinteregger? »Das könnte passen«, räumt Glasner ein. Allerdings spüre der österreichische Nationalspieler im Training »leichte Schmerzen« am Schambein. Da ist also Vorsicht angebracht. Eine Entscheidung, wer in der Mitte der Dreierkette spielen wird, werde er deshalb erst am Freitag treffen. Die relativ kurze Trainingswoche zwischen dem Spiel in Augsburg am letzten Sonntag und der Begegnung gegen Bielefeld am Freitag bereitet dem Frankfurter Trainer keine Sorgen. »Es ist ähnlich wie in einer Europacupwoche, daran sind wir gewöhnt«, sagt er, »das Training war kurz und knackig und es hat mir gut gefallen, was ich da gesehen habe.« Die Eintracht fühle sich »gut vorbereitet« auf das Spiel gegen die Arminia.

Was auch am schon traditionell großen Zusammenhalt innerhalb des Multi-Kulti-Kaders liegt. Aktuell vereint die Eintracht Spieler aus 14 Nationen unter dem Dach des neuen Profi-Camps. Dem Trainer war es auch deshalb ein Bedürfnis die Vorbildwirkung des Sports herauszustellen. Sport im Allgemeinen und Fußball im Speziellen sei »völkerverbindend und religionsverbindend.« Gerade die Eintracht biete da Tag für Tag besten Anschauungsunterricht. »Bei uns gibt es unterschiedliche Hautfarben, Religionen und Essensausrichtungen«, sagt er, »die einen essen Fleisch, die anderen sind Vegetarier oder Veganer, aber jeder akzeptiert den anderen«. Der viel kritisierte Rassismus im Fußball komme immer von außen.

Glasner: »Im Fußball selbst gibt es keinen Rassismus.« Gerne würde er in Nach-Corona-Zeiten Schulklassen zu einem Fußballklub einladen und ihnen sagen: »So müsst ihr miteinander umgehen.« Da ist einer richtig begeistert von seiner Mannschaft.

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