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Ein Licher zieht Gießen den Zahn

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Lange Gesichter bei John Bryant und Co.: Die Gießen 46ers sind in Hamburg chancenlos. © Bergmann

Hamburg. Auf ihrer weihnachtlichen Rundreise durch das vereiste Land sind die Bundesliga-Basketballer der Gießen 46ers zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Tagen bitterböse ausgerutscht. Fehlte ihnen am Tag vor Heiligabend bei der 69:71-Niederlage in Braunschweig nur in den Schlussminuten der richtige Grip unter den Schuhen, so gerieten sie am 2.

Feiertag schon Mitte des ersten Viertels derart ins Straucheln, dass sie am Ende nicht nur den zweiten Hunderter dieser Saison, sondern auch das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz zu quittieren hatten.

Hamburg Towers - Gießen 46ers 104:82

»Verlieren macht echt keinen Spaß«, grantelte deshalb auch Regisseur Kendale McCullum nach der 82:104 (39:53)-Niederlage bei den Hamburg Towers, die zwischenzeitlich schon mit satten 30 Zählern in Front gelegen hatten. »Wir sind auf einem richtig guten Weg«, befand der vor dieser Saison von Rasta Vechta zu seinem Ex-Coach Pedro Calles an die Elbe gewechselte Licher Robin Christen, der mit 20 Zählern knapp an seinem Karriere-Höhepunkt von 23 Punkten vorbeigeschrammt war. Und der mit fünf (von neun) Dreiern, fünf (von fünf) Freiwürfen sowie sechs Rebounds seinem ehemaligen Verein, für den er vor über zehn Jahren per Doppellizenz im Einsatz war, ohne aber jemals in einem Pflichtspiel aufgelaufen zu sein, den Zahn gezogen hatte.

Ab der fünften Minute, in der die Gäste noch mit 11:7 geführt hatten, spielten die Towers wie aus einem Guss, Gießen indes brach von Abschnitt zu Abschnitt immer weiter auseinander. »Wir haben viel zu viele offene Würfe ausgelassen und den Ball nicht richtig bewegt«, resümierte Kendale McCullum, dessen Jungs schon früh den Faden verloren. Erst debattierten Kilian Binapfl und TJ Williams über einen katastrophalen Fehlpass, dann vergaben Florian Koch und Maxi Begue offene Würfe, ehe sich Nuni Omot ein Offensivfoul leistete und Neuzugang Jalen Demarco Miller einen Schrittfehler draufsetzte: Aus einer Vier-Punkte-Führung und einem 17:0-Lauf der Truppe von der Elbe wurde so innerhalb von nur vier Minuten eine Hamburger 24:11-Führung, die selbst Magenta-Kommentator Daniel Pinschower fassungslos zurückließ: »Irgendwie war die Partie schon nach dem ersten Viertel entschieden.«

Recht hatte der erfahrere Mikro-Mann, denn die Hausherren, angeführt von Robin Christen, ihrem überragenden estnischen Center Mike Kotsar, dessen Avancen einiger EuroLeague-Clubs die Towers Absagen erteilten, sowie dem spritzigen Passgeber Caleb Homesley, der es auf 18 Punkte brachte, bauten sie Gastgeber ihre Führung kontinuierlich aus. Gießen indes haderte einmal mehr mit insgesamt 21 Ballverlusten, viel zu wenigen Assists (14 gegenüber 27) und einer unbefriedigenden Dreierquote von 35 Prozent, die zwar besser war als in manchen Partien zuvor, die aber nicht ausreichte, um Hamburg auch nur annähernd in Verlegenheit zu bringen.

Beim 45:29 (18.) lagen die Towers bereits satt vorne. Beim 64:44 (25.), als Florian Koch den Ball verlor, Mike Kotsar Gießens neuen Big Man Jalen Demarco Miller wie auf einem Bierdeckel vernaschte und 46ers-Trainer Pete Strobl damit zu einer Auszeit zwang, war die Messe bereits gelesen. Das 94:64 (33.) bedeutete im letzten Viertel, als die Partie immer wilder wurde und die Gastgeber ihre Reserve aufs Feld beorderten, eine 30-Zähler-Führung, die Nuni Omot und Jalen Tate, die viel zu spät punkteten, schließlich noch etwas verkürzten.

»Wie immer haben wir gekämpft, aber wir dribbeln viel zu viel und wir passen den Ball nicht schnell genug«, resümierte Pete Strobl, der angesichts von fünf Niederlage in Serie bewusste wurde: »Wir müssen die neuen Jungs schneller integrieren und brauchen mehr Trainingseinheiten, was uns mit diesem Spielplan noch nicht gelungen ist. Wir müssen weiter nach vorne blicken und uns verbessern.«

Am besten schon an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) bei den MHP Riesen Ludwigsburg.

Hamburg Towers: Jaylon Brown (5), Zach Brown (7), DiLeo, Homesley (18), Rich, Meisner (9), Christen (20), McCallum (9), Kotsar (16), Hinrichs (6), Edigin (6), Hollatz (8).

Gießen 46ers: McCullum (14), Omot (14), Nawrocki (3), Kraushaar (n.e.), Begue (2), Tate (9), Binapfl (2), Miller (8), Koch (18), Fayne (2), Williams (10), Bryant.

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