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Ein rabenschwarzer Abend

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Von: Nico Hartung

Emsdetten. Trainer Johannes Wohlrab hatte noch unter der Woche vor der »unorthodoxen Spielweise« des TV Emsdetten gewarnt. Unorthodox war am Sonntagabend insbesondere das Endergebnis, mit dem das »Original aus Mittelhessen« die Heimfahrt aus Nordwestfalen antreten musste: Nach einem insgesamt mehr als gebrauchten Abend verlor der als Favorit angereiste TV Hüttenberg am Ende überraschend deutlich mit 19:

33 (9:15) und lieferte seine insgesamt schwächste Saisonleistung ab.

TV Emsdetten - TV Hüttenberg 33:19

Es war vielleicht diese eine Szene, die mehr als alle anderen Symbolcharakter für den glücklosen Auftritt des TVH hatte. Knapp 28 Minuten waren gespielt, da landete ein von Dominik Mappes abgefangener Pass bei Emsdettens Maximilian Nowatzki. Der Halbrechte zögerte kurzzeitig, warf den Ball dann aber doch vom eigenen Kreis in Richtung des verwaisten Hüttenberger Tores. Dort prallte das Harzleder zunächst gegen den rechten, dann gegen den linken Pfosten - und trudelte anschließend in Zeitlupengeschwindigkeit zum 13:9-Zwischenstand ins Netz: Den Emsdettenern gelang beinahe alles, dem TVH fehlte es indes an jener Selbstverständlichkeit im Angriff, die die Wohlrab-Sieben in den Vorwochen so stark gemacht hatte.

Dabei hatte die Begegnung in der Ems-Halle aus Hüttenberger Sicht durchaus vielversprechend begonnen. Hendrik Schreiber drehte die anfängliche Führung der Hausherren nach einem Gegenstoß zum 2:1 (6.), Tristan Kirschner tat es seinem Mitstreiter mit seinem 5:4 kurz darauf (12.) gleich. Nachdem Emsdettens Yannik Terhaer dann aus sechs Metern zum 7:6 eingenetzt hatte, kippte ein bis dato völlig ausgeglichenes Spiel zugunsten der Hausherren.

Als ahnte Wohlrab bereits, was in den Folgeminuten passieren würde, versammelte er seine Schützlinge nach Terhaers Führungstreffer zur Auszeit um sich.

Eine Maßnahme, die jedoch nur unzureichend Wirkung zeigte. Zwar glückte Mappes unmittelbar danach der 7:7-Ausgleich per Strafwurf, doch nun häuften sich Fehlpässe und Fehlwürfe der Hüttenberger, die zudem allein im ersten Abschnitt noch vier Mal Holz trafen. Acht Minuten nach der ersten nahm Wohlrab seine zweite Auszeit, diesmal beim Stand von 7:11 (26.) - als sein Team, das kurzfristig auf Linksaußen Philipp Schwarz hatte verzichten müssen, bereits seit acht Minuten torlos geblieben war.

Die Hoffnung, trotz des 9:15-Halbzeitstandes noch einmal in die Partie zurückfinden und ihr möglicherweise eine entscheidende Wendung geben zu können, musste sowohl das Hüttenberger Ensemble als auch deren Fans nach dem Wiederanpfiff rasch begraben.

Denn in der zweiten Halbzeit setzte sich nur das fort, was in der ersten Hälfte bereits seinen Lauf genommen hatte. Emsdetten gewann mit jeder gelungenen Aktion jenes Selbstvertrauen, das die Hüttenberger zeitgleich einbüßten.

So schraubte Nowatzki die Führung der Gastgeber eine Viertelstunde vor Ende auf elf Treffer (25:14) in die Höhe. Und auch die zarten Hoffnungen auf ein doch noch eintretendes Wunder, die durch den 3:0-Lauf des TVH zum 17:25 möglicherweise noch einmal eingesetzt hatten (47.), lösten sich spätestens beim 27:17 durch Julian Thomas wieder in Luft auf (49.) und wichen stattdessen der Erkenntnis, dass für die Gäste an diesem Abend schlicht nichts zu holen war.

Nachholspiel

Durch die Erfolge der Konkurrenten Eintracht Hagen (29:27 am Freitagabend gegen Ludwigshafen) und Nordhorn-Lingen (32:30 am Samstagabend in Großwallstadt) fielen die Hüttenberger angesichts ihrer vierten - und mit Abstand deutlichsten - Saisonniederlage auf Rang vier zurück. Wohl wissend jedoch, dass beide Kontrahenten bereits eine Partie mehr absolviert haben als der TVH, der, im Falle eines Sieges im noch nicht terminierten Nachholspiel gegen Dessau-Roßlau, wieder auf Rang drei stünde. Immerhin eine positive Nachricht an einem ansonsten rabenschwarzen Abend für die Blau-Weiß-Roten.

Emsdetten: Paske, Krechel - Terhaer (5/3), Dimietrievski, Schwabe (1), Kolk (4), Schliedermann, Thomas (3), Holzner, Jansen (3), Stüber (3), Mihaljevic (2), Runarsson (6), Nowatzki (6).

Hüttenberg: Plaue, Rüspeler (39.-48., 53.-60.) - Kneer (1), Kirschner (2), Opitz, Theiß (2), Fujita, Weber, Rompf (1), Zörb (1), Reichl (2), Mappes (4/3), Klein (2), Jockel, Schreiber (4).

Schiedsrichterinnen: Janz/Sug (Köln) - Zuschauer: 1050 - Zeitstrafen: Emsdetten vier (Stüber, Jansen, Schwabe, Dimitrievski), Hüttenberg vier (Klein zwei, Rompf, Theiß) - verworfene Siebenmeter: Holzner (Emsdetten) scheitert an Plaue (2.).

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