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Ein Sieg für ganz viel Holz

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Eine der großen Entdeckungen der Gießen Golden Dragons in dieser Saison: Matt Laur gehört zu den Top-Receivern der GFL2. Foto: Bär © Bär

Gießen. Platz vier! Mit einem starken 35:23-Heimerfolg über die Fursty Razorbacks haben die Gießen Golden Dragons im Endklassement der GFL2 Süd noch einen Rang gutgemacht und sich am letzten Spieltag der American-Football-Saison noch die vielumjubelte Holzmedaille gesichert. Zu verdanken war dieser Erfolg aber in erster Linie der klaren Leistungssteigerung nach der Halbzeitpause,

Gießen Golden Dragons - Fursty Razorbacks 35:23 (0:2/7:7/13:0/15:14): Dabei begann die Partie aus Sicht der Gastgeber alles andere als optimal. Nach einem beidseitigen Schlagabtausch waren es kurz vor der ersten Viertelpause die Gäste, die die Dragons zu einem Safety, also einem Down in der eigenen Endzone, zwagen (0:2). Und auch im zweiten Akt blieb die Partie umkämpft. Insbesondere mit der oberbayerischen Offense hatte die Gießener Verteidigung ihre Probleme, wie auch Headcoach Michael Anderl analysierte: »Die Läufe deren Fullbacks waren kräftezerrend, darauf mussten wir uns erst einmal einstellen.« Dennoch kamen die Dragons allmählich in Schwung, jeweils ein Touchdown hüben wie drüben ließen einen 7:9-Halbzeitstand vom Scoreboard prangen.

»Die Pause haben wir genutzt, um auf Fehlersuche zu gehen«, resümierte Anderl zurückblickend - und meinte damit insbesondere die vielen unnötigen Flaggen (insbesondere in der Vorwärtsbewegung), mit denen sich die Dragons das Lebens selbst schwer machten. »Und das ist uns auch ganz gut gelungen«, so der Übungsleiter mit Blick auf den dritten Durchgang weiter.

Denn dann liefen die Gießener Drachen wortwörtlich heiß. Angetrieben von einem erneut stark aufspielenden A. J. Springer, ligaweit der beste Quarterback, drehten die Lahnstädter die Partie auf links. Springer zeigte nicht nur, wie viel Kraft in seinem Arm liegt, sondern auch, wie schnell er zur Not auch zu Fuß unterwegs ist. Zweimal lief der US-Boy in der zweiten Halbzeit nämlich selbst in die Gäste-Endzone. Für die weiteren Touchdowns sorgten Erich Heinz mit dem zwischenzeitlichen 13:9 sowie Benedikt Seitz mit dem Endresultat.

Springer macht den Unterschied

Nachdem Henrique Delanava-Wrobel den letzten Drive der Razorbacks mit einer Interception vorzeitig beendet hatte, war die Messe an der Gießener Philosophenstraße endgültig gelesen.

»Wir sind sehr zufrieden und gut gelaunt«, machte Coach Anderl nach der Partie keinen Hehl aus seiner Freude und lobte insbesondere seinen Spielmacher. »A. J. hat den großen Unterschied gemacht. Die O-Line konnte ihm immer wieder die Zeit geben, die er brauchte. So hat er viele gute Pässe geworfen und hat auch mit Läufen viele Meter gemacht.«

Und so beenden die Gießen Golden Dragons die GFL2-.Saison nicht nur auf einem sehr starken vierten Tabellenplatz, sondern auch mit einem positiven Punktekonto. »Nun sind wir aber froh, erst einmal Pause zum Regenerieren zu haben«, so Anderl, der vermutlich noch nie so froh über etwas Holz war wie zum Abschluss dieser Saison. Auch wenn es nur die Holzmedaille war.

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