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Ein Spiel für den Frieden

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Empfängt mit der HSG die Ukraine: Stefan Cavor. © Ben

Dutenhofen (red). Ein Freundschaftsspiel der besonderen Art findet am Freitag, den 1. April um 19.30 Uhr in der Sporthalle Dutenhofen statt. Dann hat der Handball-Bundesligist HSG Wetzlar die ukrainische Nationalmannschaft zu Gast. Das Team von Trainer Slava Lochmann durfte am Montag dank eines Sondererlasses des ukrainischen Sportministeriums - in dem ukrainischen Spitzensportlern ausdrücklich empfohlen wird, das Kriegsgebiet zu verlassen - ausreisen.

Nun sind die Spieler, die im Januar noch bei der Handball-EM gegen Frankreich und Kroatien gespielt haben und Anfang der Woche über teils abenteuerliche Routen zunächst nach Budapest in Ungarn gelangt waren, in Großwallstadt untergebracht - samt deren Familien.

»Wir sind jetzt heilfroh, dass die Jungs und ihre Familien hier in Deutschland sind. Wie es genau für sie weitergeht, wissen wir noch gar nicht«, so Rudi Brunner, langjähriger Förderer des TV Großwallstadt und Mitorganisator der Ausreise des ukrainischen Nationalteams. »Fest steht, dass man trotz des Krieges von ukrainischer Verbandsseite daran arbeitet, die ausgefallenen WM-Qualifikationsspiele gegen Finnland zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.« Nach dem russischen Überfall stehen alle Bereiche des öffentlichen Lebens still, so auch die Super League, wie die Top-Männerliga in der Ukraine genannt wird. »An einen normalen Trainingsbetrieb war nicht mehr zu denken, alle hatten Angst und haben sich so gut es geht in Sicherheit gebracht«, berichtet Trainer Lochmann. Nun sollen sich die Nationalspieler in Großwallstadt fit halten.

»Als die Anfrage kam, ob wir dem ukrainischen Team als Testspielgegner zur Verfügung stehen und somit die Ausreise der Mannschaft, Frauen und Kinder mit unterstützen wollen, haben wir keine Sekunde gezögert«, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. »Die russischen Kriegsverbrechen müssen gestoppt werden und den Menschen in der Ukraine jedwede humanitäre Hilfe geleistet werden. Deshalb werden wir ein ›Handballspiel für den Frieden‹ austragen und fordern alle Sportfans der Region auf, an diesem Benefizspiel teilzunehmen, um unsere gemeinsame Solidarität mit den Menschen im Kriegsgebiet auszudrücken. Alle Einnahmen des Spiels werden die HSG Wetzlar und die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen selbstverständlich Hilfsorganisationen zur Verfügung stellen, die sich in der Ukraine um das Leid der Menschen kümmern.«

Die Sporthalle Dutenhofen öffnet am 1. April um 18.30 Uhr. Eintrittskarten gibt es zum Preis von (mindestens) zehn Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre. Die Tickets sind ab sofort im Onlineshop unter www.hsg-wetzlar.de/tickets und am Spieltag an der Abendkasse der Sporthalle Dutenhofen erhältlich. »Die Preise für die Tickets sind Mindestpreise. Jeder Zuschauer kann auch mehr für seine Eintrittskarte bezahlen, als freiwillige Leistung für den guten Zweck. Wir kümmern uns darum, dass jeder Cent auch ankommt«, so Björn Seipp.

Aufgrund der hessischen Corona-Schutzverordnung gilt für die Veranstaltung die 2Gplus-Regelung, heißt nur Personen, die vollständig geimpft oder genesen sowie zusätzlich geboostert oder getestet sind, erhalten Zugang. In der Sporthalle Dutenhofen gilt zudem Maskenpflicht.

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