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Ein Ständchen für Hasebe

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Makoto Hasebe. © dpa

Frankfurt . Das Geburtstagsständchen wird mit einem Tag Verspätung gesungen. Am Dienstag hat Makoto Hasebe seinen 38. Geburtstag gefeiert, am Dienstag aber hatte die Mannschaft der Frankfurter Eintracht ihren freien Tag. Vor Glückwünschen konnte sich der älteste Spieler der Bundesliga trotzdem nicht retten. »Einfach achtunddreißig. Einfach stark. Einfach Makoto Hasebe!

Alles Liebe, Makoto«, gratulierte die Eintracht ihrem Ältesten bei Twitter. Die Kollegen und das Trainerteam schickten Whats-App-Nachrichten oder griffen, ganz »old school«, zum Telefon. Aus Hasebes japanischer Heimat schwappte eine ganze Welle von Glückwünschen bis nach Frankfurt. In seiner Heimat ist der 114malige Nationalspieler und ehemalige Kapitän der Nationalmannschaft ein Volksheld. In Frankfurt ist er gerade dabei Legendenstatus zu erreichen. Dass der 38.Geburtstag nicht der letzte als Profi sein wird, deutet sich an. »Makoto ist ein extrem wichtiger Spieler, in der Kabine und auf dem Platz«, sagt Sportvorstand Markus Krösche. Spieler und Klub sind längst übereingekommen, den Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern. Und ja, vielleicht wird Hasebe ja auch mit 40 noch bei der Eintracht spielen.

Der Trainer hält das grundsätzlich für möglich. »Makoto ist ein Musterprofi, so wie ich es selten gesehen habe«, sagt Oliver Glasner, »er lebt diesen Beruf.« Eine Randnotiz beschreibt die Berufseinstellung des »Liberos« ganz gut. Drei Tage hatte der Trainerstab in Anbetracht des fortgeschrittenen Fußballer-Alters Hasebe den Winterurlaub verlängert. Er sollte damit ein wenig mehr Zeit haben, um in seine Heimat zu fliegen. Dort erwartet derzeit auch seine Frau Arisa Sato ihr zweites Kind. Doch Hasebe ist wegen der Corona-Risiken lieber in seiner Wahlheimat Frankfurt geblieben. Und hat den Trainer gebeten, dann doch wie die Kollegen pünktlich auf dem Trainingsplatz zu stehen.

Am Sonntag beim 1:1 in Augsburg hat der »alte Hase« wieder zu den Besten gehört. Die Augsburger haben den Respekt auf ihre Art deutlich gemacht: Sie haben Hasebe gleich dreimal übel gefoult. Es war ein kleines Wunder, dass der Frankfurter Abwehrchef bis zum Ende durchspielen konnte. Er ist angeschlagen aus dem Duell herausgekommen, mit vielen blauen Flecken, aber nicht verletzt. Entscheidet sich der Trainer erneut für ihn und erneut gegen Martin Hinteregger, wird Hasebe auch am Freitag gegen Arminia Bielefeld spielen können.

Das gilt übrigens auch für Sebastian Rode. Dem aktuellen Kapitän wurde vor zwei Monaten wegen anhaltender Knieprobleme nach einer Operation im letzten Sommer noch schlagzeilenträchtig das Karriereende vorhergesagt. »Mit mir hat darüber keiner gesprochen, mich hat keiner gefragt«, hat er damals gesagt. Wichtiger aber: Die Spielzeiten für den 31 Jahre alten Mittelfeldspieler werden immer länger und die Leistungen immer besser. In Augsburg hat er 80 Minuten gespielt und war der beste Spieler auf dem Platz. »Mein Knie ist soweit stabil, ich freue mich über jede Einsatzminute«, hat er danach gesagt. Mit Rode ist also zu rechnen. Sein Vertrag läuft bis 2024. Bei Trainer Glasner ist er gesetzt. Kann er spielen, spielt er auch. »Sebastian ist ein Kämpfer, ein absolutes Vorbild«, schwärmte Glasner.

Dass ihn der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sogar für einen Kandidaten für die Weltmeisterschaft in Katar hält, ist zwar Ausdruck einer großen Wertschätzung, gehört aber doch eher in die Kategorie »mehr als unwahrscheinlich«. Rode, dessen erste Profistation 2008 die Offenbacher Kickers waren, weiß sehr wohl, was er seinem geschundenen Körper (vier Knieoperationen) noch zumuten kann.

In den im März wieder auf dem Spielplan stehenden »englischen Wochen« wird er sich wieder die eine oder andere Auszeit nehmen müssen. Auf die WM angesprochen, musste er deshalb schmunzeln: »Ob das wirklich so ernst gemeint war?«

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