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Ein Tag für die Vereinsgeschichte

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Die Handball-Königinnen aus Vollnkirchen: Das Meisterteam der C-Jugend. © TuS

Vollnkirchen. Der 26. März ist sicherlich ein Tag, der in die Geschichtsbücher des TuS Vollnkirchen eingehen wird, besser gesagt schon eingegangen ist. An diesem sonnigen Sonntag gelang es nämlich nicht nur der weiblichen C-Jugend, sondern auch der weiblichen B-Jugend des Vereins aus dem Lahn-Dill-Kreis, sich Platz eins in der Abschlusstabelle ihrer jeweiligen Landesliga-Staffel zu sichern.

Erstmals in der Vereinshistorie gelangen dem TuS damit Meisterschaften oberhalb des Bezirkes Gießen. Und besser malen können hätte die Story sicherlich auch keiner, denn just an jenem Sonntag standen in den Abschlusspartien auch noch die Duelle des Ersten gegen den Zweiten und damit die meisterschaftsentscheidenden in der Sporthalle in Volpertshausen an. Und beide gingen letztlich an die von Manuel Blücher gecoachten Teams.

Zunächst betrat die weibliche C-Jugend das Parkett. Diese hatte bis dato alle fünf Partien in Gruppe eins für sich entscheiden können, was allerdings auch auf Gegner HSG Ahnatal/Calden zutraf. Doch gegen die Mannschaft auf dem Landkreis Kassel ließ der TuS Vollnkirchen von Beginn an keinerlei Zweifel am Titelgewinn aufkommen, lag schon zur Pause mit 15:8 in Führung, feierte am Ende einen ungefährdeten 28:20-Erfolg und damit Meisterschaft Nummer eins.

»Ahnatal war körperlich wirklich die stärkste Mannschaft der Gruppe, aber an diesem Tag hat uns vor allen Dingen ausgezeichnet, dass wir cool an die Aufgabe herangegangen sind und auf dem Feld einfach Spaß haben wollten. Selbst Platz zwei wäre ein ganz toller Erfolg gewesen, darum haben wir uns keinen Druck gemacht. Das war wohl letztlich der Schlüssel, denn bei unserem Gegner hat man die Anspannung doch mehr und mehr gemerkt«, berichtet Blücher.

Endspiele

Dessen Team hätte es möglicherweise auch in die Oberliga schaffen können, mit Gegnern wie der HSG Hungen/Lich, der wJSG Bieber/Heuchelheim und der HSG Kleenheim/Langgöns allerdings eine brutal schwere Quali-Gruppe erwischt, in der es am Ende nur zu Rang drei reichte. Ziel für die Saison war es, den 2008er-Stück für Stück an den 2007er-Jahrgang heranzuführen, was erstklassig gelungen ist. Ruslana Litvinov und Lara Pontoles erwiesen sich sowohl auf als auch abseits des Spielfeldes als echte Führungsspielerinnen, führten das Team aber nicht nur, sondern sorgten damit auch dafür, dass es immer besser zusammenwuchs. Am Ende stand die Landesliga-Meisterschaft.

Diese konnten die C-Juniorinnen aber in der Halle zunächst noch nicht über die Maßen feiern, denn unmittelbar nach ihrer Partie stand bereits das entscheidende Match der B-Juniorinnen auf dem Programm. Diese lagen vor der abschließenden Partie mit 6:2 Punkten auf dem zweiten Platz und empfingen Spitzenreiter TuS Nordenstadt (8:0). Ein Sieg musste gegen das Team aus der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden daher her, um den Titel noch zu erringen, und im Vergleich zum Spiel der C-Juniorinnen entwickelte sich in Volpertshausen ein echter Krimi.

Nordenstadt führte schnell mit 7:4, bis zur Pause lag dann aber der TuS mit drei Treffern vorne (16:13). So auch noch zehn Minuten vor dem Ende (27:24), doch dann wurde es nochmal richtig knapp. Mehrmals kamen die jungen Südhessinnen bis auf ein Tor heran, ein Remis hätte ihnen den Titel gebracht. Doch der TuS behielt die Nerven, transportierte einen Treffer Vorsprung über die Ziellinie (31:30) und konnte damit ausgelassen die zweite Meisterschaft binnen weniger Stunden bejubeln.

Knappe Partien

»Das war natürlich das i-Tüpfelchen der Saison und eines tollen Tages. In dieser Gruppe tummelten sich viele gute Teams, es waren einige sehr knappe Spiele dabei. Die Mannschaft, die von Beginn an wirklich einen großartigen Teamgeist hatte, hat es super gemacht. Auch die Umstellung auf eine defensivere 6:0-Deckung hat sie gemeistert«, freute sich Blücher, der sich nun auch »Doppel-Meistercoach« nennen darf, auch über die sehr gut funktionierende Kooperation mit der HSG Dilltal.

Doch Manuel Blücher ist natürlich bei weitem nicht alleine für die beiden Mannschaften zuständig, zum äußerst erfolgreich arbeitenden Trainerteam des Tus Vollnkirchen gehören auch Jan Ruppert, Laura Timmermann, Luisa Schau, Roxana Friese sowie Uwe Blücher.

Mitentscheidend für den Erfolg der B-Juniorinnen war zudem, dass mit Torhüterin Nina Heberling, Ruslana Litvinov und Lara Pontoles gleich drei C-Juniorinnen über die gesamte Saison auch doppelt trainiert und auch in beiden Mannschaften spielen.

Mit der 14-jährigen Rückraumspielerin Litivinov weiß der TuS zudem ein echtes Ausnahmetalent in seinen Reihen. 54 Tore in vier Spielen gelangen ihr bei den B-, unglaubliche 90 Tore in sechs Spielen bei den C-Juniorinnen. Der Lohn für die überragenden Leistungen folgte auf dem Fuß, jüngst war die TuS-Spielerin zu einem Sichtungslehrgang des DHB für den weiblichen 2007er-Jahrgang in Frankfurt und Heidelberg geladen.

Beste Spielerin

Doch blickt Trainer Manuel Blücher auf seine sicherlich beste Spielerin, so sind es nicht ihre Tore, die ihn besonders beeindrucken. »Sie ist körperlich und technisch enorm stark. Sie zeichnet aus, dass sie sich nicht auf ihrem Status, die beste Spielerin zu sein, ausruht, sondern sich immer weiter verbessern will. Was aber aus meiner Sicht ihre größte Qualität ist, das ist der zwischenmenschliche Bereich. Sie hat nämlich keinerlei Allüren, sondern nimmt jedem im Team an die Hand und hilft, wo sie nun kann. Das ist über das handballspezifische hinaus eine ganz große Qualität von Ruslana«, so der TuS-Coach.

Nachdem die Halle in Volpertshausen an jenem Meister-Sonntag vielleicht größten »Partyzone der Region« geworden war, möchte der Vollnkirchener Trainer abschließend noch einen Dank loswerden. »Es war natürlich unwahrscheinlich, was an diesem Tag in der Halle los war. Bedanken möchte ich mich aber auch generell für die große Unterstützung der Eltern, die unsere Mannschaften lautstark und enthusiastisch unterstützt und auch Auswärts- zu Heimspielen gemacht haben. Das war schon eine herausragende Saison!«, freute sich Blücher, der sich den 26. März in seinem persönlichen Kalender sicherlich auch schon dick angestrichen haben dürfte.

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Die pure Freude: Die weibliche B-Jugend der TuS Vollnkirchen. © TuS

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