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Ein(tracht)-Jahr, das allerlei zu bieten hatte

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Frankfurt (pep). Das letzte Fußball-Wochenende des Jahres hat für die Frankfurter Eintracht noch einmal besondere Highlights bereitgehalten. Der Europapokalsieger wurde von den deutschen Sportjournalisten zur »Mannschaft des Jahres 2022« gewählt. Der Franzose Randal Kolo Muani hat Katar als Vizeweltmeister verlassen. Und der Kroate Kristijan Jakic hat eine Bronzemedaille mit nach Hause genommen.

Jetzt sind sie alle in Urlaub bei der Eintracht, die Spieler, die Trainer und die Bosse. Am 3. Januar startet dann die Vorbereitung aufs zweite Halbjahr, am Tag darauf gehts ins Trainingslager nach Dubai.

Bevor Sportvorstand Markus Krösche sich nach New York zu einem kurzen Weihnachtsurlaub verabschieden konnte, hat er gegenüber einigen Medien ein Fazit gezogen und einen Ausblick gewagt. Krösche im Einzelnen:

Die Nachwirkungen der WM: Viel Lob gab es für Kolo Muani. »Er hat den Klub super repräsentiert. Wir sind sehr stolz auf ihn«, sagte Krösche. Dass das schwache Abschneiden der deutschen Mannschaft bei Mittelfeldstar Mario Götze Folgen für die Eintracht haben könnte, erwartet er nicht. Die Leistungen der Nationalmannschaft hätten »keinerlei Einfluss auf die Eintracht«, glaubt er, »bei Mario wird nichts hängen bleiben.«

Die Zielsetzungen im neuen Jahr: »Wir sind aktuell als Vierter auf einem Champions-League-Platz und den wollen wir jetzt verteidigen«, setzt Krösche Mannschaft und Trainer unter Druck, »wir wollen zeigen, dass wir den nächsten Schritt gemacht und aus dem letzten Jahr gelernt haben. Daran werden wir uns messen lassen.« Im DFB-Pokal und in der Champions-League seien zunächst jeweils die nächsten Runden das Ziel. »Es wird gegen Darmstadt schwer und es wird gegen Neapel noch schwerer«, sagt er, »aber wir sind in der Lage, beide zu schlagen.« Krösche glaubt die Eintracht gut gerüstet fürs neue Jahr. Die Mannschaft habe sich »stetig weiterentwickelt«, sei »stabil« und »voller Überzeugung«. Krösches Einschätzung: »Wir bleiben auch nach Rückständen ruhig und werden nicht hektisch.«

Die Personalfragen im Winter und Sommer: Der Sportchef geht davon aus, dass Trainer Oliver Glasner mit dem kompletten Kader in die nächsten Monate gehen kann. Abgänge seien »keine geplant«. Ausnahme: Jerome Onguéné, der im Sommer aus Salzburg gekommen ist und bislang auch wegen Verletzungen keine Rolle gespielt hat, könnte per Leihe den Verein wechseln. Anders sieht es bei Rafael Borré aus. Der Europapokalheld ist mit seiner Reservistenrolle nicht zufrieden und hat seine Berater beauftragt, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzuschauen. »Rafa und seine Berater wissen, dass wir ihn behalten und nicht abgeben wollen«, schiebt Krösche dem ganz offiziell einen Riegel vor. Doch das letzte Wort ist in diesem Fall noch nicht gesprochen. Im Winter sind die Frankfurter in allen Transferfragen Herr des Geschehens, im Sommer dann nicht mehr. Dass Daichi Kamada und Evan Ndicka, deren Verträge auslaufen, gehalten werden können, erscheint im Moment eher unwahrscheinlich. Kamada steht in engen Verhandlungen mit Borussia Dortmund, zudem soll es weitere Interessenten aus dem Ausland geben. Ndicka wird immer wieder mit Klubs in Frankreich in Verbindung gebracht. Krösche ehrlich: »Wir haben bei sehr vielen Spielern die Kontrolle, bei einigen nicht«. Ein großer Umbruch soll im nächsten Sommer aber auf jeden Fall vermieden werden. Daran knüpft wohl auch Trainer Oliver Glasner seine Zukunft.

Die Eintracht ihrerseits ist natürlich nicht untätig auf dem Transfermarkt. Ob die Gerüchte um den Dortmunder Nationalspieler Julian Brand realistisch sind, ist eher zweifelhaft. Brand hat beim BVB noch Vertrag bis 2024, würde wohl eine zumindest hohe einstellige Millionen-Euro-Ablöse kosten. Es heißt aber, »dass wir ganz sicher ein paar sehr gute Spieler holen werden«. Dazu könnte auch einer gehören, der schon da ist. Ansgar Knauff, vor eineinhalb Jahren aus Dortmund ausgeliehen, muss laut Vertrag im Sommer zurück zum BVB. »Wir werden versuchen ihn zu halten«, sagt Krösche offen. Doch die Borussia sitzt am längeren Hebel. Nur wenn Knauff deutlich sagt, er würde lieber in Frankfurt bleiben, könnte sich eine Tür öffnen. Zudem müsste die Eintracht ebenfalls eine für ihre Verhältnisse hohe Ablöse bezahlen. Unmöglich ist das freilich nicht, denn die Frankfurter sind nach diesem überragenden Jahr ja wieder wer im deutschen und internationalen Fußball.

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