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Eine Runde ohne Abstiegsangst

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Waldgirmes. Fußball-Hessenligist SC Waldgirmes braucht mit Beginn der Aufstiegsrunde am Samstag im Regionalderby gegen den TSV Eintracht Stadtallendorf keinen Rückspiegel mehr. Und schon gar keinen Schulterblick.

SC Waldgirmes - E. Stadtallendorf (Sa., 15 Uhr)

Zum ersten Mal seit Jahren gehen die Lahnauer ohne jede Abstiegsangst in die Rückserie. Sie spielen in der Aufstiegsrunde und haben damit bereits den Klassenerhalt in der Tasche. Mehr noch: In der nur zehn Spiele umfassenden, einfachen Punktrunde ist der Tabellenführer aus Stadtallendorf nur ganze sechs Punkte weg. Und die punktgleichen Zweiten vom FC Eddersheim sowie der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz mit jeweils zwei Zählern Vorsprung auf die Lahnauer in Schlagweite. Der SC Waldgirmes hat rein gar nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.

»Stadtallendorf ist das wohl stärkste Ligateam und der Aufstiegs-Topfavorit. Gegen die Favoriten haben wir aber in dieser Saison meist sehr gut ausgesehen«, lächelt SCW-Trainer Mario Schappert. Die Gefahr, dass es sich seine Jungs ohne Druck zu gemütlich machen könnten, sieht er nicht. »Dafür sind alle viel zu ehrgeizig. Vielleicht kommen wir ja - ganz im Gegenteil - in einen positiven Lauf«, spekuliert »Schappi«, der pure Vorfreude auf das Regionalderby ausstrahlt.

Quartett fehlt gegen die Eintracht

Die Vorbereitungsspiele der Lahnauer zeigten, dass sie im Offensivspiel variabler geworden sind. Der Plan ist ohnehin, sich gegen den Favoriten nicht zu verstecken, auch wenn die Waldgirmeser Grundtugenden - wie Laufbereitschaft und Zweikampfstärke - die Basis sein müssen. Angreifer Felix Erben fällt verletzt und mit dem Coronavirus infiziert aus. Defensivallrounder Karl Cost fehlt im Vorfeld seiner Hüftoperation, während Mert Ciraci wegen einer Schambeinentzündung nicht mitwirken kann und Luis Böttcher an Knieproblemen laboriert.

Gegner Eintracht Stadtallendorf hat sich in den letzten Jahren zu einer echten Hausnummer im hessischen Fußball entwickelt. Finanziell seriös geführt, gelangen der Eintracht zwei Regionalligaaufstiege, denen aber auch zwei Abstiege folgten. Mit seinen Mitteln schafft es der Club, nicht nur mannschaftlich kompakt und zweikampfstark zu agieren, sondern auch ansehnlichen Fußball zu spielen. Nach Abschluss der Qualifikationsgruppe A lagen die Herrenwälder mit einem Punkt Rückstand auf die SG Barockstadt auf dem zweiten Rang. Unter Berücksichtigung der besonderen Wertungsregularien gehen sie nun aber mit vier Zählern Vorsprung auf Eddersheim und Barockstadt als Topfavorit in die Meisterrunde. Stadtallendorf wird aller Voraussicht nach der bisher stärkste Waldgirmeser Gegner in dieser Saison sein.

»Für uns noch nichts gewonnen«

Einer der Väter des Erfolges ist der 55-jährige Trainer Dragan Sicaja. Er schaffte es, nach dem personellen Umbruch im vergangenen Sommer eine schlagkräftige Truppe aufzubauen, die Malcolm Philipps zentral defensiv, Timo Cecen als Spielgestalter und Del Angelo Williams im Angriff anführen. Fehlen werden am Samstag wohl nur Mirko Geisler und der gesperrte Christopher Schadeberg. »Trotz des Vorsprungs ist für uns noch gar nichts gewonnen in Sachen Aufstieg. Wir wollen das schaffen, haben diesbezüglich aber keinen Druck. Ich habe großen Respekt vor dem, was der SC Waldgirmes als Verein und dessen Mannschaften seit Jahren leisten. Das ist absolut top und wird für uns eine echte Herausforderung«, erwartet der als leitender Angestellter bei einem Treysaer Folienhersteller arbeitende Coach, der in Fachkreisen einen exzellenten Ruf genießt. Mitbringen werden die Männer aus dem Marburger Ostkreis viele Fans, die sich gewohnt lautstark bemerkbar machen. Letzteres gilt auch für die »SCW-Supporter«, sodass die Zuschauer echte Fußballatmosphäre erleben können.

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