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Eine verrückte zweite Halbzeit

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Von: Volker Fehrs

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Da holt Dominik Brandl jeden Millimeter aus seinem Bein heraus: Der Leihgesterner schlägt die Kugel vor dem heranstürmenden Biebertaler Julian Reinhardt weg. Foto: Bär © Bär

Gießen (vf/grm). In der Fußball-Kreisoberliga Gießen/Marburg Süd hat die TSG Leihgestern die FSG Biebertal mit 6:0 zerlegt, wobei vor allem Christoph Dietrich mit zwei Toren und zwei Assists glänzte. Nachdem sich die FSG Homberg/Ober-Ofleiden und die FSG Wettenberg am Samstag mit 0:0 getrennt hatten, zeigten sich die übrigen Teams gestern in Torlaune:

Die FSG Lumda/Geilshausen drehte gegen die SG Treis/Allendorf einen 0:2-Halbzeitrückstand in ein 4:2, während die SG Birklar dank eines Dreierpacks von Mahir Marankoz mit 4:1 gegen den TSV Lang-Göns gewann. Die FSG Laubach schlug den SV Hattendorf mit 3:1 und die SF Burkhardsfelden fuhren bei der SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod einen 3:0-Auswärtssieg ein. Der Tabellenführer SG Obbornhofen/Bellersheim hatte im Gastspiel beim Schlusslicht ASV Gießen einige Mühe, aber konnte sich beim 2:1 wie so oft auf Torjäger Tim Richter verlassen. Die Partie zwischen dem Kurdischen FC Gießen und der FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod endete derweil 2:2.

FSG Homberg/Ober-Ofleiden - FSG Wettenberg 0:0 (0:0): Fünf Minuten waren gespielt, als ein Kopfball von Leon Walpert am Querbalken landete. Auf der Gegenseite verzogen sowohl Felix Schuchmann als auch Eduard Bulach knapp (14., 15.). George-Bogdan Ganu hatte in der 29. Minute Pech, als sein Freistoß nur an den Pfosten ging. In der Folge verflachte das Spiel und war zunehmend von Fehlern geprägt. Erst in der 75. Minute hatten die Gastgeber wieder eine Doppelchance, als Christoph Weiser an Stefffen Moritz scheiterte und Dominik Pfeil den Nachschuss an den Pfosten setzte. In der vierten Minute der Nachspielzeit sorgte Weiser für den dritten Alu-Treffer der Gastgeber, die damit den siebten Sieg in Folge verpassten. »Aufgrund der Chancen wäre ein Sieg verdient gewesen. Insgesamt geht das Remis dennoch in Ordnung, weil es von beiden Seiten kein überragendes Spiel war«, bilanzierte FSG-Sprecher Helmut Wilker.

TSG Leihgestern - FSG Biebertal 6:0 (3:0): In der 20. Minute schlug Christoph Dietrich eine Flanke von links herein, die Leon Schorge unglücklich ins eigene Netz verlängerte. Nur wenig später starteten Niklas Port und Dietrich eine Kombination, die von Denis Cetinkaya zum 2:0 für die TSG abgeschlossen wurde (27.). In der 30. Minute konnte Stephan Warnat einen Schuss von Jonah-Maximilian Remmel auf der Linie klären und nur wenig später parierte Christian Stumpf sowohl gegen Erkan Hasan als auch Remmel (33., 34.). Beim 3:0 spielte erneut Port Dietrich frei, dessen Hereingabe nur unzureichend geklärt wurde, sodass Jonas Thies abstaubte.

Kurz nach der Pause erhöhte der kurz zuvor eingewechselte Mojib Sedighi nach Vorarbeit von Thies auf 4:0 (50.). Beim fünften TSG-Treffer scheiterte Dietrich zunächst an Patrick Diener, aber köpfte den Abpraller über die Linie (65.). In der Nachspielzeit setzte sich Thies mit einem super Dribbling durch und spielte Dietrich an, der nur noch zum 6:0 einschieben musste (90.+5).

SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod - SF Burkhardsfelden 0:3 (0:1): »Es war ein gebrauchter Tag für uns und ganz klar unsere schwächste Saisonleistung. Burkhardsfelden hat hier völlig verdient gewonnen und eigentlich hätten wir noch höher verlieren müssen«, lautete das deutliche Fazit von SGAES-Fußballabteilungsleiter Bernd Kirchhof.

Justin Raith hatte in der Anfangsphase drei gute Möglichkeiten, die er jedoch ausließ. Die einzig nennenswerte Chance für die ersatzgeschwächte SGAES hatte Claudio Pinheiro da Cruz, der knapp am Tor vorbeiköpfte (22.). Acht Minuten darauf erhielt Burkhardsfelden einen Foulelfmeter, den Julian Horst zum verdienten 1:0 verwandelte. Auch im zweiten Durchgang spielte nur Burkhardsfelden: Besim Kücükkaplan bestrafte einen Ballverlust der Gastgeber mit dem 2:0 (55.). Zehn Minuten später folgte das 3:0: Bei einer Flanke war Marian Hild schneller am Ball als SGAES-Keeper Tobias Leiser und sorgte damit für die Vorentscheidung.

Punktgewinn stellt KFC zufrieden

Kurdischer FC - FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod 2:2 (1:1): Die Gastgeber erspielten sich zu Beginn mehrere Chancen, von denen sie jedoch nur eine nutzten konnten: Aus dem Gewühl heraus traf Cemil Kurt zum 1:0 (14.). Anschließend kam die FSG besser ins Spiel - und in der 29. Minute zum verdienten Ausgleich durch Marvin Erb.

Fünf Minuten nach der Pause landete eine Hereingabe von der Grundlinie über Umwege bei Dominik Göttsche, der zum 2:1 für die Gäste abstaubte. In der 59. Minute verlängerte Mohammed El-Bakkali eine Ecke per Kopf zu Kurt, der zum 2:2 ausglich. In der Folge hatten die Gäste bis zum Abpfiff noch weitere Chancen, sodass KFC-Trainer Mesut Yenigün am Ende mit dem Remis zufrieden war: »Grünberg war richtig gut heute. Sie hatten mehr Spielanteile und mehr Chancen, sodass wir froh über den Punkt sein können.«

FSG Laubach - SV Hattendorf 3:1 (1:1): Gleich der erste Hattendorfer Vorstoß vor 120 Zuschauern nach sechs Minuten durch Numan Bashir Ahmed saß. Bei zwei nennenswerten Laubacher Großchancen trumpfte Moritz Sann auf, erst versenkte er in der 21. Minute den Kopfball zum Ausgleich, ehe der Hattendorfer Schlussmann Marius Jacobi seinen Distanzschuss Sekunden vor dem Pausenpfiff parieren konnte.

Im zweiten Spielabschnitt entwickelte sich ein völlig offener Schlagabtausch, in dem die Platzherren zwischen der 55. und 70. Minute gehörig unter Druck gerieten. Sowohl einen Lattentreffer (58.), zwei weitere Hochkaräter (59., 66.) und einen Flachschuss überstand Laubach dabei unbeschadet. Die Gastgeber hatten es dann zweimal selbst auf dem Fuß, die Partie vorzeitig zu entscheiden. In der 70. Minute scheiterte Alexander Haak an Keeper Jacobi, auch Marvin Luckhardt (71.) traf nicht. Aus der Zeitstrafe für Julian Vogeltanz (72.) konnte Hattendorf keinen Nutzen ziehen. In Minute 86 bereitete Vogeltanz per Freistoß die Entscheidung vor, als Mitspieler Raphael Heinz per Abstauber zur Stelle war. In der Nachspielzeit erhöhte Ben Kirchner zum 3:1-Endstand. »Man muss sagen, unser Sieg war schon glücklich, bei den zahlreichen Chancen der Gäste hatten wir ordentlich Dusel«, ordnete FSG-Pressewart Volkmar Sann die Leistung der Gastgeber ein.

ASV Gießen - SG Obbornhofen/Bellersheim 1:2 (1:1): »Der Spitzenreiter trat nicht so souverän auf, wie ich ihn eigentlich erwartet hatte, vielleicht hat man uns etwas unterschätzt«, zeigte sich ASV-Pressewart Dennis Geissler, der kurzfristig als Aushilfskeeper einspringen musste, überrascht von der Obbornhofener Einstellung.

Die Gastgeber diktierten zur Freude der 120 Zuschauer die Partie und so ergaben sich Chancen für Hosam Ouahmane und Daniel Carl, der eine davon nach einer guten Viertelstunde zur berechtigten Führung nutzte. Der Gast war bei seinen wenigen Torabschlüssen nicht konsequent genug. Als die Kugel 120 Sekunden vor dem Pausenpfiff durch den ASV-Sechzehner flipperte, drückte Patrick Werner zum 1:1-Ausgleich ein. Der ASV ließ sich jedoch davon nicht entmutigen und spielte auch im zweiten Durchgang frech nach vorn. Die Großchancen für Ouahmane und Carl überstand Obbornhofen mit reichlich Dusel. Auch vor dem Siegtreffer der Gäste durch Torjäger Tim Richter (79.) klärte die ASV-Abwehr zu zögerlich. »Eine Punkteteilung hätten wir uns auf jeden Fall verdient gehabt«, war Pressewart Geissler etwas enttäuscht, dass der ASV sich letztlich nicht für seinen starken Auftritt belohnte.

FSG Lumda/Geilshausen - SG Treis/Allendorf 4:2 (0:2): Im mit 250 Zuschauern gut besuchten Derby mit zwei Gesichtern waren zunächst die Lumdataler spielbestimmend. Schon nach 120 Sekunden klingelte es durch Philipp Freese, als die FSG-Abwehr schlicht gepennt hatte. Danach führte die Verunsicherung der Platzherren zum 0:2 durch Noel Baar (31.).

Deutliche Worte in der Halbzeit schienen bei der Dreier-SG auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein, denn binnen 180 Sekunden stellten Erik Bender (53.) per Handelfmeter sowie Patrick Sagrauske (56.) per Kopf den 2:2-Ausgleich her. Einen offenen Schlagabtausch lieferten sich beide Seiten in der letzten halben Stunde. Zweimal riskierte FSG-Keeper Florian Hollmeyer Kopf und Kragen bei Großchancen der Gäste. Für frischen Wind sorgte die Einwechslung des Rekonvaleszenten Jan-Niklas Ufer, der die Lumdaer Führung durch Silas Vollrath (73.) einleitete. Durch einen unvermeidlichen Konter, den Fabrice Römer (81.) mit einem platzierten 20-Meter-Schuss krönte, entschieden die Gastgeber die Partie glücklich für sich.

Birklar beendet Negativtrend

SG Birklar - TSV Lang-Göns 4:1 (2:1): Die weiterhin von Verletzungspech geplagten Gastgeber legten vor 100 Zuschauern schwungvoll los. Nach 300 Sekunden schickte Mecier Grouls seinen Mitspieler Mahir Marankoz steil, dessen Schuss aus spitzem Winkel von TSV-Schlussmann Marcel Wagner per Fußabwehr zunächst geklärt wurde. Doch Marankoz drückte im Nachsetzen die Kugel über die Torlinie. Nach Zuspiel von Aday Uras zögerte Marankoz (10.) bei seinem Schuss einen Tick zu lang, sodass ein Verteidiger im letzten Moment vor der Linie klärte. In der 20. Minute legte Mergim Omura für Jannis Kaiser auf, der das Spielgerät aus 15 Metern über den Kasten zirkelte. Vier Minuten später prüfte Keyshawn Cosby den starken TSV-Keeper Wagner, der reaktionsschnell mit dem Fuß klärte. Kurz darauf scheiterte Cosby per Freistoß, den Wagner ebenfalls parierte. Per Heber von Marino Blazevic wurde Fabian Kaiser (35.) in Szene gesetzt, der zum überraschenden Ausgleich einnetzte. Um ein Haar hätte Jannis Kaiser (37.) die Gäste in Führung gebracht, doch sein Schuss sprang vom Innenpfosten zurück ins Feld. Dass die Gastgeber zur Pause führten, ging auf das Konto ihres Torjägers Marankoz (43.), der nach Zuspiel von Grouls gleich drei Langgönser im Sechzehner vernaschte und aus acht Metern traf.

Nach dem Wiederbeginn wurde der Schuss von Marankoz zur Beute von Keeper Wagner, der sich 60 Sekunden später aber beim Foulelfmeter von Marankoz (48.), der zuvor gefoult worden war, geschlagen geben musste. Im Versuch, sein Trefferkonto weiter aufzubessern, scheiterte Dreifach-Schütze Marankoz (55.) in aussichtsreicher Position am überragenden Langgönser Schlussmann Wagner. Danach ergaben sich kaum spielerische Höhepunkte. Die fünfminütige Nachspielzeit nutzte Joel Iduh mit einem sehenswerten Schuss in den Torgiebel zum 4:1-Endstand. »Es tut uns gut, nach zuletzt vier Niederlagen und einem Remis, endlich mal wieder einen Dreier zu landen. Wir wollen nun versuchen, das Feld von hinten aufzurollen«, scherzte SG-Pressewart Bernhard Müller.

FSG Homberg/Ober-Ofleiden - FSG Wettenberg 0:0: Im vierten Spiel hintereinander ungechlagen blieb Homberg auch gege den gruppenliga-Absteiger. Dabei besaß Leon Walpert die erste gute Chance für die Gäste, hatte aber nach fünf Minuten Pech, als er nur die Latte traf. Wenig später wurde Felix Schuchmann erstmals für die Hausherren gefährlich, hob das Leder allein vor Wettenbergs Keeper Steffen Moritz aber über den Kasten. Sein Teamkollege George-Bogdan Ganu setzte zudem einen Freistoß in der 29. Minute an den Pfosten. Dann war, nach guten 30 Minuten, lange Sendepause. Erst in der 75. Minute musste Moritz wieder einen Schuss von Hombergs Christoph Weiser abwehren, ehe Dominik Pfeil den Nachschuss gegen das Aluminium zimmerte. Wettenberg hatte in der Vorwärtsbewegung in Durchgang zwei kaum nennenswerte Szenen, als aber Weiser auch in der Nachspielzeit nur das Aluminium traf, war die torlose Punkteteilung perfekt.

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