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»Einfach so weiter spielen«

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Von: Thomas Suer

Gießen (tsu). Es hört sich doch etwas martialisch an, spiegelt aber die Einstellung von Aleksa Lapcic wider, wenn er sagt: »Besser Blut auf dem Rasen und eine Wunde, als ein Tor zu kassieren. Das ist mein Motto. Da geht es auch um Stolz.« Am Mittwochabend hat sich der Keeper des FC Gießen beim 3:0 über Dietkirchen bei einem Klärungsversuch eine Blessur unterhalb des rechten Auge zugezogen.

»Ich gehe mit dem Kopf dahin, wo andere nicht mit dem Fuß hingehen«, sagt der 23-Jährige mit einem Lächeln. Bis Ende 2019 hatte Lapcic in Serbien nach seiner Zeit in der höchsten Jugendklasse in der 3. und 4. Liga gespielt und war dann mit der Familie nach Deutschland gekommen. Bei der SpVgg Oberrad und bei Germania Dörnigheim spielte er in Gruppen- und Verbandsliga, ehe es ihn im Sommer zum FCG zog: »Ein Freund von mir kannte Torwarttrainer Elvir Smajlovic. Nach 20 Minuten im ersten Training wusste ich: Das ist ein Verein für mich. Daniyel Cimen und Elvir Smajlovic sind sehr gute Trainer.« Grund genug für ein Interview mit Lapcic, der in Griesheim bei Darmstadt wohnt und mit den Teamkameraden Adrian Kireski und Francesco Calabrese eine Fahrgemeinschaft bildet.

Herr Lapcic, waren Sie schon immer ein Experte, was Elfmeter angeht?

Ja, ich habe schon immer viele Elfmeter gehalten. Es gibt da auch keine wirkliche Strategie, obwohl öfter gesagt wird, dass der Ball vom rechten Fuß eher diagonal kommt. Man muss schon auf die Bewegungen der Spieler achten. Aber es geht mehr um das Gefühl. Ich warte bis zum letzten Moment und entscheide, in welche Ecke ich mit 100 Prozent springe. Jetzt habe ich mich zweimal für die rechte Ecke entschieden und die Bälle zum Glück gehalten.

Wie sind Sie mit Ihren Leistungen zufrieden?

Anfangs ging es für mich rauf und runter. Es war schwierig für mich, denn es war ein Sprung von zwei Ligen. Ich musste mich eingewöhnen, auch an das Training. Nun bin ich mental und körperlich voll da. Ich habe die letzten Spiele gut gespielt und bin auf einem guten Weg - wie wir als gesamte Mannschaft.

Sie sind am dritten Spieltag nach der Verletzung von Daniel Duschner ins Tor gekommen. Wie ist Ihr Verhältnis ?

Wir haben eine sehr gute Kommunikation. Er ist der beste Kollege, den ich jemals hatte. Er ist erstmal ein Kollege, ein Freund, und dann kämpfen wir beide um den Platz im Tor. Daniel ist sehr nett, ein guter Typ. Er hat schon in der Hessenliga gespielt und mir auch Ratschläge gegeben.

Der FCG ist überraschenderweise Erster. Wie geht die Mannschaft damit um?

Der Fokus liegt nicht auf dem ersten Platz, schließlich haben wir noch 24 Spiele zu absolvieren. Wir müssen einfach so weiter trainieren und spielen. Zu Beginn lief es noch nicht so gut, aber wir haben immer an uns geglaubt, das Potenzial war immer da. Wir sollten Schritt für Schritt machen, Rang eins sollte uns noch mehr motivieren.

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