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Einfacher macht’s leichter

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Wetzlar . So, die Woche über sind genug Worte zum kommenden Gegner verloren worden. Über Dominik Mappes, den Hüttenberger Jung‹, der bei seinem neuen Verein gleich die Führungsrolle übernommen hat. Über Tibor Ivanisevic, der mit seinen Torhüterparaden speziell beim Startsieg in Lemgo für das Weitertransportieren der Aufstiegseuphorie im Oberbergischen gesorgt hat.

Jetzt kümmern wir uns vor dem Heimspiel (Sonntag, 16.05 Uhr, Buderus-Arena) gegen den Bundesliga-Rückkehrer VfL Gummersbach endlich mal um die Handballer der HSG Wetzlar. Drei Spiele sind absolviert in der neuen Saison, es gab drei Niederlagen für die Grün-Weißen. Allerdings allesamt gegen Teams, die entweder zu den absoluten »Schwergewichten« im Oberhaus (Berlin, Magdeburg) gehören oder bislang ähnlich makellos abschnitten (Erlangen hat 6:0-Punkte auf dem Konto). »Ich habe die ersten drei Partien im Gesamtkontext gesehen, und jetzt betrachte ich die nächsten vier bis zur Länderspielpause«, sagt Ben Matschke am Freitag zu Beginn der Pressekonferenz. Heißt, der Heim-Dreierpack gegen Gummersbach, Göppingen (24. September) und Stuttgart (6. Oktober) sowie die darin eingebettete Auswärtspartie in Hamm (29. September) sollen dem Trainer weitere Aufschlüsse darüber geben, wie weit seine neuformierte und jünger gewordene Mannschaft in ihrer Entwicklung vorankommt.

»Das Team ist nach wie vor sehr offen für Veränderungen«, schildert Ben Matschke die Woche nach dem Duell mit dem amtierenden Meister und dem Treffen mit dem Altmeister. Heißt, um die Vielzahl an technischen Fehlern einzudämmen, Folgendes: »Vielleicht mal von fünf auf zwei Offensivoptionen runterschrauben, das Playbook vereinfachen, Passsicherheit, Passschärfe. Ich habe mich in den letzten sechs Jahren als Trainer intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Am Donnerstag hatten wir zwei technische Fehler im Training, das habe ich den Jungs danach auch gesagt«, geht es für den Coach und die HSG im Angriff um eine bessere Auswahl an Entscheidungen. Das Motto: Einfacher macht’s leichter.

Noch wichtiger aber ist - das beweist nicht nur der Blick auf die 100 Gegentreffer - eine Steigerung in der Defensive. »Alle haben verstanden, dass wir die Spiele nur über die Abwehr gewinnen«, weiß Geschäftsführer Björn Seipp. Um infolgedessen dann auch zu möglichst vielen einfachen Toren über die erste oder zweite Welle zu kommen, bedarf es laut Matschke häufig auch »Torhüterparaden und Ballgewinnen, mit denen du so etwas erst ermöglichen kannst. Sprich abgewehrte Würfe aus dem Rückraum. In Magdeburg hat Till Klimpke vor allem Bälle über außen pariert. Gummersbach wird es mehr aus der zweiten Reihe probieren«, hofft der HSG-Trainer, der erstmals auch auf den genesenen Jovica Nikolic bauen kann.

Auf die stimulierende Kulisse (bis Freitag Mittag waren für das Gummersbach-Spiel etwas mehr als 2500 Karten verkauft) auch in fernerer Zukunft bauen zu können, hängt von der eigenen Leistung und vor allem von Ergebnissen ab. Der VfL hat sie in der noch jungen Spielzeit geliefert und »schwimmt auf einer Welle der Begeisterung. Wir wollen am Sonntag unsere ersten Punkte holen«, sagt Matschke vor dem Wiedersehen mit Mappes und Co. Das Wort »müssen« nimmt er nicht in den Mund.

Aber Zeit wird’s - besser schneller als langsam sollten die Wetzlarer Handballer Worten dann auch Siege folgen lassen.

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