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Freut sich auf das Heimspiel gegen den Ex-Verein: SGE-Kapitän Sebastian Rode.

Eintracht ist coronafrei

Frankfurt. Viele Fußball-Bundesligisten sind fest in der Hand des Virus. Eintracht Frankfurt momentan nicht. Inzwischen wird bei den Frankfurtern genauso häufig getestet wie trainiert. Seit Trainingsbeginn am vergangenen Donnerstag fast täglich. In aller Regel werden PCR-Tests durchgeführt. Kein einziger Spieler hat am Mittwoch wegen Corona beim Training gefehlt, keiner wird für den Jahresauftakt am Samstag gegen Borussia Dortmund wegen Corona ausfallen.

Die während ihrer Urlaube in der Heimat Portugal und Kroatien positiv getesteten Goncalo Paciencia und Kristijan Jakic machen schon wieder mit. Genau wie Ersatztorwart Jens Grahl. Das Trio ist genesen und hat sich freigetestet. Das bedeutet nach den Richtlinien der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zwei negative PCR-Tests und danach eine kardiologische Untersuchung. Dieses von der DFL in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern vorgeschriebene Protokoll wurde erfüllt. Und so fehlen bei der Eintracht aktuell nur zwei Profis wegen ganz profanen Muskelverletzungen: Jens-Petter Hauge und Christopher Lenz.

Auf alle anderen kann Oliver Glasner bauen. Der Trainer wird sich am Donnerstag zum ersten Mal nach seinem Sturz mit einem E-Scooter und anschließender Operation wegen eines Jochbeinbruchs in einer Pressekonferenz wieder der Öffentlichkeit stellen. Die Fragen nach der Aufstellung wird der Eintracht-Coach freilich ziemlich sicher wieder diplomatisch umschiffen. Besonders spannend wird sein, wie er zwei Schlüsselpositionen besetzen wird. Wichtigste Fragen: Wie wird die Dreier-Abwehrkette zusammengefügt? Und wer spielt an der Seite von Djibril Sow im defensiven Mittelfeld? Für die drei Abwehrpositionen stehen mit Tuta, Makoto Hasebe, Evan Ndicka und Martin Hinteregger vier Spieler zur Verfügung. Ndicka dürfte gesetzt sein. Gute Chancen hat sicher auch Hinteregger, der mit seiner rustikalen und zweikampfbetonten Spielweise am ehesten auf den Dortmunder Superstar Erling Haaland passen könnte. Es geht also um den dritten Mann im Defensivverbund - Hasebe oder Tuta.

Im Mittelfeld hatte gegen Mainz zum Jahresende Sebastian Rode den verletzten Jakic ersetzt. Mit durchschlagendem Erfolg und länger als erwartet. »Ich war selbst überrascht, wie lange es geklappt hat«, sagt Rode. Jetzt hat der ehemalige Dortmunder das gesamte Trainingsprogramm seit Jahresbeginn mitgemacht und brennt auf seinen Einsatz. Jakic, vorher absolute Stammkraft, hat am Mittwoch das Training aufgenommen. Neben Corona sind auch die Probleme an der Hüfte behoben. Möglich, dass der Frankfurter Trainer da auf Job-Sharing setzt. Eine Halbzeit oder eine Stunde Jakic, die übrige Spielzeit Rode. Oder umgekehrt. Schön, wer solche Alternativen hat.

An der Aufstellung wird man die Unterschiede zum Saisonstart im letzten August deutlich erkennen können. Beim 2:5-Debakel am 1. Spieltag hatten mit Stefan Ilsanker in der Abwehr, Danny da Costa auf Außen, Makoto Hasebe und Aymen Barkok im Mittelfeld vier Spieler im Team gestanden, die diesmal wohl nicht beginnen werden. Im Falle Hasebes zumindest nicht auf dieser Position. Tuta war damals kein Thema für den Trainer, Jakic war noch gar nicht von Dinamo Zagreb verpflichtet, Jesper Lindström hatte nur auf der Bank gesessen.

Einen Rückschritt wird es auf jeden Fall auf den Rängen geben. Beim Hinspiel waren 25 000 Zuschauer erlaubt, zum Rückspiel am Wochenende dürfen indes gerade mal 250 Zuschauer in die Frankfurter Arena. Die Eintracht hat auf die ins Auge gefasste juristische Prüfung der Rechtmäßigkeit der politischen Verordnungen für Großveranstaltungen zunächst verzichtet. Zu gering schienen wohl die Erfolgsaussichten vor den Gerichten. Die leere Arena erscheint auch nur auf den ersten Blick als sportlicher Nachteil. Denn in der vergangenen, komplett zuschauerfreien Saison hatte die SGE kein einziges ihrer Heimspiel verloren. »Es ist einfach nur schade, dass keine Fans dabei sind. Zuletzt hatten uns ja schon 15 000 richtig geholfen«, sagt Kapitän Rode, »aber zu Hause haben wir gegen den BVB immer ganz gut ausgesehen.« Die letzten vier Begegnungen gegen Dortmund endeten im eigenen Stadion jeweils Unentschieden.

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