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Eintrachts Chancen und Glasners Appell

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Oliver Glasner © Imago Sportfotodienst GmbH

Frankfurt. Zwei Spieltage noch in der Vorrunde der UEFA Champions League. Und für Eintracht Frankfurt ist noch alles möglich, in Europa zu überwintern. Platz zwei in der Gruppe D reicht für den Einzug ins Achtelfinale, Platz drei für die Europa League mit der Chance zur Titelverteidigung. Platz vier bedeutet aber das Aus. Die Sinne sind vor dem Heimspiel gegen Olympique Marseille (Mittwoch, 21 Uhr) geschärft, alle wissen, um was es geht.

Das gilt für die Mannschaft wie für die Fans in der mit knapp 50 000 Zuschauern ausverkauften Arena.

»Wir müssen gegen Marseille unbedingt gewinnen, damit wir die Chance aufs Weiterkommen wahren. Das wird ein ganz heißer Fight«, sagt Kapitän Sebastian Rode. Im Hinspiel hatten sich die Frankfurter mit 1:0 durchgesetzt. Abhängig sind alle Rechnungen um Weiterkommen oder Ausscheiden auch vom zweiten Spiel der Gruppe, da empfangen die Tottenham Hotspur Sporting Lissabon.

Die drei Möglichkeiten für die Eintracht im Detail. Erstens: Zwei Siege gegen Olympique und am letzten Spieltag in Lissabon und das Achtelfinale ist sicher erreicht. Zweitens: Selbst bei einer Niederlage gegen Marseille wäre die Eintracht noch nicht komplett draußen. Sollte Sporting in Tottenham verlieren, könnten die Frankfurter am letzten Spieltag in Lissabon noch Platz drei und damit die Europa League erreichen. Drittens: Eine Niederlage gegen Marseille und ein Sieg von Sporting in Tottenham und die Eintracht wäre im Frühjahr international nicht mehr dabei. Bei einem Punktgewinn von Sporting würde der Eintracht dann nur noch ein unrealistischer 4:0-Auswärtssieg am letzten Spieltag helfen, um das direkte Duell gegen die Portugiesen zu gewinnen. Am Montag durften sich die Frankfurter Profis noch einmal ausruhen, der Trainer hatte komplett freigegeben. Dabei muss Trainer Oliver Glasner noch einen Innenverteidiger finden. Denn neben dem verletzten Makoto Hasebe wird ja auch der gesperrte Tuta fehlen. Favorit auf den Posten neben Kristijan Jakic und Evan Ndicka in der Dreierkette ist Hrvoje Smolcic. Das größte Risiko beim Einsatz des jungen Kroaten ist, dass er als Linksfuß auf der rechten Seite verteidigen müsste. Als zweite Alternative böte sich noch Timothy Chandler an. Die Eintracht wird nach drei überzeugenden Siegen innerhalb einer Woche voller Selbstvertrauen ins Spiel gehen. Olympique dagegen ist angeschlagen, nachdem sie ihren zweiten Platz in der französischen Liga verloren haben. Am Samstag haben sie im Spitzenspiel gegen RC Lens mit 0:1 verloren und sind auf den fünften Platz zurückgefallen. Der Eintracht-Trainer erwartet dennoch ein »Spiel auf Augenhöhe«. Es brauche vor allem »viel Disziplin« auf dem Rasen.

Gleiches gelte auf den Rängen. Die Vorkommnisse aus dem Hinspiel sind noch nicht vergessen. Die UEFA hat beide Klubs bestraft, die Eintracht wird gegen Olympique wieder einmal zur Bewährung spielen. Bei weiteren Vorkommnissen droht eine Zuschauersperre beim nächsten internationalen Spiel. Glasner hat nun das Wort ergriffen und an die Fans appelliert. »Ich denke nicht, dass es Pyrotechnik geben wird. Wir sind vorbestraft, deshalb nehme ich unsere Fans in die Verantwortung. Wir wollen weiterkommen und brauchen unsere Fans dann im Frühjahr wieder. Wenn jetzt etwas passiert, dann sind sie raus.«

Die Lage ist angespannt, auch wenn gar nicht so viele französische Fans in Frankfurt erwartet werden. 1700 Karten hatte Olympique angefordert, bei der Eintracht geht man davon aus, dass viele davon zurückgegeben werden. Dennoch gibt es bei der Eintracht auch eine Furcht vor einer bestimmten Klientel des eigenen Anhangs, der sich ja auch in Marseille schon von seiner schlechten Seite gezeigt hatte. Polizei und Ordnungskräfte sind jedenfalls alarmiert. Wie ernst das Spiel genommen wird, zeigt, dass beim Vorspiel der Jugend (Youth League, 14 Uhr in Dreieich) keine Zuschauer zugelassen sind. Es sei eine »rein präventive Maßnahme«, sagt Eintracht-Vorstand Philipp Reschke.

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