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Eiskalte Rote Teufel

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Der Reigen ist eröffnet: Daniel Weiß trifft im Getümmel zur Bad Nauheimer 1:0-Führung. Foto: chuc © chuc

Bad Nauheim (wbe). Der EC Bad Nauheim hat am Sonntagabend im Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga 2 seinen ersten Heimvorteil im Duell gegen die Kassel Huskies gleich genutzt und in der Serie zum 1:1 ausgeglichen. Im mit 4450 Zuschauern ausverkauften Colonel-Knight-Stadion besiegten die Roten Teufel die Schlittenhunde mit 4:1 (3:1, 0:0, 1:

0). In einer von beiden Seiten mit viel Leidenschaft geführten Partie legten die Bad Nauheimer mit einer schnellen 3:0-Führung im ersten Drittel den Grundstein zum späteren Erfolg.

»Wir haben ein richtig gutes erstes Drittel mit zwei Powerplay-Treffern gespielt. Dann hat Kassel seine Muskeln spielen lassen und wir haben mit viel Glück und einem starken Felix Bick unseren Vorsprung verteidigt«, bilanzierte Bad Nauheims Headcoach Harry Lange nach der Begegnung.

Es war ein Start nach Maß für die Hausherren, denn gleich die erste Zeitstrafe der Gäste nutzte Fabian Herrmann nach Zuspiel von Tim Coffman zur Führung und die gab deutlichen Auftrieb. Zwei weitere gute Möglichkeiten verpasste der EC und nach zehn Minuten schienen sich dann die Huskies aus der Umklammerung lösen zu können.

Allerdings nur scheinbar: Eine Zeitstrafe für den Ex-Nauheimer Joel Keussen brachte dem EC das 2:0, als Kassels Keeper Jake Kielly nur zur Seite abwehren konnte und der heranbrausende Jordan Hickmott einschoss. 26 Sekunden später tankte sich Mick Köhler auf der linken Seite durch und besorgte das 3:0. Die Fans waren schier aus dem Häuschen, doch nur 22 Sekunden danach wurde der Ex-Nauheimer Tristan Keck mit seinem 1:3 zum kurzfristigen Stimmungskiller.

Bick als Fels in der Brandung

»Wir haben im ersten Abschnitt gleich drei Fehler gemacht«, ärgerte sich hinterher Kassels Meistertrainer Bo Subr und schien seinen Jungs in der ersten Drittelpause richtig eingeheizt zu haben. Die Nordhessen kamen wie ein Orkan aus der Kabine und verpassten beim Pfostenschuss von Tristan Keck nur knapp den Anschlusstreffer. Die nächsten Angriffswellen brachen dann über dem EC herein, wobei Joel Keussen, Darren Mieszkowski, Marco Müller und Vincent Schlenker ihren Meister in Felix Bick fanden, der in fast stoischer Ruhe jeden Angriff der Gäste parierte.

Entlastung brachte dann Taylor Vause, als er frei auf Jake Kielly zufuhr, aber die mögliche Vorentscheidung vergab. Damit ging es in das Schlussdrittel, das mit zwei »Metall-Treffern« der Nordhessen begann. Erst Lois Spitzner und dann Darren Mieszkowski zielten zu genau, der Bad Nauheimer Anhang konnte aufatmen. Bei einem der wenigen Entlastungsangriffe hätte Taylor Vause alles klar machen können, aber es dauerte bis sieben Sekunden vor Schluss, als Jordan Hickmott in das verwaiste Kasseler Tor zum 4:1-Endstand traf.

Bereits am heutigen Dienstag um 19.30 Uhr geht die Serie mit dem dritten Aufeinandertreffen in der Kasseler Eishalle weiter. Wieder ausverkauft, wieder ist Kassel Favorit und wieder ist mit einer kampfbetonten Auseinandersetzung zu rechnen, nachdem die EC-Akteure am Sonntag gesehen haben, dass auch die schier übermächtig erscheinenden Nordhessen Schwachstellen haben. Die Special Teams und auch die Chancenverwertung sind nicht gerade die Highlights im Spiel der Huskies.

Lange mit Formel für weiteren Sieg

»Auf Schwächen des Gegners zu hoffen, wird nicht reichen. Kassel ist vor eigenem Publikum kaum zu bezwingen und sie werden wieder mit brutaler Macht den Weg nach vorn suchen«, glaubt EC-Headcoach Harry Lange. »Wenn wir etwas ausrichten wollen, müssen wir mit großer Kampfbereitschaft, voller Leidenschaft und unbändigem Willen dagegen halten. Dass wir einen überragenden Torwart Felix Bick und möglichst auch noch etwas Spielglück benötigen, macht die Sache für uns nicht leichter«, sagt Lange, der davon ausgeht, dass Tomas Sikora und Tim McGauley wieder in den Huskies-Kader zurückkehren werden.

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