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Daniyel Cimen warnt vor Pirmasens.

»Eklige« Erinnerungen an Pirmasens

Gießen (tsu). »Schweinetruppe, Schweinetruppe, hey, hey!« Das sangen die Fußballer des FK Pirmasens Ende August, nach ihrem 1:0-Sieg beim FC Gießen. In Anlehnung daran, dass gemeinhin behauptet wird, es sei »eklig, gegen die Truppe aus der Pfalz zu spielen«. Sie hätten auch das Lied vom Spitzenreiter zum Besten geben können, denn an diesem Samstagnachmittag - am damals noch nicht komplettierten vierten Spieltag - waren sie für einige Stunden fast schon sensationell Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Südwest.

Und der FCG? Hatte nur eine Partie bis dahin gewonnen und lag sieben Punkte hinter Pirmasens.

Vor dem Rückspiel zum Jahresabschluss sieht das anders aus. Die Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen hat »die Klub« mit einem Zähler überflügelt, nicht zuletzt dank der jüngsten Ausbeute von zehn Punkten aus fünf Matches. Mit einem weiteren Dreier würden die Gießener nach Lage der Dinge in der 4. Liga »über dem Strich« überwintern. Eine Niederlage hätte das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz zur Folge.

FK Pirmasens - FC Gießen (Sa., 14 Uhr)

Das klare und ärgerliche Aus im Hessenpokal am Mittwoch beim Hessenligisten Erlensee ist derweil unmittelbar nach dem 0:3 »thematisiert worden, seit Donnerstag gilt der Fokus aber Pirmasens«, so Coach Cimen, der im Sportpark Husterhöhe »eine knackige Aufgabe« erwartet: »Der FKP ist sehr unangenehm zu bespielen und zeigt eine sehr starke körperliche Präsenz. Überdies ist er im Umschaltspiel und bei Standards sehr gefährlich.« Der 36-Jährige geht davon aus, dass die Tagesform eine noch größere Rolle einnehmen wird als normalerweise, »weil jeder weiß: Es ist eben nur noch dieses eine Spiel, und dann ist Pause.«

In puncto Personal wird sich Kapitän Nikola Trkulja, der in Erlensee krankheitsbedingt gefehlt hatte, auf dem Rasen zurückmelden. Das trifft ebenso auf Flügelflitzer Dennis Owusu zu. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Defensivstabilisator Michael Fink, der sich im Pokalspiel am Knie verletzt hatte. Es handelt sich um einen erheblichen Bluterguss im Knie, wie eine MRT-Untersuchung am Freitag ergab. »Die Chancen stehen 50:50, dass er spielt«, meint Cimen. Fink wird sich wohl aufwärmen und dann entscheiden. Stichwort Entscheidung: Die obliegt im Trainerteam des FCG-Torwarttrainers Elvir Smajlovic, was die Besetzung des Postens zwischen den Pfosten anbelangt. Freddi Löhe, unumstrittener Stammkeeper, ist nach seiner Corona-Infektion in dieser Woche ins Mannschaftstraining eingestiegen. Sein Vertreter Vladan Grbovic hat seine Sache in den Punktspielen gut gemacht. Es wird sich zeigen, ob Löhe schon in Pirmasens wieder die Handschuhe überstreifen wird.

Um es abschließend zu erwähnen: Es ist das sage und schreibe 50. Meisterschaftsspiel in diesem Kalenderjahr. Es begann am 9. Januar mit einem Sieg über Steinbach Haiger und soll aus Sicht des FCG mit einem vollen Erfolg in Pirmasens enden.

Kader FC Gießen: Löhe, Grbovic - Fink (?), Lo Scrudato, Fisher, Reithmeir, Sarr, Kling, Gaudermann, Trkulja, Takehara, Münn, Owusu, Dos Santos, Sawada, Beal, Itoi. - Es fehlen: Daghfous, Tiliudis, Burgio, Öztürk, Bogicevic, Mohr (Verletzung / Krankheitsgründe).

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