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Enthusiast auf und neben der Strecke

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Von: Thomas Wißner

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Sven Schnitker, diesmal am Mikro, beim Start zum Limeslauf in Watzenborn. Foto: Wißner © Wißner

Gießen (twi). Beim Gießener Firmenlauf ging Sven Schnitker einst für die MAZ ins Rennen, nachdem diese Staffelläufer gesucht hatte. Es folgte der Wechsel zu seinem Arbeitgeber Abakus und ab dann hat sich Schnitker auf seine neue Leidenschaft, die Moderation beim Gießener Firmenlauf, konzentriert.

Ende Oktober nun war der Anneröder zum mittlerweile dritten Mal nicht als Starter, sondern als Sprecher beim Frankfurt Marathon im Einsatz. Bei Kilometer 20,5, also fast auf Halbmarathondistanz, in Schwanheim moderierte Schnitker fast vier Stunden den Lauf, wurde nebenbei von heimischen Startern, begrüßt und umarmt.

Er selbst hat bereits an zehn Marathonläufen durch die Mainmetropole teilgenommen, dabei einmal sogar unter drei Stunden die Ziellinie überquert und darf eine »ewige« Startnummer sein eigen nennen. Zwar hat Schnitker die Laufschuhe noch nicht an den Nagel gehängt, doch widmet er sich nun verstärkt der Laufmoderation, mit der er 2015 beim Frühjahrs- und Frauenlauf der LGV Marathon Gießen begonnen hatte. 2017 war schließlich sein erster Moderatoreneinsatz in Schwanheim, wo er die Aufgabe von Markus Bourcarde aus Naunheim übernahm. Seit 2018 bildet Schnitker mittlerweile mit Bourcade ein Sprecherduo. Begonnen hatte der Fernwälder mit dem Langlauf um die Jahrtausendwende, gemäß dem Motto »einfach nur zum Spaß«.

In Frankfurt sprang dann endgültig die Laufbegeisterung von seinem Bruder Thorsten auf ihn über, schwärmt Schnitker heute noch vom Flair beim Einlauf in die Festhalle. »Da habe ich mir gesagt, ich will auch mal Marathon laufen.« Bis 2009 nahm er schließlich ohne Vereinszugehörigkeit an Volksläufen in der Region teil.

Wie es nun einmal so ist in Sportlerkreisen, fand sich schnell ein Kontakt, der Schnitker erlaubte, beim LGV am Bahnentraining teilzunhemen. »Das hat sich für mich gelohnt, weil ich dann 2011 gleich zweimal den Marathon unter der magischen drei Stundengrenze geschafft habe.« Und zwar beim Weiltalmarathon und eben in Frankfurt. »Dort habe ich damals meiner Frau Nadine live im TV einen Heiratsantrag gemacht«, verrät er eine Marathon-Finalszene, auf die er immer noch angesprochen wird. So etwas kommt ja auch nicht alle Tage vor. Aber auch andere Bilder beim Zieleinlauf in der Festhalle sind in Erinnerung geblieben, denn auch Schnitkers Kinder Emelie und Finn waren beim Finishen oft mit dabei. Viele Freundschaften seien mittlerweile durch das Laufen entstanden, Schnitker wurde ein Kenner der Szene, was ihm bei seiner Moderation entgegenkommt. Aber wie kommt man überhaupt zur Moderation? Die Antwort speist sich aus eigener Erfahrung und daraus resultierender Unzufriedenheit, denn wer so lange als Läufer unterwegs ist, der hat so einiges an der Strecke zu hören bekommen. Da sei ihm vor allem ein Moderator unangenehm aufgefallen, der »immer nur die schnellen Läufer angefeuert hat und die breite Masse nicht. Da hab ich mir gesagt, das kann ich besser, ich will alle anfeuern. Und zack, seitdem mache ich das.« Die Läufer und Läuferinnen seien froh, wenn man den Namen vorlese und sie ganz persönlich anfeuere. »Für die steht der Spaß und das Dabeisein im Vordergrund. Und das kann ich als Moderator auch unterstützen.«

Seit 2019 moderiert Schnitker gemeinsam mit Bourcarde den Lahntallauf in Marburg, den Nachtmarathon Marburg, oder auch die Winterlaufserien in Buseck, Pohlheim, den Brüder Grimm Lauf nahe Hanau sowie viele Veranstaltungen mehr. Darunter auch den Mittelhessencup oder den Gießener Firmenlauf.

Beim Brüder-Grimm-Lauf war Schnitker an drei Tagen bei fünf Etappen von Hanau nach Steinau im Einsatz und nun, nach dem Frankfurt Marathon, stehen die Laufserien in Watzenborn und Buseck, der Silvesterlauf in Gießen und der Lahntallauf Marburg auf dem Programm. Wenn er sonntags nicht bei einem Lauf moderiert, versucht er einen Halbmarathon zu laufen. Schnitker bevorzugt Strecken und Etappen im Kreis, manchmal Lich, Pohlheim nach Langgöns und zurück, Pohlheim zum Dünsberg oder an der Lahn entlang von Gießen nach Wetzlar. Auch Hangelstein, Fernwald und Schiffenberg werden immer wieder unter die Füße genommen.

Das Laufen als Lebensinhalt - und dazu die Moderation. Dabei gehe es um Information und Unterhaltung, betont der Lauf-Enthusiast. Eine akribische Vorbereitung sei nötig. »Vor jeder Veranstaltung informiere ich mich über die Geschichte des Laufs und der Strecke oder auch die aktuellen Gegebenheiten sowie über die Teilnehmer. Bei manchen Veranstaltungen gibt es auch Interviews, denn fünf Stunden Redezeit müssen auch erst mal gefüllt werden.« Von Vorteil sei die langjährige Erfahrung, denn Schnitker erkennt die Läufer mittlerweile schon von Weitem an ihrem Laufstil, so dass sich ein Blick auf die Starterliste erübrigt, um den Namen ausfindig zu machen. Und so bleibt es nicht aus, dass auf Sven Schnitker im kommenden Jahr dann noch etwas mehr Arbeit zukommt, wurde er doch auch für den Gießener Benefizlauf zum Stadtfest Run’n»Roll for Help angefragt.

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