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Erfolgreich gegen alle Widrigkeiten

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Bad Nauheim (wbe). Es waren turbulente Tage, die der EC Bad Nauheim zuletzt in der Deutschen Eishockey-Liga 2 erlebt hat. Auf und vor allem neben dem Eis gab es Situationen, die dem EC-Headcoach Harry Lange den Schweiß auf die Stirn trieben. »Am liebsten wäre mir, wenn wir nicht spielen würden«, hatte er noch am vergangenen Donnerstag auf eine Absetzung der Wochenendspiele gehofft.

Was war passiert? Mit dem ersten Training am Dienstag vor einer Woche (die Mannschaft hatte sich durch den Sieg im Hessenderby einen trainingsfreien Vormittag erspielt) stellten sich die ersten Corona-Fälle ein. »Wir haben getestet, auf die Ergebnisse gewartet, wieder getestet und wieder gewartet und mit jedem Tag musste ich weitere Spieler aufgrund positiver Corona-Tests aus dem Kader isolieren, um eine weitere Verbreitung zu verhindern«, beschreibt Lange die eingeschränkte Vorbereitung.

Am Freitag vor dem Heimspiel gegen Bad Tölz standen mit Tristan Keck, dem Torjäger Nummer eins, sowie mit Marc El-Sayed, Fabian Herrmann, Niko Dobryskin und Philipp Wächter gleich fünf Spieler auf der Ausfallliste. Die Spielfähigkeit aufgrund der DEL2-Regularien (neun Feldspieler und ein Torhüter müssen zur Verfügung stehen) war trotzdem gegeben. »Die Unruhe in der Mannschaft war aber riesengroß«, wusste Lange schon im Vorhinein, dass es gegen Bad Tölz kein normales Heimspiel geben würde.

Dass sich dann während der Partie Huba Sekesi noch eine Matchstrafe »einfing« und vorzeitig vom Eis musste und Jerry Pollastrone verletzt zum Schlussdrittel nicht mehr antreten konnte, passte ins Bild. Nicht aber das Ergebnis, denn Bad Nauheim rettete sich sogar in die Overtime. Nach torlosem ersten Drittel konnten die 2087 EC-Fans nach 36 Minuten über die 1:0-Führung durch Kevin Schmidt jubeln, ehe Markus Eberhardt für den Gast ausglich.

Im Schlussabschnitt hätte der EC aufgrund der besseren Möglichkeiten sogar gewinnen können. In der dann fälligen Overtime kassierten die Roten Teufel den entscheidenden Gegentreffe bereits nach sieben Sekunden, als die Löwen direkt vom Bully durch Cam Spiro dem EC-Keeper Philipp Maurer keine Chance ließ.

Unbeeindruckter EC

Vor dem Spiel in Heilbronn am Sonntag wurden die Sorgenfalten von Trainer Lange noch größer. Jetzt kam der Ausfall von Taylor Vause hinzu - die erste Reihe war durch das Fehlen von Keck und Vause endgültig gesprengt. In Ermangelung einsetzbarer Stürmer beorderte der EC-Headcoach daraufhin Huba Sekesi in die Offensive, um drei Angriffsreihen zur Verfügung zu haben.

Das Spiel selbst begann aber gleich mit einer kalten Dusche für Bad Nauheim, als Jeremy Williams die Falken nach gut zwei Minuten in Führung brachte, ehe Christoph Körner 7.) der Ausgleich gelang. Nach dem Ausgleich machten die Gastgeber das Spiel, doch bis zum Ende des zweiten Abschnitts fielen keine Treffer mehr. Umso turbulenter wurde es im Schlussdrittel. Bad Nauheim war längst ein ebenbürtiger Gegner, kassierte aber erneut den Rückstand durch Kenney Morrison und wieder schlugen die Roten Teufel zurück und - dabei gleich zweimal. Jerry Pollastrone und Maximilian Glötzl brachten den EC mit 3:2 in Front, die Heilbronner waren dann durch Judd Blackwater erfolgreich. Wieder Verlängerung - diesmal mit dem glücklicheren Ende für die Bad Nauheimer. Kevin Schmidt sorgte in Überzahl für den Sonderpunkt.

Drei Punkte nach den Turbulenzen im Vorfeld - eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. »Die Jungs haben unfassbar viel Herz und Charakter bewiesen«, meinte auch EC-Headcoach Harry Lange und drückte damit das aus, was sein Team derzeit besonders auszeichnet. Immerhin war der Erfolg in Heilbronn der neunte Sieg im neunten Auswärtsspiel dieser Saison.

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