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Erneut unter den besten Zehn

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Gelungene Aufholjagd in den Bergen von Utah: Vincent Größer. Foto: Größer © Größer

Gießen (red). »Als ich nach dem Schwimmen die hundert Meter lange, steile Rampe hinauf in die Wechselzone gelaufen bin, hatte ich sehr schwere Beine und dachte zunächst, dass das ein gebrauchter Tag für mich werden könnte«, schilderte Vincent Größer vom Gießener Triathlon Team seine Verfassung nach Beendigung der ersten Teildisziplin bei der Ironman 70.

3 Weltmeisterschaft über die Mitteldistanz in Saint George (USA) am vergangenen Samstag.

Tatsächlich lief es auch zunächst nicht besonders gut für den 25-Jährigen. Trotz recht guter Schwimmzeit von 28:10 Minuten für die 1,9 km im Sand Hollow Reservoir, der mit nur 18 Grad Wassertemperatur das Tragen von Neoprenanzügen ermöglichte, fand sich Größer auf Platz 78 von 360 Startern der Altersklasse M25 bis 29 wieder. Der Rückstand auf eine Top 10-Platzierung betrug bereits zu Beginn der mit 90 km und 1000 Höhenmetern äußerst anspruchsvollen Radstrecke mehr als vier Minuten.

»Zum Glück hatte ich gleich zu Beginn auf dem Rad wieder ganz gute Beine und bin es ja mittlerweile auch gewöhnt, Rückstände nach dem Schwimmen aufzuholen«, beschreibt Größer die Situation. Bereits bei km 20, nach dem ersten nennenswerten Anstieg des Tages, hatte er mehr als 50 Konkurrenten eingeholt und bei km 50 war der Fernwälder bereits auf Platz acht vorgefahren. 1:40 Minuten betrug der Rückstand auf eine Podiumsplatzierung. 20 km vor dem Ende der Radstrecke stellte sich den Triathleten im Snow Canyon der längste Anstieg des Tages mit 350 Höhenmetern verteilt auf 5 km in den Weg und Größer holte weiter auf. Nach 2:10:04 Stunden und einem Stundenmittel von 41,6 km/h, stellte der Medizinstudent das Arbeitsgerät in der Wechselzone ab. Platz sieben und ein Rückstand von 1:37 Minuten auf Platz eins sowie eine Minute aufs Podium waren eine gute Ausgangslage für den abschließenden Halbmarathon. »Als ich aus der Wechselzone zwei zum Laufen auf die Strecke ging, habe ich kurz vor mir den Weltmeister von Hawaii, Matthew Marquardt, gesehen und mich sofort an seine Fersen geheftet, weil er ein sehr starker Läufer ist«, sagte Vincent Größer zur Ausgangslage und seiner Taktik für den abschließenden Lauf über 21,1 km. Beide arbeiteten gut zusammen, wechselten sich in der Führungsarbeit ab und schafften es so, bei km 15 auf die Positionen drei und vier vorzulaufen. Der Gießener konnte das Tempo der Schnellsten dann zwar nicht mehr ganz mitgehen, sicherte sich am Ende jedoch mit einer guten Halbmarathonzeit von 1:19:52 Stunden und in der Gesamtzeit von 4:03:40 Stunden Platz sechs bei der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft und die zweite Top 10-Platzierung bei einer Triathlon-Weltmeisterschaft innerhalb eines Monats.

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